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Choanalatresie

Letzte Aktualisierung: 10.2.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Eine Choanalatresie ist ein angeborener ein- oder beidseitiger Verschluss der hinteren Nasenhöhlenöffnung (Choane). Eine einseitige Atresie bleibt häufig lange asymptomatisch. Da Neugeborene fast ausschließlich durch die Nase atmen, führt eine beidseitige Atresie jedoch bereits unmittelbar nach der Geburt zu einer akuten respiratorischen Insuffizienz mit Dyspnoe und Zyanose. In diesem Fall ist eine Atemwegssicherung durch Intubation erforderlich. Anschließend sollte innerhalb der ersten Lebenstage eine chirurgische Eröffnung angestrebt werden.

Epidemiologietoggle arrow icon

  • Inzidenz: Ca. 1:5.000–1:7.000 Neugeborene
  • Verteilung: Einseitig > beidseitig (ca. 5:1)
  • Geschlecht: > (ca. 2:1)
  • Beschaffenheit
    • Rein knöchern (30%)
    • Knöchern-membranös (70%)
  • Besonderheit: Häufig in Kombination mit anderen Fehlbildungen (siehe: CHARGE-Syndrom)

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Pathophysiologietoggle arrow icon

Symptomatiktoggle arrow icon

  • Einseitige Choanalatresie [1]
    • Ggf. lange asymptomatisch
    • Einseitige eingeschränkte Nasenatmung
    • Chronische Rhinitis mit eitriger Rhinorrhö
  • Beidseitige Choanalatresie [1]

Verlaufs- und Sonderformentoggle arrow icon

CHARGE-Syndrom

Bei Neugeborenen sind v.a. die Choanalatresie und die Herzvitien für lebensbedrohliche Zustände verantwortlich!

CHARGE = Coloboma, Heart Defect, Atretic Choanae, Growth Retardation, Genital/Urinary Malformation, Ear Abnormalities!

Diagnostiktoggle arrow icon

  • Basisdiagnostik
    • Sondierung [1]
    • Ggf. Hauchplatte/Larynxspiegel [1]
  • Erweiterte Diagnostik
    • Nasenendoskopie
    • Schnittbildgebung (CT, MRT) [1]
      • Typischer Befund: Verdickung des dorsalen Vomers und der lateralen Nasenwand auf Höhe der Choane

Therapietoggle arrow icon

Akutmanagement

  • Beidseitige Choanalatresie: Sicherung der Atemwege durch orale Intubation
  • Einseitige Choanalatresie: Beobachtung (i.d.R. keine Akuttherapie notwendig)

Neugeborene mit beidseitiger Choanalatresie müssen unmittelbar postnatal intubiert werden!

Operative Eröffnung

Zeitpunkt [6][7]

  • Beidseitige Choanalatresie: Innerhalb der ersten Lebenstage
  • Einseitige Choanalatresie: Meist im späten Kindesalter

Durchführung [1][2][8][9][10]

  • Transnasale endoskopische Operation (3 mögliche Techniken)
    1. Transnasale Punktion und Erweiterung nach medial und lateral
    2. Lateral gestielter Mukosalappen mit Perforation der Atresieplatte
    3. Septumfenster mit Vomerresektion und Resektion der Atresieplatte
  • Alternativen:
    • Transseptaler Zugang
    • Transpalatinaler Zugang (in Ausnahmefällen)
  • Ggf. weitere Maßnahmen
    • Einmalige lokale Applikation von Mitomycin C 0,4 mg/mL
    • Stent-Einlage (ggf. steroidfreisetzend)

Der Nutzen einer Stent-Einlage zur Vorbeugung einer Restenosierung wird kontrovers diskutiert!

Postoperatives Vorgehen [1]

  • Endonasale Fingerlingstamponade (für eine Nacht)
  • Lokale Applikation entzündungshemmender Medikamente

Aufgrund der kreisförmigen Wundflächen besteht postoperativ eine Schrumpfungstendenz mit einem erhöhten Risiko für eine Re-Stenosierung (in bis zu 55% der Fälle)! [10]

Da Neugeborene mit beidseitiger Choanalatresie ein hohes Aspirationsrisiko haben, sollten sie über eine orogastrale Sonde ernährt werden!

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

  • Q30.-: Angeborene Fehlbildungen der Nase
    • Exklusive: Angeborene Deviation des Nasenseptums (Q67.4)
    • Q30.0: Choanalatresie

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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