Übersicht
Initiative
Die Initiative „Klug entscheiden“ wurde 2015 von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ins Leben gerufen, inspiriert durch die amerikanische „Choosing Wisely“-Initiative. Ihr Ziel ist es, durch Aufklärung über Über- und Unterversorgung die medizinische Versorgung zu verbessern.
„Klug entscheiden“ fokussiert auf diagnostische und therapeutische Maßnahmen, die entweder zu häufig oder zu selten angewendet werden – obwohl sie entweder nicht nötig oder tatsächlich erforderlich wären. Ziel ist es, die Qualität der Versorgung zu steigern.
Die „Klug entscheiden“-Empfehlungen entstehen durch einen transparenten Prozess, der Vorschläge aus Fachgesellschaften sowie Konsensuskonferenzen mit Experten und Patientenvertretern umfasst. Diese Empfehlungen werden regelmäßig aktualisiert, um sicherzustellen, dass sie auf dem neuesten Stand der medizinischen Versorgung sind.
Die Empfehlungen basieren auf wissenschaftlicher Evidenz und bestehenden Leitlinien.
Über- und Unterversorgung
- Überversorgung: Häufig durchgeführte Maßnahme, die wissenschaftlich nachweislich nicht nutzbringend ist. Es resultiert eine Negativempfehlung.
- Unterversorgung: Häufig unterlassene Maßnahme, deren Nutzen wissenschaftlich belegt ist. Hieraus resultiert eine Positivempfehlung.
Klug Entscheiden-Empfehlungen der Fachgesellschaften
- DGIM - Klug entscheiden in der Angiologie
- DGIM - Klug entscheiden in der Endokrinologie
- DGIM - Klug entscheiden in der Gastroenterologie
- DGIM - Klug entscheiden in der Geriatrie
- DGIM - Klug entscheiden in der Hämatologie und medizinischen Onkologie
- DGIM - Klug entscheiden in der Infektiologie
- DGIM - Klug entscheiden in der internistischen Intensivmedizin
- DGIM - Klug entscheiden in der Kardiologie
- DGIM - Klug entscheiden in der Nephrologie
- DGIM - Klug entscheiden in der Palliativmedizin
- DGIM - Klug entscheiden in der Pneumologie
- DGIM - Klug entscheiden in der Rheumatologie
Was die Klug-Entscheiden-Empfehlungen nicht sein sollen
- Stellenwert von Klug-Entscheiden-Empfehlungen
- Kein Leitlinienersatz
- Kein Richtliniencharakter
- Kein Ersatz für individuelle Entscheidungen in spezifischen Behandlungssituationen und aufgrund der eigenen ärztlichen Erfahrung
- Kein Vollständigkeitsanspruch
- Keine Eignung für Priorisierungs- oder Rationierungsüberlegungen
Die Klug-Entscheiden-Empfehlungen können durch Kosteneinsparung Ressourcen freisetzen, sie sind aber nicht ökonomisch motiviert, sondern allein dem Ziel verpflichtet, die Versorgungsqualität zu verbessern!