Zusammenfassung
Die Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen ist elementar für den Verlauf der Behandlung – Grundvoraussetzung für eine positiv geprägte Beziehung ist eine gelungene Kommunikation. Um diese zu erreichen, ist es wichtig, sich die Grundprinzipien sowie mögliche Schwierigkeiten und Fehlerquellen der Kommunikation bewusst zu machen. Es werden zunächst allgemein Ebenen, Formen und Strukturen der Kommunikation erklärt. Im Anschluss wird die Beziehung im Speziellen erläutert.
Neben einer gelungenen Kommunikation ist es weiterhin wichtig, dass sich beide Seiten der mit ihrer Rolle verknüpften Erwartungen bewusst sind. Es kann jedoch manchmal ein Problem darstellen, diesen Erwartungen gerecht zu werden und sie mit äußeren Gegebenheiten zu vereinbaren. So ist es bspw. für Ärzt:innen mitunter schwierig, die Erwartung, Patient:innen optimal zu versorgen, mit dem gleichzeitig notwendigen wirtschaftlichen Denken zu vereinbaren. Solche nicht oder nur schwer miteinander zu vereinbarenden Erwartungen sowie die allgemeine Tatsache, dass jeder Mensch verschiedene Rollen zu erfüllen hat, können zu Rollenkonflikten führen.
Hinsichtlich der Krankenrolle ist es besonders wichtig, sich den Umgang der Patient:innen mit ihrer Krankheit vor Augen zu führen, da dieser den weiteren Krankheitsverlauf maßgeblich mit beeinflusst. So kann bspw. die Erkrankung für einzelne Patient:innen einen primären oder sekundären Krankheitsgewinn mit sich bringen. Auch die Ursache, die Patient:innen mitunter selbst für ihre Erkrankung sehen, hat Einfluss darauf, wie sie sich im Rahmen der Behandlung verhalten. Nicht zuletzt kann es Patient:innen schwerfallen, mit Ärzt:innen zu kooperieren, wenn sie sich überfordert oder nicht verstanden fühlen.
Abschließend wird in diesem Kapitel auf die besonderen Merkmale des ärztlichen Berufs sowie die an ihn gestellten gesellschaftlichen und rechtlichen Anforderungen eingegangen.
Du möchtest diesen Artikel lieber hören als lesen? Wir haben ihn für dich im Rahmen unserer studentischen AMBOSS-Audio-Reihe im Podcastformat vertont. Den Link findest du am Kapitelende in der Sektion „Tipps & Links“.
Kommunikation und Interaktion
Um möglichst viele Aspekte der Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patient:innen zu verstehen, ist es nützlich, sich mit den Ebenen, Formen und Strukturen der Kommunikation zu beschäftigen. Diese werden im Folgenden zunächst allgemein erklärt, im Anschluss wird die Beziehung im Speziellen beleuchtet.
Die vier Ebenen der Kommunikation
Der Kommunikationswissenschaftler Schulz von Thun definierte vier Ebenen der Kommunikation. Jede Aussage kann unterschiedlich gedeutet und verstanden werden, je nachdem auf welcher der Ebenen sie empfangen wird. Im Folgenden sollen diese Ebenen anhand der beispielhaften Aussage einer Patientin „Ach Herr Doktor, mir geht es heute wieder schlechter“ durchgespielt werden.
Vier Ebenen der Kommunikation nach Schulz von Thun | ||
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Ebene | Erklärung | Beispiel |
Auf der Sachebene wird die sachliche Information der Botschaft vermittelt. | „Mir geht es heute schlechter als gestern.“ | |
Beziehungsebene (Beziehungsbotschaft) | Auf der Beziehungsebene wird vermittelt, wie die beiden Gesprächspartner:innen zueinander stehen. | „Ich denke, dass Sie mir helfen können.“ |
Selbstoffenbarung (Selbstkundgabe) | Auf der Ebene der Selbstoffenbarung gibt die Patientin etwas über sich preis. | „Es bereitet mir Sorgen, dass es mir heute schlechter geht.“ |
Appell | Auf der Ebene des Appells wird eine Erwartung oder Forderung vermittelt. | „Ich möchte, dass Sie mir helfen, mich besser zu fühlen.“ |
Formen der Kommunikation
Es existieren verschiedene Formen der Kommunikation, von denen im Folgenden die wichtigsten beschrieben werden.
Verbale, non-verbale und paraverbale Kommunikation
Wenn wir kommunizieren, tun wir dies auf verschiedene Arten und vermitteln so auf unterschiedlichen Ebenen Informationen.
- Verbale Kommunikation
- Medium: Sprache
- Funktion: Mitteilung des inhaltlichen Aspekts der Botschaft
- Non-verbale Kommunikation: Zum Teil unbewusst und ohne willkürliche Kontrolle
- Medium: Gestik, Mimik, Körperhaltung, Körperkontakt, Blickkontakt
- Funktion: Mitteilung des Beziehungsaspektes zwischen Sender:in und Empfänger:in
- Paraverbale Kommunikation
- Medium: Sprechtempo, Tonhöhe, Lautstärke
- Funktion: Mitteilung des Beziehungsaspektes zwischen Sender:in und Empfänger:in
Persönliche und mediale Kommunikation
- Persönliche Kommunikation: Die Interaktionspartner:innen stehen sich direkt gegenüber
- Mediale Kommunikation: Die Interaktionspartner:innen kommunizieren über ein Medium (z.B. per Telefon oder E-Mail)
Metakommunikation und paradoxe Kommunikation
- Metakommunikation: Kommunikation über eine erfolgte bzw. aktuell stattfindende Kommunikation (wie fühlt man sich in der Beziehung zur Gesprächsperson?)
- Paradoxe Kommunikation: Auf der Inhalts- und Beziehungsebene werden widersprüchliche Aussagen an die empfangende Person gesendet
- Doppelbindung (Doublebind)
- Spezialfall der paradoxen Kommunikation
- Die Situation erscheint ausweglos
- Aufgrund einer Abhängigkeit von der Gesprächsperson kann die Widersprüchlichkeit der Aussagen nicht angesprochen werden
Strukturen der Kommunikation
Im Folgenden werden die verschiedenen Arten beschrieben, wie Kommunikation angeordnet bzw. aufgebaut sein kann. Je nachdem auf welcher hierarchischen Ebene sich die Gesprächspartner:innen jeweils befinden, unterscheidet man zwischen symmetrischer und asymmetrischer Kommunikation. Die vier Formen der Interaktionskontingenz beschreiben die Art, wie sich die Interaktionspartner:innen zueinander verhalten und geben Hinweise auf die Symmetrie der Kommunikation. Je nachdem welche:r der beiden Interaktionspartner:innen den Verlauf des Gesprächs bestimmt, wird weiterhin zwischen direktiver und non-direktiver Kommunikation unterschieden.
Symmetrische vs. asymmetrische Kommunikation
Symmetrische und asymmetrische Kommunikation beschreibt die Hierarchieebenen von Gesprächspartner:innen.
- Symmetrische Kommunikation: Beide Gesprächspartner:innen befinden sich auf gleicher Ebene (z.B. ein Gespräch unter Kolleg:innen)
- Asymmetrische Kommunikation: Die Gesprächspartner:innen befinden sich auf unterschiedlichen Ebenen (z.B. ein Gespräch zwischen einer Ärztin und einem Patienten)
- Merkmale der asymmetrischen Kommunikation
- Übergehen von Fragen: Die ärztliche Seite tut so, als hätte sie die patientenseitigen Fragen nicht gehört
- Adressatenwechsel: Die ärztliche Seite wendet sich an jemand anderen, anstatt auf die patientenseitigen Äußerungen einzugehen
- Themenwechsel: Die ärztliche Seite wechselt das Thema, anstatt auf die patientenseitigen Äußerungen einzugehen
- Beziehungskommentar: Anstatt auf die patientenseitigen Äußerungen sachlich einzugehen, äußert die ärztliche Seite einen Beziehungskommentar
- Mitteilung funktionaler Unsicherheit: Die ärztliche Seite entzieht sich der patientenseitigen Frage, indem mitgeteilt wird, noch nicht über ausreichend Informationen zur Beantwortung zu verfügen
- Ursachen für eine asymmetrische Kommunikation
- Unterschiedlicher sozialer Status
- Unterschiedlicher Kenntnisstand bzgl. des Gesprächsthemas
- Unterschiedliche Machtverhältnisse, bspw. bzgl. der Definitionsmacht und der Steuerungsmacht
- Merkmale der asymmetrischen Kommunikation
Vier Formen der Interaktionskontingenz
Der Begriff „Kontingenz“ wird vielseitig verwendet. In der Psychologie beschreibt er die Häufigkeit oder Wahrscheinlichkeit, mit der bspw. zwei Verhaltensweisen gemeinsam auftreten. Mit dem Begriff Interaktionskontingenz wird beschrieben, inwiefern die Kommunikationspartner:innen an ihren Verhaltensplänen festhalten und ob sie auf ihr Gegenüber eingehen. Die vier Formen der Interaktionskontingenz geben Hinweise auf die Symmetrie in einer Kommunikation.
- Wechselseitige Kontingenz: Die Interaktionspartner:innen gehen aufeinander ein und berücksichtigen sowohl ihre eigenen Bedürfnisse als auch die ihres Gegenübers
- Asymmetrische Kontingenz: Eine der beiden interagierenden Personen hält an ihren Ansichten/Verhaltensplänen fest und geht nicht auf das Bedürfnis des Gegenübers ein
- Pseudokontingenz: Beide Interaktionspartner:innen halten an ihren Ansichten/Verhaltensplänen fest, ohne auf ihr Gegenüber einzugehen
- Reaktive Kontingenz: Die Interaktionspartner:innen gehen so sehr auf ihr Gegenüber ein, dass sie ihre eigenen Ansichten/Verhaltenspläne zeitweise unterordnen
Direktive und non-direktive Gesprächsführung
- Non-direktive Gesprächsführung: Der Gesprächsverlauf wird patientenseitig bestimmt, die ärztliche Seite lenkt den Verlauf nicht in eine bestimmte Richtung
- Anwendungsbereich: Sinnvoll zu Beginn und am Ende der Anamnese, um einen Eindruck über die Gedanken, Sorgen und Wünsche der Patient:innen zu erlangen
- Fragenstil: Insb. offene Fragen
- Fokus: Auf Patient:innen
- Direktive Gesprächsführung: Die ärztliche Seite nimmt Einfluss auf den Gesprächsverlauf und lenkt ihn in eine von ihr erwünschte Richtung
- Anwendungsbereich: Sinnvoll für den restlichen Verlauf der Anamnese, um gezielt an benötigte Informationen zu gelangen
- Fragenstil: Insb. geschlossene Fragen
- Fokus: Auf Ärzt:innen
Basismerkmale hilfreicher Gesprächsführung
Die Art der Gesprächsführung trägt wesentlich zu zwischenmenschlichen Beziehungen bei. Die ersten drei der folgenden Basismerkmale hilfreicher Gesprächsführung gehen aus den Prinzipien der klientenzentrierten, non-direktiven Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers hervor. Transparenz hilft den Patient:innen, das ärztliche Handeln nachzuvollziehen, und verstärkt ihre Kooperationsbereitschaft.
- Empathie: Die ärztliche Seite versucht, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen und dessen Gefühle wiederzugeben
- Wertschätzung: Die ärztliche Seite vermittelt Wertschätzung und Akzeptanz
- Echtheit/Kongruenz: Die ärztliche Seite steht hinter ihren Äußerungen
- Transparenz: Zudem sollte die ärztliche Seite erklären, vor welchem Hintergrund sie ihre Fragen stellt und weshalb sie die von ihr vorgeschlagene Diagnostik und Therapie bevorzugt
Soziokulturelle Schwierigkeiten
Zu den wichtigsten soziokulturellen Schwierigkeiten gehören die unterschiedlichen Sprachstile, die mitunter dazu führen können, dass sich Ärzt:innen und Patient:innen im Gespräch nicht ausreichend verstehen.
- Sprachstile: Die ärztlichen Sprachstile werden auf zwei Ebenen beurteilt
- Fachsprache vs. Alltagssprache
- Fachsprache ist für Laien schwer zu verstehen und sollte daher im Patientengespräch vermieden werden
- Restringierter vs. elaborierter Sprachcode
- Die Schichtzugehörigkeit beeinflusst Wortwahl und Ausdrucksweise (Bernstein-Hypothese)
- Menschen niedriger Bildungsschichten verfügen eher über einen einfachen Sprachcode („restringierter Sprachcode“)
- Menschen höherer Bildungsschichten verfügen eher über einen komplexen Sprachcode („elaborierter Sprachcode“)
- Die ärztliche Seite sollte sich dem Sprachcode ihres Gegenübers anpassen
- Die Schichtzugehörigkeit beeinflusst Wortwahl und Ausdrucksweise (Bernstein-Hypothese)
- Fachsprache vs. Alltagssprache
Merkmale verschiedener Sprachcodes | |
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Restringierter Sprachcode | Elaborierter Sprachcode |
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Problematische Interaktionsmuster
Es existieren verschiedene problematische Interaktionsmuster, die die Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen und den Verlauf der Behandlung negativ beeinflussen können.
- Iatrogene Fixierung: Durch die Art, wie sich die untersuchende Person verhält, fühlt sich die untersuchte Person in ihrer Vermutung bestärkt, tatsächlich körperlich erkrankt zu sein. Dies kann so weit gehen, dass Patient:innen tatsächlich Symptome entwickeln
- Reaktanz: Widerstand gegen den Willen oder die Vorstellungen anderer, ausgelöst durch das Gefühl, in seinem Handlungsspielraum eingeschränkt zu sein
- Kollusion: Problematisches Interaktionsmuster, bei dem zwei Personen unbewusst nach einem gemeinsamen Prinzip handeln, das zu keiner Lösung führt.
- Projektion: An sich selbst nicht akzeptierte Eigenschaften werden fälschlicherweise anderen Menschen zugeordnet.
Vermeidung einer iatrogenen Fixierung
Um einer iatrogenen Fixierung im Rahmen einer psychosomatischen Erkrankung entgegenzuwirken, sollte die behandelnde Person der betroffenen Person signalisieren, dass sie die Beschwerden ernst nimmt. Sie sollte des Weiteren mögliche Zusammenhänge zwischen belastenden Gefühlen und den körperlichen Beschwerden vermitteln und aufzeigen, dass die Beschwerden keine schwerwiegenden Folgen haben werden. Zudem sollte die betroffene Person unabhängig von ihren Beschwerden regelmäßig zum Gespräch einbestellt werden – so kann erreicht werden, dass die Beschwerden vom Arztbesuch entkoppelt werden und die Person erlebt, auch dann ärztliche Zuwendung und Aufmerksamkeit zu erfahren, wenn keine Beschwerden vorliegen.
Übertragung und Gegenübertragung
Zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit ist es hilfreich, sich die Phänomene der Übertragung und Gegenübertragung bewusst zu machen. So kann man eine mitunter unpassende patientenseitige Reaktion besser nachvollziehen und braucht sie nicht persönlich zu nehmen. Auch kann dadurch verhindert werden, dass man selbst Übertragungen auf Patient:innen durchführt. (Siehe auch: Psychotherapeutische Verfahren)
Modelle der Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen
Paternalistisches Modell (traditionelles Modell)
- Heutzutage in den meisten Situationen nicht mehr angemessen
- Patient:in ist an der Entscheidung nicht aktiv beteiligt
- Arzt/Ärztin entscheidet über das weitere Vorgehen
Konsumentenmodell (informatives Modell)
- Annahme: Patient:in hat bereits konkrete Vorstellungen und Wünsche
- Arzt/Ärztin liefert lediglich noch fehlende Informationen
- Patient:in entscheidet über das weitere Vorgehen
Partnerschaftliches Modell (heutzutage favorisiertes Modell)
-
Beide Seiten treffen im Sinne der partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) gemeinsam eine Entscheidung und erarbeiten einen Handlungsplan
- Sie erarbeiten gemeinsam die patientenseitigen Vorstellungen und Wünsche
- Empowerment: Patient:in wird befähigt, an Entscheidungen mitzuwirken und erhält dazu von ärztlicher Seite die notwendigen Informationen
- Arzt/Ärztin teilt Patient:in eigene Empfehlung mit
- Patient:in entscheidet auf dieser Grundlage über das weitere Vorgehen
- Selbstmanagement: Patient:in erlangt die nötige Kompetenz und ist so in der Lage, mit Erkrankung eigenständig umzugehen
Studienergebnisse besagen, dass das Informationsbedürfnis bei den meisten Patient:innen sehr hoch ist. Dennoch sollten sie im Vorfeld immer gefragt werden, wie sehr sie in die Entscheidungsfindung einbezogen werden wollen und wie groß ihr Informationsbedürfnis ist, da es diesbezüglich große Unterschiede zwischen den Patient:innen gibt!
Patientenaufklärung
Eine Patientenaufklärung erfolgt bei fast jedem Kontakt und ist essenziell für eine gute Beziehung. Ärzt:innen unterliegen einer Aufklärungspflicht: Im Rahmen der Behandlung klären sie die Patient:innen über Diagnose, erforderliche Diagnostik, prognostischen Verlauf und Therapie auf. Wird im Rahmen der Aufklärung das patientenseitige Einverständnis – etwa zu einem medizinischen Eingriff – benötigt, muss dies schriftlich festgehalten werden. Es sollten folgende Punkte im Rahmen der Patientenaufklärung beachtet werden:
- Genug Zeit einplanen
- Patientenseitiges Vorwissen und Informationsbedürfnis berücksichtigen
- Zu Rückfragen und dem Mitteilen von Gefühlen ermutigen
- Hoffnung vermitteln
- Vermittelte Informationen durch Patient:in zusammenfassen lassen
Die ärztliche Rolle
Normen der ärztlichen Rolle
Die ärztliche Rolle ist, wie jede andere Rolle auch, mit bestimmten Erwartungen verknüpft. Der amerikanische Soziologe Talcott Parsons fasste 1951 folgende Erwartungen an den ärztlichen Beruf zusammen:
- Funktionale Spezifität
- Greift nur soweit ein, wie es Profession vorsieht
- Überschreitet nicht die eigenen fachlichen Kompetenzen, agiert also nicht in anderen ärztlichen oder in nicht-ärztlichen Fachgebieten
- Nutzt Rolle nicht aus
- Affektive Neutralität
- Stellt eigene Emotionen gegenüber Patient:innen zurück
- Notwendig für den angemessenen Umgang mit Patient:innen, die innerlich Widerwillen oder zu starke Sympathie hervorrufen
- Universalismus: Behandelt alle Menschen gleich und macht bspw. keine Unterschiede zwischen Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft oder Religion
- Kollektivitätsorientierung: Handelt vorrangig im Sinne der Allgemeinheit und denkt erst danach an eigenen persönlichen Nutzen
- Kompetenz: Setzt fachliche Kompetenz gemäß der Aufgaben (Diagnostik und Therapie) ein
Belastungen des ärztlichen Berufs
Die spezifischen Eigenschaften des ärztlichen Berufs führen zu einer Reihe von psychischen und körperlichen Belastungen. Auf der anderen Seite können Ärzt:innen Rollenkonflikten ausgesetzt sein, die auch außerhalb dieses Berufsfeldes in jeder anderen sozialen Situation bestehen können.
Psychische Belastungen |
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Körperliche Belastungen |
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Rollenkonflikte
Jede soziale Rolle ist mit bestimmten Erwartungen verknüpft. Der Versuch, diese Erwartungen zu erfüllen, ist zum Teil mit Konflikten verbunden.
- Intrarollenkonflikt
- Definition
- Konflikt innerhalb einer Rolle
- An die ärztliche Rolle werden unterschiedliche Erwartungen gestellt, die mitunter schwer miteinander zu vereinbaren sind
- Rollensektor: Erwartungen ausgehend von einer Bezugsgruppe
- Beispiel: Die Patientin von ihrem Arzt die bestmögliche Behandlung. Durch die Vorgaben des Gesundheitssystems ist der Arzt jedoch dazu angehalten, möglichst Kosten zu sparen.
- Definition
- Interrollenkonflikt
- Definition: Konflikt zwischen zwei unterschiedlichen Rollen, die ein Individuum gleichzeitig innehat
- Beispiel: Eine Ärztin hat neben ihrer Rolle als Ärztin auch andere Rollen (z.B. Mutter), die mitunter schwer miteinander zu vereinbaren sind
- Rollenabweichung
- Definition: Die Handlungen einer Person entsprechen nicht den Rollenerwartungen
- Beispiel: Ein Arzt, der sich sehr umgangssprachlich ausdrückt
- Rollendistanz
- Definition: Die rollentragende Person hinterfragt ihre Rolle mit dem Ziel, die entsprechenden Rollenerwartungen mit den eigenen Bedürfnissen vereinbaren zu können
- Beispiel: Eine Ärztin hat das Bedürfnis, ihre Patientin optimal zu versorgen, muss jedoch auch die Kosten im Blick behalten. Dies kann dazu führen, dass sie ihre Rolle hinterfragt.
- Soziale Sanktion
- Definition: Positive oder negative Reaktion auf eine Rollenerwartung
- Beispiel: Ein Patient sucht sich ein anderes Krankenhaus, weil er unzufrieden mit seiner Behandlung war
Akzeptanz einer Rolle
- Rollenidentifikation
- Die rollentragende Person identifiziert sich mit ihrer Rolle
- Die an die Rolle geknüpften Erwartungen entsprechen den persönlichen Bedürfnissen der rollentragenden Person
- Rollenkonformität
- Die rollentragende Person erfüllt die Erwartungen an ihre Rolle
Burnout-Syndrom
Das Burnout-Syndrom ist gekennzeichnet durch einen anhaltenden Erschöpfungszustand, der sich über alle Lebensbereiche erstreckt (Beruf, Familie, Freizeit). Es entsteht, wenn Menschen über einen langen Zeitraum zu hohen Belastungen ausgesetzt sind. Die Betroffenen fühlen sich überfordert, entwickeln eine negative Einstellung, sind häufig gereizt oder haben Schuldgefühle. Auch verlieren sie oft das Einfühlungsvermögen ihren Mitmenschen gegenüber. Bezogen auf die Symptome kann sich das Burnout-Syndrom ähnlich darstellen wie eine Depression, es handelt sich aber trotzdem um ein eigenes, jedoch nicht nach ICD-10 anerkanntes Krankheitsbild.
Helfersyndrom
Viele Menschen in sozialen Berufen haben ein großes Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen. Indem sie anderen Menschen helfen, erleben sie ein Gefühl der Stärke, übersehen dadurch aber oft ihre eigene Hilfsbedürftigkeit.
Möglichkeiten zur Erhaltung der Gesundheit im Arztberuf
Folgende Beratungsangebote ermöglichen es Ärzt:innen, mit Schwierigkeiten und Problemen bei der Arbeit besser umzugehen:
- Supervision
- Definition: Individuelle Beratung oder Gruppenberatung durch ausgebildete Supervisor:innen, um die Effektivität der Arbeit zu verbessern
- Ziel: Verbesserung von Diagnostik und Therapie
- Balint-Gruppe
- Definition: Unter einer ausgebildeten Balint-Gruppen-Leitung tauscht sich eine Gruppe von Ärzt:innen über problematische Fälle aus und sucht nach entsprechenden Lösungen
- Ziel: Verbesserung der Beziehung bzw. Interaktion zwischen Ärzt:innen und Patient:innen
Die Krankenrolle
Merkmale der Krankenrolle
Der amerikanische Soziologe Talcott Parsons definierte neben den Normen der ärztlichen Rolle auch die folgenden Merkmale der Krankenrolle:
- Entbindung von Rollenverpflichtungen: Erkrankte sind von sozialen Rollenerwartungen freigestellt (z.B. von ihrer Arbeit und Haushaltstätigkeiten)
- Bemühungen um Wiederherstellung der Gesundheit: Es wird von der Gesellschaft erwartet, dass Erkrankte schnellstmöglich gesunden und ihre Rolle in der Gesellschaft wieder einnehmen
- Verpflichtung zur Kooperation mit Ärzt:innen: Es wird von der Gesellschaft erwartet, dass Erkrankte mit ihren Ärzt:innen kooperieren und sich an ihre Anweisungen halten
Umgang der Patient:innen mit ihrer Krankheit
Krankheitsgewinn
Die Erkrankung kann für die betroffene Person in gewisser Hinsicht auch einen Gewinn darstellen. Man unterscheidet hierbei zwischen primärem Krankheitsgewinn und sekundärem Krankheitsgewinn.
Subjektive Krankheitstheorien
Patient:innen haben häufig eigene Gedanken dazu, woher ihre Beschwerden oder ihre Erkrankung kommen bzw. aus welchem Grund sie erkrankt sind. Dies bezeichnet man als subjektive Krankheitstheorie. Die zumeist retrospektiv ermittelten Daten hierzu sind jedoch nicht verlässlich, da sich aus diesen keine Kausalzusammenhänge nachweisen lassen. Für Ärzt:innen ist es wichtig, die subjektiven Krankheitstheorien zu erfragen und mit den Patient:innen zu besprechen, da sie sich mitunter stark auf Krankheitsbewältigung und -verlauf auswirken. Zu beachten sind dabei im Verlauf folgende Ebenen:
- Kooperationsbereitschaft: Die erkrankte Person wird nur dann den ärztlichen Empfehlungen nachkommen, wenn sie sie im Sinne ihrer eigenen Krankheitstheorie für sinnvoll erachtet
- Emotionales Befinden: Wenn die erkrankte Person etwa der Ansicht ist, eine Mitschuld an ihrer Erkrankung zu tragen und diese bspw. als Strafe empfindet, beeinflusst dies maßgeblich ihr emotionales Befinden und somit auch den weiteren Heilungsprozess
- Berufliche Wiedereingliederung: Ob eine Person nach der Gesundung wieder in das Berufsleben zurückkehrt, hängt zu einem großen Teil davon ab, wie sie selbst ihre Prognose diesbezüglich eingeschätzt hat
- Krankheitsbewältigung
- Handlungsbezogen
- Kognitionsbezogen
- Emotionsbezogen
Kausalattribution
Der Begriff „Kausalattribution“ bedeutet übersetzt Ursachenzuschreibung. So schreiben Menschen bspw. negativen, aber auch positiven Ereignissen häufig Ursachen zu. Die Ursachen können dabei in drei verschiedene „Kausaldimensionen“ unterteilt werden.
Übersicht der drei verschiedenen Kausaldimensionen | |
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1. Ort der Ursache | |
Internal | Eine Person sieht die Ursache bei sich selbst. |
External | Eine Person führt ihre Beschwerden auf externe Auslöser zurück. |
2. Stabilität der Ursache | |
Variabel | Eine Person sieht die Ursache ihrer Beschwerden als veränderbar an. |
Stabil | Eine Person sieht die Ursache ihrer Beschwerden als unveränderbar an. |
3. Ausmaß der Ursachenzuschreibung | |
Spezifisch | Die Ursache gilt nur für einen spezifischen Bereich (bspw. nur auf der Arbeit, aber nicht im privaten Umfeld). |
Global | Eine Person sieht die Ursache ihrer Beschwerden als generellen Auslöser für ihre Probleme. |
Menschen neigen dazu, ihr eigenes Fehlverhalten eher äußeren Umständen zuzuschreiben, das Fehlverhalten anderer jedoch eher auf deren Persönlichkeit zurückzuführen. Dies wird als fundamentaler Attributionsfehler bezeichnet!
Einfluss der Kausalattributionen auf den Krankheitsverlauf
Die Ursachenwahrnehmung wirkt sich auch darauf aus, welche Lösungsmöglichkeiten eine betroffene Person für ihre Erkrankung sieht. Somit beeinflusst die Art der Kausalattribution die jeweilige subjektive Krankheitstheorie. Sieht eine Person in diesem Rahmen die Ursache ihrer Erkrankungen eher bei sich selbst, hat sie das Gefühl, auch auf den weiteren Krankheitsverlauf Einfluss haben zu können. So kann z.B. ein Patient, der über viele Jahre stark geraucht und einen Herzinfarkt erlitten hat, erkennen, dass sein Nicotinkonsum dafür zum Teil ursächlich ist und er durch die Aufgabe des Rauchens den weiteren Verlauf positiv beeinflussen kann. Die Ursache negativer Ereignisse bei sich selbst zu sehen, kann aber auch negative Auswirkungen haben. Wenn eine Patientin z.B. an einem Gehirntumor erkrankt und daran „keine Mitschuld trägt“, wäre es für ihr emotionales Erleben nicht förderlich, wenn sie dennoch die Ursache dieser Erkrankung bei sich selbst sieht und den Krebs etwa als Bestrafung für ein Vergehen deutet.
Depression
Depressiv Erkrankte neigen typischerweise zu einer internal-global-stabilen Kausalattribution. So sehen sie die Ursache für jeden erdenklichen Misserfolg („global“) bei sich selbst („internal“) und betrachten dies als unveränderbare Tatsache („stabil“). Dies führt bspw. zu folgender Annahme: „Ich bin einfach auf jedem Gebiet ein Versager. Das wird sich auch nicht ändern.“
Kontrollüberzeugung
Während die Kausalattribution beschreibt, wo Patient:innen die Ursache ihrer Erkrankung sehen, spiegelt die Kontrollüberzeugung die Ansicht der Patient:innen wider, durch wen oder was ihre Beschwerden beeinflusst werden können. Hierbei werden drei Dimensionen unterschieden.
- Internale Kontrollüberzeugung: Patient:in glaubt, die Beschwerden und den Krankheitsverlauf selbst beeinflussen zu können
- Sozial-externale Kontrollüberzeugung: Patient:in glaubt, andere Menschen (z.B. Ärzt:innen) könnten die Beschwerden und den Krankheitsverlauf beeinflussen
- External-fatalistische Kontrollüberzeugung: Patient:in glaubt, abstrakte Faktoren wie Schicksal oder Zufall bestimmen die Beschwerden und den Krankheitsverlauf
Umgang der Patient:innen mit Schmerzen
Im Rahmen von Erkrankungen treten häufig Schmerzen auf. Der richtige Umgang mit ihnen ist wichtig, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Schmerzen chronifizieren. Man unterscheidet eine Reihe von Chronifizierungsfaktoren, von denen im Folgenden eine Auswahl der psychosozialen Faktoren genauer vorgestellt wird. Weitere wichtige Faktoren sind bspw. iatrogene Faktoren und soziodemografische Faktoren.
- Chronifizierungsfaktoren von Schmerzen
- Dauerhafte berufliche oder soziale Belastungen
- Psychiatrische Begleiterkrankungen
- Kognitive Faktoren
- Unterdrückende Kognitionen: Der Schmerz wird nicht zugelassen und unterdrückt
- Katastrophisieren: Der Schmerz wird als etwas Bedrohliches und Gefährliches gedeutet
- Behaviorale Faktoren
- Durchhalteverhalten: Trotz Schmerzen keine Einschränkung im beruflichen und privaten Alltag, bspw. nimmt eine Patientin trotz starker Rückenschmerzen an einem Sportkurs teil
- Vermeidungsverhalten: Körperliche und/oder soziale Aktivitäten werden schmerzbedingt vermieden, bspw. schont sich ein Patient, weil er befürchtet, dass körperliche Betätigung seine Rückenschmerzen verstärken könnte (Angst-Vermeidungsstrategie)
- Krankheitsgewinn
- Primärer Krankheitsgewinn: Der Schmerz hilft den Betroffenen, sich nicht mit bestehenden psychischen Problemen auseinandersetzen zu müssen
- Sekundärer Krankheitsgewinn: Die Betroffenen erhalten aufgrund der Schmerzen Vorteile
Kommunikation und Kooperation
Mitarbeit der Patient:innen
Im Rahmen von Diagnostik und Therapie ist es wichtig, dass Patient:innen mit ihren Ärzt:innen kooperieren – dies sollten sie jedoch nicht bedingungslos tun. So kann es mitunter hilfreich sein, wenn Patient:innen die ärztlichen Handlungen sinnvoll infrage stellen.
- Therapieadhärenz: Einhalten gemeinsam vereinbarter Therapieempfehlungen im Rahmen einer intakten Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen
- Compliance: Einseitiges Befolgen ärztlicher Ratschläge/Anordnungen durch die Patient:innen
- Non-Compliance: Mangelndes einseitiges Befolgen ärztlicher Ratschläge/Anordnungen durch die Patient:innen
- Intelligente Non-Compliance: Besteht, wenn Patient:innen den ärztlichen Rat aus guten Gründen anzweifeln bzw. diesem nicht nachkommen
Während der zwar häufig verwendete, aber eher als veraltet geltende Begriff „Compliance“ das einseitige Einhalten von Therapieempfehlungen durch die Patient:innen beschreibt, entspricht der Begriff „Adhärenz“ dem aktuelleren Konzept einer wechselseitigen Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen!
Einflussfaktoren auf die Compliance bzw. Therapieadhärenz
- Art der Erkrankung (Erkrankungen mit geringer Symptombelastung wirken sich bspw. eher negativ aus)
- Art der Behandlung (ein komplexer Behandlungsplan wirkt sich bspw. eher negativ aus, eine Schulung dagegen eher positiv)
- Art der Beziehung zwischen Arzt/Ärztin und Patient:in (unverständliche Erklärungen oder Zeitdruck wirken sich bspw. eher negativ aus)
- Eigenschaften der Patient:innen (große Angst vor Nebenwirkungen wirkt sich bspw. eher negativ aus)
Simulation, Dissimulation und Aggravation
Mit diesen drei Begriffen wird beschrieben, wie bzw. in welchem Umfang Beschwerden geäußert werden.
- Simulation: Beschwerden werden vorgetäuscht
- Dissimulation: Beschwerden werden geleugnet oder heruntergespielt
- Aggravation: Beschwerden werden schlimmer dargestellt, als sie in Wirklichkeit sind
Besondere Merkmale des ärztlichen Berufes
Neben den verschiedenen Rollenbildern und Interaktionen zwischen Ärzt:innen und Patient:innen gibt es auch gesellschaftliche und rechtliche Anforderungen an den ärztlichen Beruf. Diese werden nicht nur vom Gesetzgeber, sondern auch von Gremien wie der Ärztekammer gestellt. Auch die Organisationsform der ärztlichen Arbeit kann besondere Herausforderungen mit sich bringen. Im Folgenden werden die soziologischen Merkmale einer Profession (= Beruf, Gewerbe) sowie die spezifischen Merkmale der Professionalisierung des ärztlichen Berufes erläutert.
Soziologische Merkmale einer Profession
- Expertenwissen: Wird erlangt durch wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen und deren Weitergabe an nachfolgende Generationen
- Berufliche Autonomie: Selbstständige Festlegung der wissenschaftlich akzeptablen Praktiken
- Kollegiale Eigenkontrolle: Eigenständige Kontrolle der Arbeit, z.B. durch ärztliche Berufsgerichte
- Monopolartiges Leistungsangebot: Angebot von Leistungen durch nur eine Instanz
Merkmale der Professionalisierung des ärztlichen Berufes
- Ausbildung und Berufszulassung
- Einheitliche akademische Berufsausbildung und Erwerb berufsspezifischer Kompetenzen
- Staatliche geregelte Berufszulassung durch Bundesärzteordnung (BÄO) bzw. Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO)
- Geschützte Berufsbezeichnung als „Arzt/Ärztin“
- Zusammenschluss zu berufspolitischen Organisationen
- Ärztekammern: Es ist die Pflicht aller Ärzt:innen, Mitglied in der für sie jeweils zuständigen regionalen Ärztekammer zu sein
- Kassenärztliche Vereinigung: Es ist die Pflicht aller niedergelassenen Ärzt:innen, Mitglied der Kassenärztlichen Vereinigung zu sein und einen Vertragsarztsitz zu erlangen, sofern gesetzlich versicherte Patient:innen im Rahmen der Niederlassung behandelt werden
- Für weitere Informationen zu den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung und Ärztekammer im Vergleich siehe: Gesundheitssystem in Deutschland
- Berufsordnung: Beschluss durch Landesärztekammern, orientiert sich an (Muster‑)Berufsordnung der Bundesärztekammer
- Ärztliche Berufsethik
- Beruht auf dem Hippokratischen Eid
- Allgemeine Handlungsnormen, die alle Ärzt:innen zu befolgen haben
- Bei Nicht-Befolgung drohen Sanktionen bis hin zum Entzug der Approbation
- Spezialisierung
- Im Rahmen der Spezialisierung besteht für Ärzt:innen die Möglichkeit, sich nach der allgemeinen Ausbildung im Studium für Fachbereiche bzw. Schwerpunkte zu spezialisieren
- Dadurch werden Facharztbezeichnungen bzw. Schwerpunktbezeichnungen erlangt
Entprofessionalisierungstendenzen
In den letzten Jahren zeigten sich zunehmend Entprofessionalisierungstendenzen des ärztlichen Berufes. Die Charakteristika der Professionalisierung sind dadurch immer schwächer ausgeprägt.
- Gründe für die Entprofessionalisierung
- Arbeitsteilung mit anderen Berufsgruppen und zunehmende Privatisierung von Krankenhäusern
- Verbesserte Zugänglichkeit medizinischer Informationen
- Zunehmende öffentliche Kontrolle durch vermehrte wirtschaftliche und ethische Fragestellungen
- Zunehmende Spezialisierung und Komplexität der Sachverhalte
- Vertrauensverlust in der Gesellschaft gegenüber Ärzt:innen
Wiederholungsfragen zum Kapitel Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen
Kommunikation und Interaktion
Was versteht man unter den vier Ebenen der Kommunikation?
Was ist der Unterschied zwischen non-verbaler Kommunikation und paraverbaler Kommunikation?
Was bedeutet Metakommunikation?
Wodurch entsteht eine asymmetrische Kommunikation?
Welche Art der Gesprächsführung sollten Ärzt:innen zu Beginn der Anamnese anwenden?
Weshalb sind die Basismerkmale der klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Rogers so wichtig?
Was bedeutet iatrogene Fixierung und wie kann sie vermieden werden?
Modelle der Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen
Worauf beruht das heutzutage nicht mehr angemessene paternalistische Modell?
Welche zwei anderen Modelle gibt es noch?
Was bedeutet Shared Decision Making?
Wie funktioniert Empowerment?
Die ärztliche Rolle
Funktionale Spezifität ist eine der fünf Verhaltenserwartungen an die ärztliche Rolle nach Parsons.Was versteht man darunter?
Welches sind die anderen vier Verhaltenserwartungen gemäß der ärztlichen Rolle nach Parsons?
Was ist der Unterschied zwischen einem Interrollenkonflikt und einem Intrarollenkonflikt?
Was wird in einer Balint-Gruppe gemacht?
Die Krankenrolle
Was versteht man unter der subjektiven Krankheitstheorie?
Was bedeutet Kausalattribution?
Welche drei Dimensionen der Kausalattribution unterscheidet man?
Zu welcher Art von Kausalattribution neigen depressive Menschen?
Was versteht man unter Kontrollüberzeugung?
Wie nennt man die Überzeugung eines Patienten, seine Beschwerden und den Krankheitsverlauf selbst beeinflussen zu können?
Wie nennt man bei Patient:innen die Überzeugung, die Beschwerden und den Krankheitsverlauf selbst beeinflussen zu können?
Beschreibe die Bedeutung von Compliance in Abgrenzung zur Adhärenz.
Inwiefern beeinflusst die Qualität der Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen die Adhärenz?
Was ist der Unterschied zwischen Simulation und Dissimulation?
Studientelegramme zum Thema
- HOMe Studientelegramme Innere Medizin
- Studientelegramm 259-2023-1/3: ArztKI-Patienten-Kommunikation?
- One-Minute Telegram (aus unserer englischsprachigen Redaktion)
- One-Minute Telegram 65-2022-3/3: Misunderstanding of medical jargon in the general population
- One-Minute Telegram 52-2022-1/3: Mistreatment and discrimination contribute to physician burnout.
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