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Morbus haemolyticus neonatorum

Letzte Aktualisierung: 27.8.2021

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Beim Morbus haemolyticus neonatorum handelt es sich um eine verstärkte Hämolyse beim Fötus oder Neugeborenen, die in >95% der Fälle durch eine Rhesusinkompatibilität oder eine AB0-Inkompatibilität zwischen Mutter und Kind ausgelöst wird. Bei schweren Verlaufsformen der Rhesusinkompatibilität kann es bereits intrauterin zum Hydrops fetalis kommen. Postnatal zeigen betroffene Säuglinge eine Hämolyse-bedingte Anämie, die durch einen vermehrten Anfall von unkonjugiertem Bilirubin zu einem Icterus neonatorum führen kann. In seltenen Fällen ist bei stark erniedrigten Hb-Werten die Gabe von Erythrozytenkonzentraten notwendig. Da die Rhesusinkompatibilität zu einem vital bedrohlichen Hydrops fetalis mit Todesfolge führen kann, muss bei Rhesus-negativen Müttern eine Anti-D-Prophylaxe durchgeführt werden. Die AB0-Inkompatibilität verläuft in der Regel mild und führt nur selten zu ausgeprägten Hämolysen.

Hämolyse kindlicher Erythrozyten durch Anlagerung von mütterlichen Antikörpern infolge einer Blutgruppenunverträglichkeit.

AB0-Inkompatibilität

Rhesus-Inkompatibilität

Pränatal

Postnatal

Eine Anämie kann eine Zyanose verschleiern!

Pränatal

Postnatal (Untersuchung des Neugeborenen)

Vergleich zwischen AB0- und Rhesus-Inkompatibilität
AB0-Inkompatibilität Rhesus-Inkompatibilität
Häufigkeit häufig selten
Klinik meist unauffällig bis milde milde bis schwer
Erkrankung bei 1. Schwangerschaft häufig nur in Ausnahmefällen
Direkter Coombs-Test (Kind) schwach positiv oder negativ positiv

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Pränatal

  • Intrauterine Bluttransfusionen über die Nabelschnurvene (sollte nur in erfahrenen Zentren durchgeführt werden)

Postnatal

Die Prognose ist abhängig vom Ausmaß der Hämolyse und Anämie. Die meisten Kinder entwickeln nur eine leichte Hämolyse und eine moderate Hyperbilirubinämie. Ein Hydrops fetalis als Folge einer Rhesus-Inkompatibilität kann aber sowohl intrauterin als auch postnatal zum Tode führen.

Anti-D-Prophylaxe (Rhesusprophylaxe)

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

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