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Präkanzerosen der Haut

Letzte Aktualisierung: 5.5.2020

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Als Präkanzerosen werden verschiedene Hautveränderungen bezeichnet, die gegenüber normalem Gewebe ein erhöhtes Entartungsrisiko aufweisen. Typischer Vertreter ist die Lentigo maligna, bei der die Möglichkeit eines Übergangs zu einem malignen Melanom besteht. Weitere Präkanzerosen der Haut sind z.B. der Morbus Bowen und die Erythroplasie Queyrat. Therapie der 1. Wahl ist in den meisten Fällen die chirurgische Exzision, um einer malignen Entartung und ggf. Metastasierung vorzubeugen.

  • Definition: Intraepitheliale Präkanzerose durch Proliferation dysplastischer Melanozyten
  • Epidemiologie: Läsion des Alters: Häufigkeitsgipfel in der 8.–9. Lebensdekade
  • Ätiologie: Entstehung auf sonnenexponierter Haut
  • Effloreszenz
    • Graubraun-schwarze, unregelmäßige Makulä
    • Unscharfe Begrenzung
    • Punktförmig bis über münzgroß
    • Mit zunehmender Größe vermehrt Farbunregelmäßigkeiten und umgebende „archipelartige“ („inselartige“) Sprenkelung
  • Therapie: Chirurgische Exzision, evtl. mit plastischer Defektdeckung
  • Komplikation: Übergang in Lentigo-maligna-Melanom möglich

Der Morbus Bowen und die Erythroplasie Queyrat sind histopathologisch gesehen identische Präkanzerosen, jedoch mit unterschiedlichen Lokalisationen.

Morbus Bowen

  • Definition: Carcinoma in situ der Haut
  • Ätiologie
    • Zusammenhang mit vorheriger Arsenexposition beschrieben
    • Häufig Assoziation mit HPV 16 und 18
  • Effloreszenz: Einzelne, unregelmäßig geformte, erythematöse Hautveränderungen mit scharfer Begrenzung und Schuppung
  • Prädilektionsstellen: Gesamter Körper, vorwiegend jedoch Rumpf, Gesicht, Unterschenkel und Finger
  • Prognose: Übergang in ein invasives Bowen-Karzinom mit ungünstiger Prognose häufig
  • Therapie: Chirurgische Exzision

Erythroplasie Queyrat

  • Definition: Carcinoma in situ der Schleimhaut
  • Ätiologie: Häufig Assoziation mit HPV 16 und 18
  • Effloreszenz: Einzelne, leicht verletzliche, scharf begrenzte Läsionen
  • Prädilektionsstellen: Präputium, Glans penis, Vulva oder Mundschleimhaut
  • Prognose und Therapie: Siehe Morbus Bowen

  • Definition: Aktinische Keratosen sind durch UV-Strahlung induzierte In-situ-Plattenepithelkarzinome bzw. Spinaliome der Haut
  • Epidemiologie: Insb. hellhäutige Patienten >50. Lebensjahr und Personen, die beruflich über eine lange Zeit sonnenexponiert sind (Bauarbeiter, Feldarbeiter)
  • Effloreszenz
    • Primär Ausbildung eines erythematösen und atrophischen Herdes
    • Im Verlauf gelblich-bräunliche, vulnerable Keratose
    • Multiples Auftreten an lichtexponierten Hautarealen
  • Prognose: Übergang in ein Spinaliom möglich (in 10–20% der Fälle)
  • Therapie
  • Sonderformen
    • Aktinische Cheilitis: Aktinische Keratose im Bereich der Lippen
    • Cornu cutaneum
      • Definition: Hornartige Keratosen, die u.a. auf dem Boden von aktinischen und seborrhoischen Keratosen oder Verrucae vulgares entstehen
      • Effloreszenz: Gelblich-bräunlich bis gelblich-schwärzliches Hauthorn, das senkrecht oder gebogen aus dem Hautniveau herauswächst und eine Länge von bis zu 10 cm erreichen kann
      • Prognose: Übergang in Plattenepithelkarzinom möglich
      • Therapie: Chirurgische Exzision

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Fritsch: Dermatologie und Venerologie für das Studium . Springer 2009, ISBN: 3-540-79302-x .