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Peritonsillar- und Peripharyngealabszess

Letzte Aktualisierung: 21.2.2020

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Peritonsillar-, Parapharyngeal- und Retropharyngealabszesse sind Krankheitsbilder mit anatomischer Nähe zueinander, die aufgrund ihres klinischen Erscheinungsbildes schwer zu differenzieren sind, sich jedoch insb. hinsichtlich des Manifestationsalters unterscheiden.

Der häufige Peritonsillarabszess entsteht i.d.R. als Abszedierung der Weber'schen Drüsen (posteriore muköse Speicheldrüsen) am oberen Tonsillenpol und kommt meist im jungen Erwachsenenalter vor. Kontrovers diskutiert wird die bisherige Annahme, dass er oft als Komplikation der rezidivierenden Tonsillitis auftrete. Die Patienten klagen über Halsschmerzen, Schluckstörungen und Kieferklemme (Trismus). Die Diagnose kann meist klinisch durch eine Inspektion des Rachens mit charakteristischer Gaumenbogenvorwölbung gestellt werden. Es erfolgt immer eine kalkulierte Antibiotika-Therapie; bei konservativem Therapieversagen ist das Verfahren der Wahl zudem eine unilaterale Abszesstonsillektomie. Alternativ wird eine Punktions- oder Inzisionsdrainage durchgeführt.

Der Parapharyngealabszess tritt ebenfalls im jungen Erwachsenenalter auf, häufig als Komplikation eines Peritonsillarabszesses. Da es sich durch Verlegung der Atemwege einerseits und Mediastinitis- und Sepsisgefahr andererseits um ein lebensgefährliches Krankheitsbild handelt, erfolgt immer eine schnelle Abszessdrainage mit simultaner Antibiotika-Therapie.

Der seltene Retropharyngealabszess betrifft insb. Kleinkinder, meist infolge eines Racheninfektes mit zervikaler Lymphknoteneinschmelzung. Die richtige Diagnosestellung ist aufgrund der variablen Symptomatik schwierig. Typische Warnsymptome sind Kopfbewegungseinschränkung, Torticollis oder Nackenschwellung mit Fieber und erhöhten Entzündungszeichen im Blut. Wie beim Parapharyngealabszess besteht auch hier dringender Therapiebedarf mit Abszessdrainage und simultaner Antibiotika-Therapie.

Definition

Epidemiologie

  • Alter: Meist junge Erwachsene, in jedem Alter möglich

Ätiologie

Klinik

Differentialdiagnosen

Diagnostik

Therapie

Eine systemische Antibiotika-Therapie ist immer indiziert, auch simultan zu chirurgischen Maßnahmen!

Komplikationen

Definition

Epidemiologie

  • Alter: Meist Erwachsene, jedes Alter möglich

Ätiologie

Klinik

Warnsymptome eines Peripharyngealabszesses beim Kleinkind sind Kopfbewegungseinschränkung, Torticollis oder Nackenschwellung!

Diagnostik

  • Anamnese und Klinik
  • Bei Inspektion: Vorwölbung der seitlichen Rachenwand
  • Rachenabstrich mit mikrobiologischer Kultur (Sonderanforderung für Anaerobier)
  • Blutuntersuchung: Blutbild und CRP (erhöhte Entzündungsparameter), Blutkultur, ggf. Serumelektrolyte
  • Bildgebung
    • MRT: Keine Strahlenbelastung, bessere Weichteilauflösung und Gefäßdarstellung als CT, insb. bei Kindern 1. Wahl
    • CT: Hypodense Struktur, Nachweis eines Abszesses, gute Differenzierung der Ausbreitung, kostengünstig, schnell verfügbar
  • Erregersicherung aus Drainagesekret oder intraoperativem Gewebe
  • Sonographie

Therapie

Ein parapharyngealer Abszess stellt immer eine OP-Indikation dar!

Komplikationen

Definition

Epidemiologie

  • Häufigkeit: Selten
  • Alter: Vor allem Kleinkinder (insb. ≤2 Jahren), selten nach dem 6. Lebensjahr

Ätiologie

Klinik

Diagnostik

  • Anamnese und Klinik
  • Bei Inspektion: Mögliche Vorwölbung der hinteren Rachenwand
  • Rachenabstrich mit mikrobiologischer Kultur (Sonderanforderung für Anaerobier)
  • Blutuntersuchung: Blutbild und CRP (erhöhte Entzündungsparameter), Blutkultur, ggf. Serumelektrolyte
  • Bildgebung
    • MRT: Keine Strahlenbelastung, bessere Weichteilauflösung und Gefäßdarstellung als CT, insb. bei Kindern 1. Wahl
    • CT: Hypodense Struktur, Nachweis eines Abszesses, gute Differenzierung der Ausbreitung, kostengünstig, schnell verfügbar
  • Sonographie
  • Erregersicherung aus Drainagesekret oder intraoperativem Gewebe

Therapie

Ein retropharyngealer Abszess stellt immer eine OP-Indikation dar!

Komplikationen

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. S2k-Leitlinie Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis. Stand: 1. August 2015. Abgerufen am: 11. August 2016.
  2. S2k-Leitlinie Kalkulierte parenterale Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen – Update 2018. . Abgerufen am: 10. Januar 2018.
  3. Strutz et al.: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. 2. Auflage Thieme 2009, ISBN: 978-3-131-16972-3 .
  4. Boenninghaus, Lenarz: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 13. Auflage Springer 2007, ISBN: 978-3-540-48721-0 .
  5. Koletzko: Pädiatrie. 13. Auflage Springer 2007, ISBN: 978-3-540-48632-9 .
  6. Adam et al.: Die Infektiologie. Springer 2013, ISBN: 978-3-642-18577-9 .