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Erkrankungen durch Metalle

Last updated: 12.10.2020

Abstract

Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Chrom oder Cadmium können bei Aufnahme in den menschlichen Organismus zu verschiedensten Schädigungen führen - zu unterscheiden sind dabei meist akute Symptome (z.B. lokale Reizung, Gastroenteritis, Pneumonie) von langfristigen Folgen (z.B. Terato- oder Kanzerogenität, ZNS- oder Nierenschädigung). Viele Metalle finden Verwendung in der Industrie und besitzen so einen Stellenwert als Ursache von Berufskrankheiten, können aber auch über das Trinkwasser (z.B. Arsen, Blei) oder über die Aufnahme kontaminierter Nahrungsmittel (Quecksilber in Fischen) in den Körper gelangen.

Allgemein

  • Schwermetalle: Eine chronische Belastung mit Schwermetallen führt generell häufig zu Nerven- und Nierenschädigungen
  • Metalldampffieber (Gießfieber)
    • Akute Beschwerden durch Inhalation von metallhaltigen Aerosolen (v.a. Kupfer und Zink)
    • Grippeartige Symptome
    • Folgenloses Abklingen
  • Therapie: D-Penicillamin kann als Chelatbildner Metalle binden und daher bei einigen Metall-Vergiftungen eingesetzt werden. Alternativ bietet sich der Chelatbildner Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS) an
  • Chronische Erkrankungen durch Inhalation von metallischen Stäuben: Siehe Pneumokoniosen

Übersicht über die wichtigsten Erkrankungen durch Metalle

Stigmata Diagnostik Weitere wichtige Fakten
Arsen
  • Nachweis im Urin
Blei
  • Blauschwarzer Zahnfleischsaum sowie blasse, graugelbe Verfärbung der Haut ("Bleikolorit")
Cadmium
  • Gelbliche Zahnhälse
Chrom
  • Kontaktekzeme
  • Nachweis im Urin oder Blut
Quecksilber
  • Blauviolette Verfärbung des Zahnfleischrandes
Thallium
  • Nachweis im Urin oder Blut
Vanadium
  • Grünschwarze Verfärbung der Zunge
  • Nachweis im Urin oder Blut

Arsen (Halbmetall)

Blei

"ABCDEF - Anämie, Basophile Tüpfelung, Colorit, Darmkolik, Enzephalopathie (Neurotoxisch), Fallhand (Radialis-Lähmung)"

Cadmium

Chrom

  • Vorkommen: Galvanotechnik ("Verchromen"), Farbstoffherstellung, Glasindustrie, Gerberei (Lederherstellung) , Baustoffe (Kaliumdichromat in Zement → "Maurerkrätze")
  • Wirkung: Ätzend, allergen
  • Klinik
  • Diagnostik: Urin oder Blut
  • Folgen chronischer Exposition

Mangan

  • Vorkommen: Metallindustrie, Elektroschweißen
  • Folgen
  • Da Mangan zu den essentiellen Spurenelementen gehört, ist eine geringe Aufnahme für den Körper notwendig (dies gelingt aber auch ohne besondere Ernährungsmaßnahmen)

Nickel

Platin

  • Vorkommen: Schmuck, Fahrzeugkatalysatoren
  • Folgen
    • Obstruktive Atemwegserkrankungen (Soforttyp-Allergie)
    • Nephrotoxizität u.a.

Quecksilber

Thallium

Vanadium (Vanadiumpentoxid)

Aluminium

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2021

  • T56.-: Toxische Wirkung von Metallen
    • Inklusive: Metalle jeder Herkunft, ausgenommen medizinische Substanzen, Metallrauch und -dämpfe
    • Exklusive: Arsen und dessen Verbindungen (T57.0) Mangan und dessen Verbindungen (T57.2)
    • T56.0: Blei und dessen Verbindungen
    • T56.1: Quecksilber und dessen Verbindungen
    • T56.2: Chrom und dessen Verbindungen
    • T56.3: Kadmium und dessen Verbindungen
    • T56.4: Kupfer und dessen Verbindungen
    • T56.5: Zink und dessen Verbindungen
    • T56.6: Zinn und dessen Verbindungen
    • T56.7: Beryllium und dessen Verbindungen
    • T56.8: Sonstige Metalle
    • T56.9: Metall, nicht näher bezeichnet
  • T57.-: Toxische Wirkung von sonstigen anorganischen Substanzen
    • T57.0: Arsen und dessen Verbindungen

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

Quellen

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Nowak: Arbeitsmedizin und klinische Umweltmedizin. 2. Auflage Urban & Fischer 2010, ISBN: 3-437-41169-1 .
  3. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012 .
  4. Höger: Kinderdermatologie. 1. Auflage Schattauer 2005, ISBN: 3-794-52221-4 .
  5. Altmeyer et al.: Enzyklopädie Dermatologie, Allergologie und Umweltmedizin. 2. Auflage Springer 2010, ISBN: 978-3-540-89542-8 .
  6. Bork, Bräuninger: Hautkrankheiten in der Praxis: Diagnostik und Therapie. 3. Auflage Schattauer 2004, ISBN: 978-3-794-52321-4 .