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Candidose

Letzte Aktualisierung: 14.9.2018

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Die Candidose ist eine Infektionskrankheit durch Pilze der Gattung Candida. Die meisten Candida-Infektionen werden durch Candida albicans hervorgerufen, der bei etwa 30% aller gesunden Menschen Haut und Schleimhäute besiedelt. Bei Immunkompetenten entwickelt der opportunistische Keim seine Pathogenität erst bei Veränderung der physiologischen Gleichgewichte (pH-Wert-Änderung in der Vagina, übermäßige Feuchte auf der Haut etc.) und kann dadurch unter anderem Hautmykosen, Mundsoor, eine Soor-Vaginitis oder eine Soor-Balanitis auslösen. Bei Immunsuppression kommt es hingegen häufig auch zum Befall innerer Organe, wobei am häufigsten der Ösophagus betroffen ist. Eine schwerwiegende Komplikation mit schlechter Prognose ist die Candida-Sepsis, die mit Amphotericin B i.v. behandelt werden muss. Bei lokalem Befall ist die topische Anwendung von antimykotischen Externa i.d.R. ausreichend, systemisch kann Fluconazol oder Caspofungin verwendet werden.

Erreger

Risikofaktoren

Eine asymptomatische Besiedelung von Haut und Schleimhäuten mit Candida ssp. findet sich bei bis zu 70% der Gesamtbevölkerung. Erst eine Veränderung der bakteriellen Flora oder eine Immunsuppression führt zur Ausbildung einer symptomatischen Candidose.

Einfache Candidose

Invasive (systemische) Candidose

  • Mikroskopie/Kultur: Direktnachweis aus Blut, Bronchialsekret, Urin oder Gewebe (fadenförmige Pseudomyzelen, die sich in der Gramfärbung anfärben lassen)
  • Klinische Chemie: Antigennachweis aus Blut, Bronchialsekret oder Urin
  • Endoskopie (bei Soorösophagitis): Typischerweise gelblich-graue, schwer abstreifbare Beläge

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

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