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Anal- und Rektumprolaps

Last updated: 18.10.2019

Abstract

Der Analprolaps bezeichnet eine Vorstülpung der Schleimhaut des Analkanals vor den Schließmuskel. Dies entsteht häufig auf Grundlage von ausgeprägten Hämorrhoiden. Differentialdiagnostisch abzugrenzen ist der Rektumprolaps, bei dem es sich um einen Vorfall aller Wandschichten des Rektums handelt, der häufig durch eine Schwäche des Beckenbodens und Obstipationen bedingt ist. Die Abgrenzung erfolgt über die Fältelung der vorgefallenen Struktur: der Analprolaps zeigt radiäre Schleimhautfalten, der Rektumprolaps zeigt zirkuläre Schleimhautfalten. Therapeutisch steht initial die konservative Therapie (abschwellende Maßnahmen, Analgesie, Reposition) im Vordergrund, zur dauerhaften Therapie ist häufig eine chirurgische Therapie notwendig.

Definition

Epidemiologie

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Analprolaps

Rektumprolaps

Im Senium:

Bei Kleinkindern:

Symptome/Klinik

Gemeinsame Symptome

  • Blickdiagnose (analer Vorfall von kräftig-roter Analschleimhaut bzw. Rektumgewebe; nicht bei partiellem Rektumprolaps)
  • Pruritus ani
  • Stuhlinkontinenz
  • Schleim- und Blutabgang
  • Nässen

Spezielle Symptome

Diagnostik

Therapie

Konservativ

  • Insb. bei Analprolaps: Abschwellende Maßnahmen (antiinflammatorische systemische Therapie, topische Glucocorticoide, kühlende feuchte Umschläge)
  • Ggf. analgetische Maßnahmen
  • Stuhlregulation
  • Manuelle Reposition
  • Säuglinge: Redressierende Verbände

Operativ

Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2021

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

Quellen

  1. Müller: Chirurgie (2014/15). 11. Auflage Medizinische Verlags- und Informationsdienste 2011, ISBN: 3-929-85110-5 .
  2. Siewert: Chirurgie. 8. Auflage Springer 2006, ISBN: 978-3-540-30450-0 .