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Glomeruläre Erkrankungen mit asymptomatischer Hämaturie

Letzte Aktualisierung: 27.9.2021

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Eine schmerzlose (Makro‑)Hämaturie kann viele verschiedene Ursachen haben. Tritt sie rezidivierend und getriggert durch Infekte auf, liegt wahrscheinlich eine glomeruläre Erkrankung wie die IgA-Nephropathie oder das Syndrom der dünnen Basalmembran vor. Diese Erkrankungen sind trotz guter Prognose regelmäßig zu kontrollieren. Insbesondere bei der IgA-Nephropathie muss bei Hypertonie oder erhöhter Proteinurie frühzeitig eine Therapie mit ACE-Hemmern bzw. Sartanen eingeleitet werden, um einen ungünstigen Verlauf abzuwenden.

In der Nierenbiopsie kann die Erkrankung genauer beurteilt werden. Seltener liegt das sogenannte Alport-Syndrom vor: Ein genetischer Defekt des Kollagen-Typ-IV (Bestandteil der glomerulären Basalmembran). Die Erkrankten zeigen nicht selten auch eine Schwerhörigkeit und entwickeln häufig im frühen Erwachsenenalter eine terminale Niereninsuffizienz.

Bei einer schmerzlosen Hämaturie muss differenzialdiagnostisch immer ein Malignom des Urogenitaltraktes bedacht werden!

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Morphologische Veränderungen bei glomerulären Krankheiten

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Dietel et al.: Harrisons Innere Medizin (2 Bände). 16. Auflage ABW Wissenschaftsverlagsgesellschaft 2005, ISBN: 978-3-936-07229-7 .
  3. Gerok: Die Innere Medizin. 11. Auflage Schattauer 2007, ISBN: 978-3-794-52222-4 .