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Antibiotika - Übersicht

Last updated: 16.12.2020

Abstract

Antibiotika werden gegen bakterielle und einige parasitäre Infektionen eingesetzt. Sie zeigen entweder eine bakterizide oder eine bakteriostatische Wirkung. Neben der antibakteriellen Aktivität ist das Wirkspektrum der Substanz entscheidend: Schmalspektrum-Antibiotika wirken z.B. nur auf wenige grampositive oder auf nur wenige gramnegative Erreger. Breitspektrum-Antibiotika decken eine Vielzahl von Erregern mit verschiedenen Eigenschaften ab; Carbapeneme, Fluorchinolone der Gruppe III und IV sowie Piperacillin/Tazobactam sind die Substanzen mit dem breitesten Wirkspektrum. Als Nebenwirkungen sind vor allem Allergien und Kreuzallergien sowie eine mögliche nephro- oder hepatotoxische Wirkung zu beachten. Während der gesamten Schwangerschaft sollten nur Penicilline, Makrolide und Cephalosporine eingesetzt werden.

Wirkstoffe und Dosierungshinweise

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Penicilline

Penicillin G

Wirkstoff Penicillin G/Benzylpenicillin (z.B. Infectocillin®)
Applikation
  • i.v.
  • i.m.
Standarddosierung
  • Penicillin G 1–5 Mio. IE i.v. 4×/Tag, bei schweren Infektionen höhere Dosierungen bis zu 60 Millionen IE/Tag verteilt auf 4–6 Einzeldosierungen
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten
  • Sehr breiter Dosierungsspielraum, Einzeldosis kann bis auf 10 Millionen IE erhöht werden
  • Bei überwiegend durch Staphylokokken verursachten Infektionen muss vor Therapiebeginn von Penicillin-G-resistenten Keimen ausgegangen werden. Es sollte zunächst eine Resistenzprüfung erfolgen.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Bei Penicillinüberempfindlichkeit ist auf eine mögliche Kreuzallergie zu achten
DANI
  • Bei Nierenfunktionseinschränkung: Initial Standarddosis wie bei Gesunden
    • Ab GFR <45 mL/Min.: Empfohlene maximale Erhaltungsdosis 5 Millionen IE, 3×/Tag
    • Ab GFR <18 mL/Min.: Empfohlene maximale Erhaltungsdosis 4 Millionen IE, 3×/Tag
    • Ab GFR <8 mL/Min.: Empfohlene maximale Erhaltungsdosis 5 Millionen IE, 2×/Tag
    • GFR ≅2 mL/Min.: Empfohlene maximale Erhaltungsdosis 3 Millionen IE, 2×/Tag
    • Ab GFR <2 mL/Min.: Empfohlene maximale Erhaltungsdosis 2 Millionen IE, 2×/Tag
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft
  • Stillzeit: Die Substanz gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Stillzeit

Penicillin V

Wirkstoff Penicillin V/Phenoxymethylpenicillin (z.B. Isocillin®, Infectocillin®, Penicillin V)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Penicillin V 3–6 Millionen IE/Tag p.o. verteilt auf 3 Einzeldosierungen
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Bei Penicillinüberempfindlichkeit ist auf eine mögliche Kreuzallergie zu achten
DANI
  • Bei leichter bis mittlerer Nierenfunktionseinschränkung: Keine Dosisanpassung erforderlich
  • Bei schwerer Nierenfunktionseinschränkung: Ggf. individuelle Dosisanpassung erwägen
DALI
  • Bei leichter bis mittlerer Leberfunktionseinschränkung: Keine Dosisanpassung erforderlich
  • Bei schwerer Leberfunktionseinschränkung: Ggf. individuelle Dosisanpassung erwägen
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft
  • Stillzeit: Die Substanz gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Stillzeit

Amoxicillin

Wirkstoff Amoxicillin (z.B. Infectomox®, Clamoxyl®)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Amoxicillin 500–1.000 mg p.o. 1-1-1, je nach Patient und Erkrankung kann eine höhere Dosis erforderlich sein, Tagesmaximaldosis 6.000 mg
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
  • Ab GFR <30 mL/Min.: Maximal 500 mg 2×/Tag
  • Ab GFR <10 mL/Min.: Maximal 500 mg 1×/Tag
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft
  • Stillzeit: Die Substanz gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Stillzeit

Amoxicillin/Clavulansäure

Wirkstoff Amoxicillin/Clavulansäure (z.B. Co-amoxiclav®, Amoclav®, Infectosupramox®, Augmentan®)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Amoxicillin/Clavulansäure 625 mg p.o. 3×/Tag, je nach Patient, Erkrankung und Wirksamkeit kann eine höhere Dosis von 1.000 mg p.o. 2–3×/Tag erforderlich sein, Behandlungsdauer i.d.R. 5–7 Tage
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
    • Bei Leberfunktionsstörungen vorsichtige Anwendung
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft
  • Stillzeit: Die Substanz gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Stillzeit

Ampicillin

Wirkstoff Ampicillin (z.B. Binotal®)
Applikation
  • i.v.
Standarddosierung
  • Ampicillin 0,5–2 g i.v. 3–5×/Tag, je nach Patient, Erkrankung und Wirksamkeit kann eine höhere Dosis erforderlich sein, Tagesmaximaldosis 15 g
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Bei Penicillinüberempfindlichkeit ist auf eine mögliche Kreuzallergie zu achten
DANI
  • Generell bei Nierenfunktionseinschränkung: Maximal 1 g/8 Std. anstreben
    • Ab GFR <30 mL/Min.: Dosisreduktion auf ⅔ der Standarddosis
    • Ab GFR <20 mL/Min.: Dosisreduktion auf ⅓ der Standarddosis
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft
  • Stillzeit: Unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Ampicillin/Sulbactam

Wirkstoff Ampicillin/Sulbactam (z.B. Unacid®)
Applikation
  • i.v.
  • i.m.
  • p.o. (Prodrug Sultamicillin)
Standarddosierung
  • Ampicillin/Sulbactam 0,75 g -3 g i.v. 3×/Tag, je nach Patient, Erkrankung und Wirksamkeit kann eine höhere Dosis erforderlich sein, Tagesmaximaldosis 12 g, Behandlungsdauer i.d.R. 5–7 Tage
  • Sultamicillin 750 mg p.o. 1-0-1 , Behandlungsdauer i.d.R. 5–7 Tage
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Bei Penicillinüberempfindlichkeit ist auf eine mögliche Kreuzallergie zu achten
DANI
  • Ab GFR <30 mL/Min.: Verlängerung des Dosierungsintervalls auf mindestens 12 Std. (max. 2×/Tag)
  • Ab GFR <14 mL/Min.: Verlängerung des Dosierungsintervalls auf mindestens 24 Std. (maximal 1×/Tag)
  • Ab GFR <5 mL/Min.: Verlängerung des Dosierungsintervalls auf mindestens 48 Std. (maximal 1× alle 2 Tage)
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz kann unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung in der Schwangerschaft verwendet werden
  • Stillzeit: Die Substanz kann unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung in der Stillzeit verwendet werden

Piperacillin/Tazobactam

Wirkstoff Piperacillin/Tazobactam (z.B. Tazobac®)
Applikation
  • i.v.
Standarddosierung
  • Piperacillin/Tazobactam 2,25 g -4,5 g i.v. 3–4×/Tag, empfohlene Tagesdosis 100–200 mg/kgKG, Behandlungsdauer i.d.R. 5–14 Tage
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten
  • Leichtfertigen Einsatz als Routine-Antibiotikum vermeiden
  • Kontinuierliche Infusion (Tagesdosierung über Perfusor) kann bei schweren Infektionen vorteilhaft sein
  • Penicillin der Wahl bei Pseudomonasinfektionen

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Bei Penicillinüberempfindlichkeit ist auf eine mögliche Kreuzallergie zu achten
DANI
  • Ab GFR <40 mL/min: Verlängerung des Dosierungsintervalls auf mindestens 8 Std. (max. 3×/Tag)
  • Ab GFR <20 mL/min: Verlängerung des Dosierungsintervalls auf mindestens 12 Std. (maximal 2×/Tag)
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Die Substanz sollte in der Stillzeit nicht verwendet werden

Flucloxacillin

Wirkstoff Flucloxacillin (z.B.Fluclox®, Floxapen®)
Applikation
  • p.o.
  • i.v.
  • i.m.
Standarddosierung
  • p.o. (leichte Infekte): Flucloxacillin 500 mg p.o. 3–4×/Tag,
  • i.v. (schwere Infekte): Flucloxacillin 1 g i.v. 3–4×/Tag, je nach Patient, Erkrankung und Wirksamkeit kann eine höhere Dosis erforderlich sein, z.B. 2 g i.v. 3–4×/Tag
Indikationen
Zu beachten
  • Es bestehen Hinweise auf Flucloxacillin-induzierte Leberschädigungen, daher besondere Vorsicht bei
    • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
    • Patienten ab 50 Jahren
    • Patienten mit schwerwiegender Grunderkrankung

Kontraindikationen

DANI
  • Ab GFR <10 mL/min: Maximal 1 g 2–3×/Tag
  • Bei Anurie: Maximal 1 g 1×/Tag
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich, aber vorsichtige Anwendung bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz kann in der Schwangerschaft verwendet werden
  • Stillzeit: Die Substanz kann in der Stillzeit verwendet werden

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Carbapeneme

Meropenem

Wirkstoff Meropenem (z.B. Meronem®)
Applikation
  • i.v.
Standarddosierung
  • Meropenem 500–1000mg i.v. 3×/Tag, je nach Patient, Erkrankung und Wirksamkeit kann eine höhere Dosis bis zu 2g i.v. 3×/Tag erforderlich sein
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten
  • Kontinuierliche Infusion (Tagesdosierung über Perfusor) kann bei schweren Infektionen vorteilhaft sein

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Bei Penicillinüberempfindlichkeit ist auf eine mögliche Kreuzallergie zu achten
DANI
  • Ab GFR <50ml/min: Dosierungsintervall mindestens 12 Stunden
  • Ab GFR <25ml/min: Dosishalbierung + Dosierungsintervall mindestens 12 Stunden
  • Ab GFR <10ml/min: Dosishalbierung + Dosierungsintervall mindestens 24 Stunden
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar, keine ausreichenden Daten vorhanden
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Ertapenem

Wirkstoff Ertapenem (z.B. Invanz®)
Applikation
  • i.v.
Standarddosierung
  • Ertapenem 1000 mg i.v. 1×/Tag, Therapiedauer i.d.R. 3–14 Tage
Pädiatrische Dosierung
Indikationen

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Bei Penicillinüberempfindlichkeit ist auf eine mögliche Kreuzallergie zu achten
DANI
  • Ab GFR <30 mL/Min.: Dosishalbierung
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar, keine ausreichenden Daten vorhanden
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Makrolide

Erythromycin

Wirkstoff Erythromycin (z.B. Erythrocin®, Infectomycin®)
Applikation
Standarddosierung
Indikationen
Zu beachten
  • Mittel der 1.Wahl als Ersatzantibiotikum bei Penicillinallergie
  • Zahlreiche Interaktionen über CYP3A4-Metabolismus; insb. bei älteren Patienten und Patienten mit einem Morbus Parkinson, die bereits zahlreiche Medikamente einnehmen, sollte Erythromycin vermieden werden

Kontraindikationen

DANI
  • Ab GFR <10 mL/min: Dosisreduktion um 25–50 % und als maximale Tagesdosis 1 g anstreben
DALI
  • Bei Leberfunktionsstörungen: Vorsichtige Anwendung und als maximale Tagesdosis 1 g anstreben
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Azithromycin

Wirkstoff Azithromycin (z.B. Zithromax®, Generika)
Applikation
Standarddosierung
  • Azithromycin 500 mg p.o. 1×/Tag für 3 Tage, Zieldosis 1.500 mg
Indikationen
Zu beachten
  • Mittel der 1.Wahl als Ersatzantibiotikum bei Penicillinallergie
  • Azithromycin hat eine hohe Gewebeaffinität. Die Gewebekonzentrationen übersteigen die Serumspiegel um mehr als das 50-fache. Die HWZ beträgt im Gewebe 2–4 Tage. Deswegen werden für Azithromycin Dosierungen i.d.R. und im Unterschied zu anderen Antibiotika als Gesamtdosis angegeben.
  • Im Gegensatz zu Erythromycin kaum Interaktionen über das Cytochrom-P450-System

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Angeborene oder erworbene QT-Intervallverlängerung
DANI
  • Ab GFR <10 mL/min: Vorsichtige Anwendung
DALI
  • Bei Leberfunktionsstörungen: Vorsichtige Anwendung
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Clarithromycin

Wirkstoff Clarithromycin (z.B.Klacid®)
Applikation
  • p.o.
  • i.v.
Standarddosierung
  • Clarithromycin 250–500 mg p.o. 2×/Tag, Behandlungsdauer 5–14 Tage
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
  • Ab GFR <30 mL/min: Halbierung der Tagesgesamtdosis
DALI
  • Bei schweren Leberfunktionsstörungen: Vorsichtige Anwendung
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Aminoglykoside

Gentamicin zur Injektion

Wirkstoff Gentamicin Injektion (z.B. Refobacin®)
Applikation
Standarddosierung
  • Gentamicin 3(–6) mg/kgKG/Tag i.v. unter strenger Beachtung der Nierenfunktion, i.d.R. als einmalige Gabe am Tag (z.B. 1-0-0) oder aufgeteilt auf 3 Einzeldosen, Behandlungsdauer i.d.R. 7–14 Tage
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
DANI
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und vitaler Bedrohung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Tobramycin zur Injektion

Wirkstoff Tobramycin Injektion(z.B. Tobracid®, Obracin®)
Applikation
  • i.v.
Standarddosierung
  • Tobramycin 1 mg/kgKG 1-1-1 (Tagesdosis 3 mg/kgKG), bei lebensbedrohlichen Infektionen Steigerung der Tagesdosis auf 5 mg/kgKG unter Überwachung der Serumspiegel, Behandlungsdauer 7–10 Tage
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Myasthenia gravis
DANI
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und vitaler Bedrohung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Weitere Wirkstoffe

Doxycyclin

Wirkstoff Doxycyclin
Applikation
  • p.o.
  • i.v.
Standarddosierung
  • Doxycyclin 100 mg p.o. oder i.v. 1-0-(1) je nach Schwere der Erkrankung, Therapiedauer i.d.R. 7–14 Tage
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Nur nach strengster Indikationsstellung: Kinder unter 8 Jahren
  • Schwere Leberfunktionsstörungen.
DANI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
DALI
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität
    • Bis zur 16. SSW: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung verwendbar
    • Ab der 16. SSW: Kontraindikation
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Clindamycin

Wirkstoff Clindamycin (z.B. Sobelin® Turimycin®, Generika)
Applikation
  • i.v.
  • p.o.
Standarddosierung
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten
  • Hohes Risiko für eine Clostridium-difficile-Enterokolitis
  • Häufig von Zahnärzten verordnetes Antibiotikum

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
DANI
  • Bei schwerer Niereninsuffizienz: Serumspiegelkontrollen unter der Therapie empfohlen
    • Je nach Spiegel ist eine Dosisreduktion und/oder eine Verlängerung des Dosierungsintervalls auf 12 Stunden (1-0-1) erforderlich
DALI
  • CHILD C: Dosisanpassung nach Serumspiegelkontrollen
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und vitaler Bedrohung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Vancomycin

Wirkstoff Vancomycin (z.B. Vancosan®, Vancocin®, Generika)
Applikation
  • i.v.
  • Topisch p.o. (keine systemische Wirkung!)
Standarddosierung
  • Systemische Anwendung [1]
    • Standard: Vancomycin 15 mg/kgKG i.v. 1-0-1, Infusion einer Einzeldosis über ca. 2 Std., Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz nach Talspiegel, kritische Indikationsstellung bei GFR <30 ml/Min., Dosisanpassung nach Talspiegel (Ziel: Vancomycin 10–15 mg/L)
    • Lebensbedrohliche Infektionen: Vancomycin 25–30 mg/kgKG i.v. als Erstdosis, danach 15–20 mg/kgKG 1-0-1 nach Talspiegelkontrollen (Ziel: Vancomycin 15–20 mg/L)
  • p.o. (nur lokal enteral wirksam): Vancomycin 250 mg p.o. 1-1-1-1, Behandlungsdauer 10 Tage
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten
  • Schwere Nephrotoxizität: Dosis immer an die Nierenfunktion anpassen
    • Bei gleichzeitiger Anwendung mit Aminoglykosiden: Maximal Vancomycin 500 mg i.v. alle 8 Stunden
    • Gleichzeitige Anwendung weiterer nephrotoxischer Substanzen meiden
  • Dosisanpassung nach Talspiegel im Serum (Standard-Talspiegel Vancomycin 10–15 mg/L)
  • Talspiegel
  • Ototoxizität

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
DANI
  • Bei Niereninsuffizienz
    • Initialdosis: Vancomycin 15 mg/kgKG i.v. 1-0-1, danach Anpassung nach engmaschigen Talspiegelkontrollen
    • Erhaltungsprinzip: Verlängerung des Dosisintervalls unter Beachtung der Talspiegel, orientierend gilt
      • GFR 60–80 mL/min: 750 mg/12 h
      • GFR 40–60 mL/min: 500 mg/12 h
      • GFR 20–40 mL/min: 250 mg/12 h
      • GFR <20 mL/min: 250 mg/Tag
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und vitaler Bedrohung verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Metronidazol

Wirkstoff Metronidazol (z.B. Clont®, Flagyl®)
Applikation
  • p.o.
  • i.v.
  • supp. (Vaginalzäpfchen)
Standarddosierung
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
DANI
  • Keine Dosisanpassung notwendig
DALI
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität
    • 1.Trimenon: Kontraindikation
    • 2. und 3. Trimenon: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und vitaler Bedrohung verwendbar
  • Stillzeit: Die Substanz sollte in der Stillzeit nicht verwendet werden

Cotrimoxazol

Wirkstoff Cotrimoxazol (z.B. Cotrim®, Bactrim®, Generika)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Cotrimoxazol 960 mg (160/800 mg) p.o. 1-0-1 i.d.R. für 5 Tage
Pädiatrische Dosierung
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
  • Ab GFR <30 mL/min: Dosishalbierung
  • Ab GFR <15 mL/min: Kontraindikation
DALI
  • Schwere Leberinsuffizienz: Vorsichtige Anwendung und ggf. individuelle Dosisanpassung
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Fosfomycin-Trometamol

Wirkstoff Fosfomycin-Trometamol (z.B. Monuril®, Generika)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
Indikationen
  • Bakterielle Infektionen bei nachgewiesener Sensibilität des Erregers gegenüber dem Wirkstoff (bei Erwachsenen)
  • Niere und Harnwege
    • Infektionsprophylaxe bei Interventionen/Operationen an den unteren Harnwegen
    • Unkomplizierte Urozystitis
Zu beachten
  • Fosfomycin ist zumeist als Pulver erhältlich und wird zur Anwendung in Wasser aufgelöst. Die beste Bioverfügbarkeit besteht bei leerem Magen und entleerter Blase.
  • Fosfomycin existiert zur intravenösen Anwendung bei nachgewiesener Fosfomycin-Sensibilität im Antibiogramm und ist bei intravenöser Therapie immer als zusätzlicher Kombinationspartner einzusetzen!

Kontraindikationen

DANI
  • Ab GFR <10 mL/min: Kontraindikation
DALI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Linezolid

Wirkstoff Linezolid (z.B. Zyvoxid®, Generika)
Applikation
  • p.o.
  • i.v.
Standarddosierung
  • Linezolid 600 mg p.o. oder i.v. 1-0-1 für 10–14 Tage, maximale Behandlungsdauer 28 Tage
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
DANI
  • Ab GFR <30 mL/min: Vorsichtige Anwendung
DALI
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar

Tigecyclin

Wirkstoff Tigecyclin (z.B. Tygacil®)
Applikation
  • i.v.
Standarddosierung
  • Initial Tigecyclin 100 mg i.v., dann 50 mg i.v. 1-0-1 für 5–14 Tage
Indikationen
Zu beachten
  • Sehr strenge Indikationsstellung und engmaschige Kontrollen notwendig
    • In mehreren klinischen Studien konnte eine erhöhte Gesamtmortalität unter Tigecyclintherapie gezeigt werden
  • Verwendung i.d.R. nur resistogrammgerecht nach Antibiogramm
  • Tigecyclin hat eine Wirkungslücke bzgl. Pseudomonas und Proteus
  • Infusionszeit: 30–60 Minuten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
DANI
  • Keine Dosisanpassung erforderlich
DALI
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz sollte in der Schwangerschaft nicht verwendet werden
  • Stillzeit: Die Substanz sollte in der Stillzeit nicht verwendet werden

Daptomycin

Wirkstoff Daptomycin (z.B. Cubicin®)
Applikation
  • i.v.
Standarddosierung
  • Daptomycin 4–6 mg/kgKG i.v. 1-0-0 über 7–14 Tage
  • Bei schweren Infektionen werden auch höhere Dosierungen empfohlen (8–12 mg/kgKG); die Dosierungen der Fachinformationen werden dabei weit übertroffen.
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
DANI
  • Ab GFR <30 mL/min: Daptomycin 4–6 mg/kgKG i.v. 1-0-0 alle zwei Tage
DALI
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz sollte in der Schwangerschaft nicht verwendet werden
  • Stillzeit: Die Substanz sollte in der Stillzeit nicht verwendet werden

Teicoplanin

Wirkstoff Teicoplanin (z.B. Targocid®, Generika)
Applikation
  • i.v.
  • i.m.
  • p.o.
Standarddosierung
Indikationen
Zu beachten
  • Nephrotoxizität
    • Gleichzeitige Anwendung nephrotoxischer Substanzen meiden
  • Ototoxizität
  • Verwendung i.d.R. nur resistogrammgerecht nach Antibiogramm

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
DANI
  • Dosisanpassung ab dem 4. Behandlungstag empfohlen
    • Ab GFR <60 mL/min: Dosishalbierung
    • Ab GFR <30–40 mL/min: Weitere Dosisreduktion auf ein Drittel der Standarddosis
DALI
Gravidität/Stillzeit
  • Gravidität: Die Substanz sollte in der Schwangerschaft nicht verwendet werden
  • Stillzeit: Die Substanz sollte in der Stillzeit nicht verwendet werden

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Dosierungsschemata bei nephrotoxischen Antibiotika

Gentamicin - Dosierungsschema unter Beachtung der Nierenfunktion

GFR

Folgedosis

(Umrechnungsfaktor der Initialdosis)

Beispiel für Folgedosis

(bei Gentamicin 2 mg/kgKG i.v.)

<100 mL/min 0,8 1,6 mg/kgKG
<70 mL/min 0,65 1,3 mg/kgKG
<55 mL/min 0,55 1,1 mg/kgKG
<45 mL/min 0,5 1 mg/kgKG
<40 mL/min 0,40 0,8 mg/kgKG
<35 mL/min 0,35 0,7 mg/kgKG
<30 mL/min 0,3 0,6 mg/kgKG
<25 mL/min 0,25 0,5 mg/kgKG
<20 mL/min 0,2 0,4 mg/kgKG
<15 mL/min 0,15 0,3 mg/kgKG
<10 mL/min 0,1 0,2 mg/kgKG

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Übersicht

Du kannst Dir das aktuelle AMBOSS-Antibiotika-Mosaik (Wirkspektren der verschiedenen Antibiotika) als PDF-Dokument unter „Tipps & Links“ (ganz unten) oder unter www.amboss.com/de/aerztliche-pdfs/antibiotika-mosaik herunterladen!

Penicilline

Beispielmedikamente Erregerspektrum Wirkung Wirkmechanismus Wichtige Nebenwirkungen Wichtige Kontraindikationen
Klassische Penicilline bakterizid

Beta-Laktam-Antibiotika: Hemmung der Zellwandsynthese

Isoxazolylpenicilline (Staphylokokkenpenicilline )

  • Oxacillin
  • Flucloxacillin
  • Dicloxacillin
  • Methicillin (nicht mehr im Handel erhältlich)
Aminopenicilline

Acylaminopenicilline

  • Piperacillin
  • Mezlocillin
Aminopenicilline + Beta-Laktamase-Inhibitor

Beta-Laktam-Antibiotika: Hemmung der Zellwandsynthese

+ Inhibition der Betalaktamase

Acylaminopenicilline + Beta-Laktamase-Inhibitor

Cephalosporine

Beispielmedikamente Erregerspektrum Wirkung Wirkmechanismus Wichtige Nebenwirkungen Wichtige Kontraindikationen
Cephalosporine der 1. Generation bakterizid

Beta-Laktam-Antibiotika: Hemmung der Zellwandsynthese

+ Unempfindlichkeit gegen einige Betalaktamasen

Cephalosporine der 2. Generation
Cephalosporine der 3. Generation (3a)
Cephalosporine der 3. Generation (3b)
Cephalosporine der 4. Generation
  • Grampositiv (gute Staphylokokkenwirksamkeit)
  • Zahlreiche gramnegative Erreger
  • Cefepim vereint die Staphylokokkenwirksamkeit der Gruppe 3a und die Pseudomonaswirksamkeit der Gruppe 3b und begründet damit die 4. Generation
Cephalosporine der 5. Generation

Carbapeneme

Beispielmedikamente Erregerspektrum Wirkung Wirkmechanismus Wichtige Nebenwirkungen Wichtige Kontraindikationen
bakterizid

Beta-Laktam-Antibiotika: Hemmung der Zellwandsynthese

+ Beta-Lactamase-fest

  • Sekundärinfektionen (Pilze)
  • Neurotoxizität

Fluorchinolone

Beispielmedikamente Erregerspektrum Wirkung Wirkmechanismus Wichtige Nebenwirkungen Wichtige Kontraindikationen
Fluorchinolone Gruppe I und II bakterizid

Hemmung der bakteriellen Gyrase

  • Hepatotoxizität
  • Neurotoxizität
  • Hyper-/Hypoglykämien
  • QT-Zeit-Verlängerung
  • Arthropathien und Knorpelschäden
  • Muskuläre Beschwerden, Tendinitis, Sehnenruptur
  • Photosensibilität
Fluorchinolone Gruppe III und IV

Makrolide

Beispielmedikamente Erregerspektrum Wirkung Wirkmechanismus Wichtige Nebenwirkungen Wichtige Kontraindikationen
bakteriostatisch

Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese

Aminoglykoside

Beispielmedikamente Erregerspektrum Wirkung Wirkmechanismus Wichtige Nebenwirkungen Wichtige Kontraindikationen
bakterizid

Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese

+ Schädigung der Zellwand

Glykopeptide

Beispielmedikamente Erregerspektrum Wirkung Wirkmechanismus Wichtige Nebenwirkungen Wichtige Kontraindikationen
bakterizid

Hemmung der Zellwandsynthese

Tetracycline und Tetracyclin-Derivate

Beispielmedikamente Erregerspektrum Wirkung Wirkmechanismus Wichtige Nebenwirkungen Wichtige Kontraindikationen
Tetracycline bakteriostatisch

Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese

  • Nephro- und Hepatotoxizität
  • Einlagerung in Knochen und Zähne
  • Schleimhautschäden
  • Photosensibilisierung
Glycylcyclin bakteriostatisch Struktur ähnlich wie Tetracycline; Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese

Sonstige

Beispielmedikamente Erregerspektrum Wirkung Wirkmechanismus Wichtige Nebenwirkungen Wichtige Kontraindikationen
Lincosamide bakteriostatisch Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese
  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
Nitroimidazole bakterizid

DNA-Strangbrüche

Sulfonamid + Dihydrofolatreduktase-Hemmer
  • Cotrimoxazol (Kombination aus Trimethoprim + Sulfamethoxazol)
teilweise bakterizid

Sulfamethoxazol: Hemmung der bakteriellen Folsäuresynthese

Fosfomycin bakterizid Hemmung der Zellwandsynthese
Oxazolidinone bakteriostatisch

Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese

Rifampicin bakterizid Hemmung der bakteriellen RNA-Polymerase
  • Schwere Lebererkrankungen
Zyklische Lipopeptide bakterizid Einbau von Ionenkanälen, die zur Depolarisation der Zelle führen

Therapieempfehlungen

Kalkulierte Antibiotika-Therapie

Unter kalkulierter (bzw. empirischer) Antibiotika-Therapie versteht man die Behandlung mit einem Antibiotikum, bevor bzw. ohne dass ein Antibiogramm vorliegt. Hierbei wird versucht, das angenommene Erregerspektrum bestmöglich abzudecken. Zu berücksichtigen sind:

  • Entstehungsort der Infektion
    • Ambulant erworben vs. nosokomial, Normal- vs. Intensivstation
    • Geographische Unterschiede (betrifft auch die Erregersituation im Krankenhaus)
  • Lokale Erreger- und Resistenzsituation
  • Antibiotische Vorbehandlung des Patienten
  • Grund- bzw. Vorerkrankungen des Patienten (auch Allergien, Interaktionen mit Medikamenten)
  • Darreichungsform, Toxizität und Kosten des Antibiotikums

Bei dem klinischen Bild einer schweren bakteriellen Infektion sollen rasch Antibiotika nach der Probenasservierung verabreicht und das Regime regelmäßig reevaluiert werden (DGIM - Klug entscheiden in der Infektiologie).

Bei fehlender klinischer Kontraindikation sollen orale statt intravenöse Antibiotika mit guter oraler Bioverfügbarkeit appliziert werden (DGIM - Klug entscheiden in der Infektiologie).

Weitere Therapieprinzipien

  • Gezielte Antibiotika-Therapie: Antibiotische Therapie nach Antibiogramm
  • Eskalation der Antibiotika-Therapie: Erweiterung der Therapie, indiziert bei Ausbleiben von Besserung und fortbestehendem Infektionsverdacht
  • Deeskalation der Antibiotika-Therapie: Adjustieren auf ein weniger breites antibiotisches Regime nach genauerer Erregerkenntnis (Antibiogramm)

Auf eine unnötig lange Antibiotikatherapie soll verzichtet werden (DGIM - Klug entscheiden in der internistischen Intensivmedizin).

Antibiogramm

  • Definition: Befundbericht zur Empfindlichkeit eines kulturell nachgewiesenen bakteriellen Erregers gegenüber Antibiotika [2]
  • Antibiotikaresistenzen: Standardisierte Angabe der Empfindlichkeit eines Erregers nach standardisierter Testung der minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) definierter Antibiotika
    • Grenzwerte: I.d.R. nach EUCAST-Grenzwerttabellen

S/I/R-Befundkategorien [3]

Seit 01.01.2019 gilt die Definition der Kategorien S/I/R nach EUCAST [4]

Befundformel Bedeutung Hinweise
S Sensibel bei Standardexposition

Wirksamkeit bei Standarddosierungen des getesteten Antibiotikums

I Sensibel bei erhöhter Exposition Wirksamkeit zu erwarten bei erhöhter Einwirkung des getesteten Antibiotikums am Ort der Infektion
R Resistent Keine Wirksamkeit

I bedeutet im Antibiogramm NICHT mehr „intermediär“, sondern wirksam bei erhöhter Exposition – somit ist I kein Zeichen für Resistenz, sondern für Wirksamkeit unter Optimierung der Wirkstoffeinwirkung am Ort der Infektion!

Besondere Patientengruppen

Antibiotika in der Schwangerschaft/Stillzeit und bei Kindern

Siehe: Pharmakotherapie in der Schwangerschaft

Studientelegramme zum Thema

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AMBOSS-Podcast zum Thema

Herausforderung Antibiotikaresistenzen (April 2020)

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Meditricks

In Kooperation mit Meditricks bieten wir dir durchdachte Merkhilfen zum Einprägen relevanter Fakten, dies sind animierte Videos und Erkundungsbilder. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Viele Meditricks gibt es in Lang- und Kurzfassung, oder mit Basis- und Expertenwissen, Quiz und Kurzwiederholung. Eine Übersicht über alle Inhalte findest du in dem Kapitel Meditricks. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – welche, siehst du im Shop.

Chloroquin (Video frei verfügbar)

Makrolide (Video frei verfügbar)

Carbapeneme und Monobactame

Cephalosporine

Daptomycin

Beta-Laktam-Antibiotika

Schmalspektrum-Penicilline

Breitspektrum-Penicilline

Fluorchinolone

Aminoglykoside

Glykopeptide

Tetracycline

Tigecyclin

Clindamycin

Metronidazol

Cotrimoxazol

Fosfomycin

Linezolid

Rifampicin

Nitrofurantoin

Chloramphenicol

Fusidinsäure

Inhaltliches Feedback ggf. bitte an kontakt@meditricks.de.

Patienteninformationen

SOP (Standard Operating Procedure)

In den Ergänzungen dieser Sektion können individuelle SOPs eingefügt werden. Diese Sektion ist über die AMBOSS-Suchfunktion mittels dem Begriff „SOP Antibiotika“ unmittelbar auffind- und ansteuerbar.

Quellen

  1. Rybak et al.: Vancomycin Therapeutic Guidelines: A Summary of Consensus Recommendations from the Infectious Diseases Society of America, the American Society of Health-System Pharmacists, and the Society of Infectious Diseases Pharmacists In: Clinical Infectious Diseases. Band: 2009, Nummer: 49, 2009, doi: 10.1086/600877 . | Open in Read by QxMD .
  2. Epidemiologisches Bulletin 9/2019. Stand: 28. Februar 2019. Abgerufen am: 14. März 2019.
  3. Nationales Antibiotika-Sensitivitätstest-Komitee - Dokumente. Stand: 1. Juni 2012. Abgerufen am: 14. April 2019.
  4. Clinical breakpoints for bacteria. . Abgerufen am: 14. April 2019.
  5. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012 .
  6. S2k-Leitlinie Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis. Stand: 1. August 2015. Abgerufen am: 11. August 2016.