Die aufgeführten Informationen richten sich an Studierende sowie Angehörige eines Heilberufes und ersetzen keinen Arztbesuch. Disclaimer aufrufen.

banner image

amboss

Fachwissen für Mediziner im ärztlichen Alltag und Studium

Kostenfrei testen

Erysipel

Letzte Aktualisierung: 5.11.2019

Abstracttoggle arrow icon

Das Erysipel ist eine bakterielle Infektion der Haut, die meist durch β-hämolysierende A-Streptokokken hervorgerufen wird und sich entlang der Lymphgefäße und dem Interstitium ausbreitet. Eintrittspforten sind hierbei in der Regel kleinste Verletzungen der Haut, wobei die unteren Extremitäten und das Gesicht von der Infektion bevorzugt betroffen werden. Klinisch zeigt sich eine scharf begrenzte, schmerzhafte Rötung der Haut mit zungen- oder flammenförmigen Ausläufern, häufig in Begleitung von Allgemeinsymptomen wie Fieber und reduziertem Allgemeinbefinden. Diagnostisch ist die Kombination aus der Klinik und den erhöhten laborchemischen Infektparametern wegweisend. Die Therapie besteht aus einer Immobilisation des betroffenen Gebiets in Kombination mit einer systemischen Antibiotikatherapie.

Das Erysipel beschreibt im deutschen Sprachraum eine bakterielle, meist durch Streptokokken hervorgerufene Infektion der Haut, die sich typischerweise als eine scharf abgegrenzte Rötung mit Allgemeinsymptomen wie Fieber und Leukozytose zeigt .

Insb. im angloamerikanischen Sprachgebrauch beschreibt das Erysipel ausschließlich eine durch Streptokokken hervorgerufene oberflächliche Hautinfektion.

Häufig ist eine kleine Hautläsion (z.B. Interdigitalmykose) die Eintrittspforte für den Erreger!

  • Symptome
    • Typische flächige, scharf begrenzte, flammenförmige Rötung
    • Schmerzhafte Schwellung und Überwärmung der Haut
    • Lymphadenitis (Schwellung der regionalen Lymphknoten)
    • Fieber, Schüttelfrost sowie weitere Allgemeinsymptome (Generalisierung möglich)
    • Befund typischerweise einseitig
    • Prädilektionsstellen: Untere Extremitäten und Gesicht
  • Varianten
    • Bullöses Erysipel (Blasenbildung)
    • Hämorrhagisches Erysipel (Einblutungen)
    • Nekrotisierendes Erysipel

  • Blickdiagnose (Lokalbefund)
  • Anamnese und Allgemeinsymptome
  • Suche nach der Eintrittspforte!
  • Labor: Blutbild, CRP/BSG (Deutliche Erhöhung der Entzündungsparameter)
  • Bei hohem Infektlabor, deutlicher klinischer Beeinträchtigung und/oder hohem Fieber: Abnahme von Blutkulturen

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

  • A46: Erysipel (Wundrose)

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Müller: Chirurgie (2014/15). 11. Auflage Medizinische Verlags- und Informationsdienste 2011, ISBN: 3-929-85110-5 .
  3. Henne-Bruns et al.: Duale Reihe Chirurgie. 2. Auflage Thieme 2007, ISBN: 3-131-25292-8 .
  4. Bassetti et al.: Haut- und Weichteilinfektionen: Zellulitis, Erysipel und nekrotisierende Fasziitis In: Curriculum. Band: 13, Nummer: 35, 2013, p. 672-677.