Zugang zu fachgebietsübergreifendem Wissen – von > 70.000 Ärzt:innen genutzt

5 Tage kostenfrei testen
Von ärztlichem Redaktionsteam erstellt & geprüft. Disclaimer aufrufen.

Benzodiazepine und Antikonvulsiva beim Krampfanfall im Kindes- und Jugendalter

Letzte Aktualisierung: 7.6.2021

Diazepam beim Krampfanfall im Kindes- und Jugendaltertoggle arrow icon

Diazepam (pädiatrisch) (z.B. Diazepam Desitin® rectal tube 5 bzw. 10 mg Rektallsg., Valium®, Diazepam 10 mg Rotexmedica®)

Midazolam (pädiatrisch) (z.B. Buccolam®, Dormicum® 5 mg/1 ml Injektionslösung)

  • Pädiatrische Dosierung [1]
    • Darreichungsformen
      • Tabletten
      • Saft
      • Fertigspritzen zur buccalen Anwendung
      • Injektionslösung
    • Zulassung: Buccolam® ist zugelassen ab 3 Mon., Dormicum® 5 mg/1 ml Injektionslösung ist zugelassen ab 6 Mon.
    • Dosierung bei Status epilepticus
      • Bukkale Applikation mittels Fertigspritze (Altersabhängige Dosierungsbeispiele)
        • Kinder <1 J.
        • Kinder 1–5 J.
        • Kinder 5–10 J.
        • Kinder >10 J.
      • Nasale oder bukkale Applikation mittels i.v. Injektionslösung (Standarddosierung jedes Alter)
      • Intravenöse Applikation (Standarddosierung jedes Alter)
    • Zu beachten

Flumazenil (pädiatrisch) (z.B. Anexate®)

  • Pädiatrische Dosierung [1]
    • Darreichungsform Ampulle
    • Zulassung: Kinder >1 Jahr
    • Dosierung: Flumazenil bei Benzodiazepin-Überdosis

Phenytoin (pädiatrisch) (z.B. Phenhydan® Injektionslösung)

  • Pädiatrische Dosierung [1]
    • Darreichungsform Nur intravenöse Applikation!
      • Injektionslösung
      • Infusionskonzentrat
    • Zugelassen ab dem Geburtsalter
    • Dosierungsbeispiele bei Status epilepticus (altersabhängig)
    • Zu beachten
      • Nicht anzuwenden bei Allergie gegen den Wirkstoff, Hydantoine oder andere Bestandteile sowie bei AV-Block II-III°, schwerer Hypotonie oder Bradykardie
      • Therapiekontrolle: Plasmaspiegel, Blutbild, Transaminasen
      • Bei Plasmaspiegel >20 μg/ml ZNS-Symptome
      • Langsames Ausschleichen nach Therapieende, sonst erhöhte Krampfgefahr
      • Als Wechselwirkung kann der Phenobarbitalspiegel auf das 3-fache ansteigen
      • Nur mit NaCl 0,9 % aufziehen

Phenobarbital bei Status epilepticus (z.B. Luminal® Injektionslösung)

  • Pädiatrische Dosierung [1]
    • Darreichungsform Nur intravenöse Applikation für diese Indikation! Injektionslösung
    • Zugelassen ab dem Geburtsalter
    • Standarddosierung bei Status epilepticus (jedes Alter)
    • Zu beachten
      • Nicht anzuwenden bei Allergie gegen den Wirkstoff oder andere Bestandteile sowie bei akuter Intoxikation mit atemdepressiv wirkenden Medikamenten oder Alkohol, Porphyrie, schwerer Myokard-, Nieren- oder Leberschädigung, Status asthmaticus
      • Therapiekontrolle: Plasmaspiegel
      • i.v. Gabe unter fortlaufendem Monitoring von EKG, RR und Atemfunktion
      • Reanimationsmöglichkeit sollte bestehen
      • Paravasale oder subkutane Injektion kann zu Gewebenekrosen führen
      • Aufziehen: 200 mg/1 ml in 9 ml NaCl 0,9 % = 200 mg in 10 ml (≙ 20 mg in 1 ml), Dosis: 1–1,5 ml/kgKG pro Einzeldosis i.v. (≙ 20–30 mg/kgKG pro Einzeldosis i.v.)
      • Pur (ab 10 kgKG): 200 mg/1 ml, Dosis: 0,1–0,15 ml/kgKG pro Einzeldosis i.v. (≙ 20–30 mg/kgKG pro Einzeldosis i.v.)
  1. Wigger, Stange: Medikamente in der Pädiatrie: Inklusive Neonatologie/ Intensivmedizin. 4. Auflage Urban & Fischer 2013, ISBN: 3-437-21454-3 .
  2. S2-Leitlinie Diagnostische Prinzipien bei Epilepsien im Kindesalter. Stand: 1. Januar 2008. Abgerufen am: 14. Oktober 2016.