Die aufgeführten Informationen richten sich an Studierende sowie Angehörige eines Heilberufes und ersetzen keinen Arztbesuch. Disclaimer aufrufen.

banner image

amboss

Fachwissen für Mediziner im ärztlichen Alltag und Studium

Kostenfrei testen

Innere Hernien

Letzte Aktualisierung: 16.10.2017

Abstracttoggle arrow icon

Innere Hernien sind deutlich seltener als äußere und aufgrund der Tatsache, dass sie sich nicht nach außen, sondern durch Bruchpforten innerhalb des Abdomens oder des Thorax vorwölben, nicht von außen tastbar. Folglich bleiben sie ohne das Auftreten einer relevanten Einklemmung bzw. Inkarzeration in der Regel unentdeckt, können sich dann aber mit dem Bild eines Ileus präsentieren. In diesem Fall muss die Diagnose zügig laparoskopisch oder offen chirurgisch gesichert und chirurgisch behandelt werden, da eine hohe Letalität besteht.

Innere Hernie bezeichnet die Vorwölbung des parietalen Bauchfells durch eine (präformierte) Lücke innerhalb des Abdomens oder des Thorax. Meist entsteht sie aufgrund von Bauchfelltaschen oder -duplikaturen oder aber nach vorangegangenen abdominellen Operationen (z.B. offener Mesenterialschlitz nach Darmresektion oder Bridenbildung durch das große Netz).

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Vorkommen

Insbesondere dort, wo die Lage der Bauchorgane von intra- zu retroperitoneal wechselt, bilden sich Bauchfellduplikaturen und -taschen.

Als weitere Form muss die Gleithernie abgegrenzt werden, bei der das prolabierte Organ selbst einen Teil des Bruchsacks bildet. Der wohl bekannteste Vertreter ist die axiale Gleithernie, die durch den Hiatus oesophageus in den Thorax prolabiert.

Ähnlich der äußeren Hernie mit Zeichen eines mechanischen Ileus:

Die Diagnose einer inneren Hernie ist in der Mehrzahl der Fälle nur durch eine Laparoskopie zu sichern!

Mechanischer Ileus anderer Genese:

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Operativ

  • Absolute OP-Indikation bei Inkarzeration
  • Relative OP-Indikation bei anhaltenden Beschwerden und Verdacht auf innere Hernie
  • OP Vorgehen:
    • Eingeklemmte Eingeweide unter Schonung der noch vitalen Organanteile rückverlagern
    • Verschluss der Bruchpforte

Kommt es bei inneren Hernien zur Inkarzeration, beträgt die Sterblichkeit nahezu 80%!

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Müller: Chirurgie (2014/15). 11. Auflage Medizinische Verlags- und Informationsdienste 2011, ISBN: 3-929-85110-5 .
  2. Schumpelick: Hernien. 5. Auflage Thieme 2015, ISBN: 978-3-131-17365-2 .