Die aufgeführten Informationen richten sich an Studierende sowie Angehörige eines Heilberufes und ersetzen keinen Arztbesuch. Disclaimer aufrufen.

banner image

amboss

Fachwissen für Mediziner im ärztlichen Alltag und Studium

Kostenfrei testen

Morbus Bechterew

Letzte Aktualisierung: 9.1.2020

Abstracttoggle arrow icon

Der Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) ist eine unheilbare, chronisch-entzündliche Erkrankung, die zur völligen Versteifung der Wirbelsäule führen kann. Die Erkrankung hat eine erbliche Komponente (HLA-B27) und zeigt sehr variable Verläufe – insbesondere kommt es bei den i.d.R. erst später betroffenen Frauen nicht selten zur völligen Versteifung der Wirbelsäule. Bei Männern kommt es hingegen bereits meist in jungem Alter zu einem Befall der Iliosakralgelenke sowie der Wirbelsäule, was zu charakteristischen, über die Nacht anhaltenden Rückenschmerzen führt. Diagnostisch finden sich typische klinische Zeichen wie ein Klopf- und Verschiebeschmerz der Iliosakralgelenke (Mennell-Zeichen), sowie ein pathologisches Ott- und Schober-Maß. Radiologisch wird neben dem konventionellen Röntgen auch die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt. Die MRT ist dabei insbesondere in der Frühdiagnostik zur Detektion einer Sakroiliitis dem konventionellen Röntgen deutlich überlegen. Wichtigstes Element der Therapie und zur Verlangsamung des Krankheitsprogresses ist die konsequente Physiotherapie.

  • Lebenszeitprävalenz in Mitteleuropa: ca. 0,5%
  • Geschlecht: > (3:1)
  • Alter: Der Häufigkeitsgipfel für den Krankheitsbeginn liegt zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Allgemeinsymptome

Vor allem bei später Krankheitsmanifestation: Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust

Spezifische Symptome

Extraartikuläre Manifestation

Klinische Zeichen

Leitbefund bei Morbus Bechterew sind Schmerzen in den Iliosakralgelenken und eine verminderte Beweglichkeit der Wirbelsäule. Folgende Untersuchungen geben dabei diagnostische Hinweise:

Blutuntersuchung

Bildgebende Verfahren

MRT

  • Goldstandard zur Diagnosestellung
  • Geeignet zur Darstellung akuter, entzündlich-ödematöser Prozesse in Iliosakralgelenken und angrenzenden knöchernen Strukturen
  • Erlaubt sowohl Früh- als auch Verlaufsdiagnostik

Das MRT ist zur Frühdiagnostik geeignet, da entzündliche Veränderungen in den Sakroiliakalgelenken bereits sichtbar sind, wenn konventionelle Verfahren (Röntgen) noch unauffällig sind!

Konventionelles Röntgen

Wirbelsäulenbeschwerden anderer Genese

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Physikalisch

  • Wichtigste Therapiesäule
  • Konsequente Physiotherapie mit selbstständiger Durchführung der Übungen

Medikamentös

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Extrem variabler Verlauf in Schüben
  • Die Zunahme der Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule kann durch Physiotherapie verlangsamt werden

In Kooperation mit Meditricks bieten wir dir durchdachte Merkhilfen zum Einprägen relevanter Fakten, dies sind animierte Videos und Erkundungsbilder. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Viele Meditricks gibt es in Lang- und Kurzfassung, oder mit Basis- und Expertenwissen, Quiz und Kurzwiederholung. Eine Übersicht über alle Inhalte findest du in dem Kapitel Meditricks. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – welche, siehst du im Shop.

Inhaltliches Feedback ggf. bitte an kontakt@meditricks.de.

Lokalisation der Muskel-Skelett-Beteiligung

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Dietel et al.: Harrisons Innere Medizin (2 Bände). 16. Auflage ABW Wissenschaftsverlagsgesellschaft 2005, ISBN: 978-3-936-07229-7 .
  3. Manger, Schulze-Koops: Checkliste Rheumatologie. 4. Auflage Thieme 2012, ISBN: 978-3-131-51684-8 .
  4. S3-Leitlinie Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen. Stand: 30. November 2013. Abgerufen am: 9. Oktober 2017.