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Komplettes Querschnittsyndrom

Letzte Aktualisierung: 10.8.2020

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Ein komplettes Querschnittsyndrom beschreibt eine Läsion der gesamten auf- und absteigenden Leitungsbahnen des Rückenmarks, wobei die potenziell reversible, akute Form als spinaler Schock bezeichnet wird. Es kommt zum kompletten Verlust von Sensibilität und Motorik. Die schlaffe Paraparese (oder Tetraparese) und die Areflexie des spinalen Schocks werden bei Übergang in ein komplettes Querschnittsyndrom zu spastischer Parese und Hyperreflexie, hinzu kommen dann auch pathologische Reflexe (z.B. Babinski-Reflex). Liegt die Schädigung oberhalb von C4, stellt eine Zwerchfellparese eine lebensbedrohliche Situation dar.

Für das Notfallmanagement des akuten Querschnittsyndroms siehe: Akutes Querschnittsyndrom - AMBOSS-SOP

Sondersituation: Beteiligung des N. phrenicus

  • Ein komplettes Querschnittsyndrom oberhalb von C4 stellt wegen einer Zwerchfellparese eine lebensbedrohliche Situation dar!

Bei einem akuten Querschnitt (spinalen Schock) kommt es unterhalb der Läsion zu einer schlaffen Plegie und zum Ausfall aller Reflexe (auch die Muskeleigenreflexe sind erloschen). Nach 6–8 Wochen ändert sich die Symptomatik. Die Plegie wird spastisch, die Muskeleigenreflexe kehren im Sinne einer Hyperreflexie wieder und pathologische Reflexe (z.B. Babinski-Reflex) treten hinzu!

Für das Notfallmanagement des akuten Querschnittsyndroms siehe: Akutes Querschnittsyndrom - AMBOSS-SOP

S14.-: Verletzung der Nerven und des Rückenmarkes in Halshöhe

  • S14.1-: Sonstige und nicht näher bezeichnete Verletzungen des zervikalen Rückenmarkes
    • S14.10: Verletzungen des zervikalen Rückenmarkes, nicht näher bezeichnet
    • S14.11: Komplette Querschnittverletzung des zervikalen Rückenmarkes
    • S14.12: Zentrale Halsmarkverletzung (inkomplette Querschnittverletzung)
    • S14.13: Sonstige inkomplette Querschnittverletzungen des zervikalen Rückenmarkes

S24.-: Verletzung der Nerven und des Rückenmarkes in Thoraxhöhe

  • S24.1-: Sonstige und nicht näher bezeichnete Verletzungen des thorakalen Rückenmarkes
    • S24.10: Verletzung des thorakalen Rückenmarkes, nicht näher bezeichnet
    • S24.11: Komplette Querschnittverletzung des thorakalen Rückenmarkes
    • S24.12: Inkomplette Querschnittverletzung des thorakalen Rückenmarkes
      • Hinterhornsyndrom
      • Inkompletter thorakaler Querschnitt o.n.A.
      • Vorderhornsyndrom
      • Zentrales Rückenmarksyndrom

S34.-: Verletzung der Nerven und des lumbalen Rückenmarkes in Höhe des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens

  • S34.1-: Sonstige Verletzung des lumbalen Rückenmarkes
    • S34.10: Komplette Querschnittverletzung des lumbalen Rückenmarkes
    • S34.11: Inkomplette Querschnittverletzung des lumbalen Rückenmarkes
    • S34.18: Sonstige Verletzung des lumbalen Rückenmarkes

P11.-: Sonstige Geburtsverletzungen des Zentralnervensystems

G82.-: Paraparese und Paraplegie, Tetraparese und Tetraplegie

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Masuhr, Neumann: Duale Reihe Neurologie. 6. Auflage Thieme 2007, ISBN: 978-3-131-35946-9 .