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Otosklerose

Letzte Aktualisierung: 26.11.2024

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Otosklerose ist i.d.R. eine zunehmende Sklerosierung des knöchernen Labyrinths. Sie führt zu einer Fixierung der Steigbügelplatte am ovalen Fenster (Stapesankylose). Es resultiert eine zunehmende Schallleitungsschwerhörigkeit durch Verminderung der Schwingungsfähigkeit der Gehörknöchelchen. Häufig erkrankt im Verlauf auch das zweite Ohr. Unbehandelt führt die Erkrankung langsam progredient zu einer hochgradigen Schwerhörigkeit. Therapie der Wahl ist ein Ersatz des oberen Teils des Steigbügels durch eine Prothese (Stapedotomie).

Epidemiologietoggle arrow icon

  • Geschlecht: > (2:1)
  • Alter: Häufigkeitsgipfel 20.–40. Lebensjahr
  • Prävalenz: 0,3–0,4%
  • Inzidenz: Klinisch 8–12 Fälle/100.000 Einwohner/Jahr
  • Selten bei Menschen mit afrikanischen oder asiatischen Vorfahren sowie American Indians

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

Pathophysiologietoggle arrow icon

  • Gesteigerte Knochenabbau- und Knochenumbauprozesse des Labyrinths, sog. „Remodelling“ [5]
  • Vorkommen
    • Am Vorderrand des ovalen Fensters / der Stapesfußplatte (80%)
    • Im runden Fenster (30%)
    • In der perikochleären Region (19%)
    • Anterior des inneren Gehörgangs (21%)

Symptomatiktoggle arrow icon

  • Zunehmende Schwerhörigkeit
    • Bei Lärm wird teilweise besser gehört = Paracusis Willisii
    • Trotz Schwerhörigkeit wird oft auffallend leise gesprochen
  • Tinnitus bei etwa 50%
  • Keine Ohrenschmerzen
  • Im Verlauf bei 70% zweites Ohr betroffen
  • Selten Schwindel

Die Symptome nehmen bei hormonellen Umstellungen während oder nach der Schwangerschaft zu!

Diagnostiktoggle arrow icon

Therapietoggle arrow icon

  • Das Fortschreiten der Otosklerose lässt sich durch eine konservative Therapie nicht entscheidend beeinflussen
  • Hörgeräteversorgung einleiten

Operationsverfahren [6][7]

  • Stapeschirurgie: Der Steigbügel wird teilweise (Stapedotomie) oder vollständig (Stapedektomie) durch eine Prothese ersetzt

OP-Indikationen

Operatives Vorgehen

  1. Lagerung: Rückenlage mit zur Seite gedrehtem Kopf
  2. Endauraler Zugangsweg durch Anlage eines tympanomeatalen Hautlappens
  3. Eröffnung der Paukenhöhle im hinteren oberen Quadranten unter Schonung der Chorda tympani
  4. Darstellung der Nische des ovalen Fensters
  5. Testen der Stapesfixation durch leichtes Berühren des langen Ambossschenkels
  6. Ausmessen der Prothesenlänge
  7. Lösung des Amboss-Stapes-Gelenks, Durchtrennung der Stapediussehne und Frakturierung/Entnahme der beiden Steigbügelschenkel
  8. Perforation der Stapesfußplatte, ggf mit dem CO2-Laser, zur Eröffnung des Vestibulums und im Falle der Stapedektomie Extraktion der Fußplatte
  9. Einbringen der Stapesprothese
    • Ankopplung am langen Ambossschenkel
    • Eintauchen der Prothese ins Vestibulum für maximal 0,2 mm
    • Periprothetische Abdichtung des Fensters zum Vestibulum mit Bindegewebe
  10. Rückverlagerung des tympanomeatalen Lappens, Einlage von Silikonfolie und Gehörgangstamponade

Komplikationen

Vorgehen bei postoperativen Komplikationen

Postoperative Nachbehandlung

  • Bettruhe am OP-Tag
  • Knochenleitungskontrolle am ersten postoperativen Tag
  • Gehörgangstamponade meist für eine Woche
  • Schnäuzverbot für mind. eine Woche sowie Sportverbot für 3 Wochen

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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