Praxisguide Allgemeinmedizin: Schilddrüsenknoten als Zufallsbefund in der Bildgebung
Initiales Vorgehen
- Ziele
- Prognostisch relevante Malignome und dekompensierte Autonomien erkennen
- Überdiagnostik/-therapie vermeiden
- Gezielte Anamnese
- Beschwerden (Schluckstörungen, Heiserkeit, Dyspnoe)
- Schilddrüsenkarzinome in der Familie
- Labor: TSH
- Aufklärung: Verlauf meist gutartig, keine weitere Diagnostik/Therapie nötig
Meist besteht kein Krankheitswert!
Warnzeichen
- Hinweise auf erhöhtes Malignomrisiko
- Positive Familienanamnese
- MEN 2
- Z.n. Bestrahlung im Halsbereich
- Lokale Symptome: Schmerzen, Dyspnoe, Dysphagie, Heiserkeit
- B-Symptomatik
- Sonografisch: Solide echoarme Knoten, Mikrokalzifikationen, intranoduläre Vaskularisation, unscharfe Randbegrenzung, fehlendes Halo-Zeichen
- Hinweise auf dekompensierte Autonomie
Wichtige Ursachen
- Gutartige Tumoren (Adenome, Hyperplasien, ektopes Gewebe)
- Entzündliche Veränderungen
- Malignome
Prognostisch relevante Schilddrüsenkarzinome sind sehr selten!
Weiteres Prozedere
- Bei Malignitätsverdacht: Überweisung
- Bei sonografisch geringem Malignitätsverdacht: Einmalige Kontroll-Sono nach 3–5 Jahren
- Bei fehlenden Warnzeichen und normalem TSH: Keine weitere Diagnostik/Therapie
- Bei Hinweisen auf dekompensierte Autonomie
- Weitere Labordiagnostik: fT3, fT4, Anti-Schilddrüsen-Antikörper
- Überweisung zur Szintigrafie
- Ggf. endokrinologische Mitbetreuung
Eine weitere Abklärung ist nur bei konkreten Hinweisen auf ein Malignom oder eine dekompensierte Autonomie sinnvoll!
Siehe hierzu auch die DEGAM-Leitlinie „Schilddrüsenknoten“ (Kurzversion) [2]