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Epiphysenfugenverletzung

Letzte Aktualisierung: 23.9.2020

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Eine Epiphysenfugenverletzung entsteht durch ein direktes oder indirektes Trauma und betrifft meist Kinder und junge Erwachsene vor dem Abschluss des Knochenwachstums. Die Wachstumsfuge (zwischen Epiphyse und Metaphyse), in der durch proliferatives Knorpelwachstum das Längenwachstum und anschließend die Verknöcherung stattfinden, ist gegenüber Scherkräften besonders empfindlich. Ruhe- und Bewegungsschmerz, Schwellung sowie Hämatom sind als klinische Zeichen sehr allgemein und oft nicht stark ausgeprägt, wodurch die Gefahr der Fehldiagnose besteht. Aufgrund der unvollständigen Ossifikation ist die Diagnose mittels Röntgentechnik meist schwierig, sodass ein Röntgenbild der Gegenseite zum Vergleich helfen kann. Eine wichtige Komplikation sind Knochenwachstumsstörungen.

  • Kinder und junge Erwachsene vor dem Abschluss des Knochenwachstums

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Nach Aitken bzw. Salter-Harris

  • Ruhe- und Bewegungsschmerz
  • Schwellung
  • Hämatom

Aufgrund der oft gering ausgeprägten klinischen Symptome besteht die Gefahr einer Fehldiagnose!

  • Aitken 0 und I
    • Konservative Therapie mittels Ruhigstellung im Gips
    • Bei stärkerer Dislokation oder Begleitverletzungen operative Therapie wie bei Aitken II/III
  • Aitken II und III
    • Operative Therapie: Spickdrahtosteosynthese oder Zugschrauben mit anschließender Ruhigstellung im Gips
  • Aitken IV
    • Konservative Therapie mit Ruhigstellung im Gips (schlechte Prognose mit häufiger Wachstumshemmung)
  • Wachstumsstörungen (vor allem bei Aitken II und III)
    • Beispiel OSG:
      • Innenknöchelfraktur ⇒ Varusfehlstellung
      • Außenknöchelfraktur ⇒ Valgusfehlstellung
  • Wachstumshemmung (häufig bei Aitken IV)
  • Überschießendes Wachstum (selten)
  • Epiphyseolyse

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

  1. Müller: Chirurgie (2014/15). 11. Auflage Medizinische Verlags- und Informationsdienste 2011, ISBN: 3-929-85110-5 .