Die aufgeführten Informationen richten sich an Studierende sowie Angehörige eines Heilberufes und ersetzen keinen Arztbesuch. Disclaimer aufrufen.

banner image

amboss

Fachwissen für Mediziner im ärztlichen Alltag und Studium

Kostenfrei testen

Subdurales Hämatom

Letzte Aktualisierung: 14.10.2020

Abstracttoggle arrow icon

Bei der subduralen Blutung handelt es sich um eine venöse Blutung zwischen Dura mater und Arachnoidea, die unterschiedlich schwer verlaufen kann (von nahezu unbemerkt über mehrere Wochen bis hin zu rascher Progredienz innerhalb weniger Stunden). Der akute Verlauf tritt meist als Begleiterscheinung bei einem Schädelhirntrauma auf, während der chronische Verlauf i.d.R. durch Bagatelltraumata ausgelöst wird. Pathophysiologisches Korrelat des Subduralhämatoms ist meist ein Riss der Brückenvenen, die die oberflächlichen Hirnvenen zu den Sinus durae matris drainieren. Im Zentrum der Diagnostik steht die Schnittbildgebung mittels cCT (Mittel der Wahl) oder MRT. Neben der Kontrolle und ggf. Anpassung von Gerinnung und Hirndruck stehen die operative Therapie (z.B. Drainage durch Bohrlochtrepanation) oder die konservative Therapie (engmaschige Überwachung) im Fokus. Die Prognose ist beim chronischen Verlauf deutlich günstiger.

Akute, subakute oder chronische venöse Blutung zwischen Dura mater und Arachnoidea nach Riss einer Brückenvene (Verbindung der oberflächlichen Hirnvenen zu den Sinus durae matris)

  • Nach Schädel-Hirn-Trauma (dann eher akuter Verlauf)
  • Nach Bagatelltrauma (dann eher chronischer Verlauf); CAVE: Meist anamnestisch nicht erinnerlich!

Assoziation/Prädisposition

Nach Verlauf

  • Akut (rapide Verschlechterung innerhalb weniger Stunden nach Trauma)
  • Subakut
  • Chronischer Verlauf (>2 Wochen Abstand zum Trauma)

Symptome können sich direkt nach dem Trauma oder langsam über mehrere Wochen entwickeln.

  • Akuter Verlauf
  • Subakuter oder chronischer Verlauf auch über einen Zeitraum von mehreren Wochen möglich
    • Kopfdruck, psychomotorische Verlangsamung und mnestische Funktionseinschränkungen

Da hier ein langsam progredienter Verlauf und nur unspezifische Symptome vorliegen (dazu meist bei älteren Patienten), kann ein chronisches subdurales Hämatom leicht übersehen werden!

Bildgebende Verfahren

  • Darstellung: Suturen überschreitende, glatt begrenzte, sichelförmige Blutung
    • cCT (Methode der Wahl)
      • Darstellung im Verlauf
        • Akut: Hyperdens zum Kortex
        • Subakut: Abnehmende Densität, nach ca. 10–14 Tagen isodens zum Kortex
        • Chronisch: Hypodens zum Kortex (kann sich isodens zum Liquor darstellen)
      • Kontrastmittel-Applikation bei unklaren Befunden
    • MRT (bei V.a. akutes Subduralhämatom ohne Nachweis im cCT)

Allgemeine Maßnahmen

Operative Therapie

  • Indikationen (es muss nur einer der folgenden Punkte zutreffen)
    • Klinische Zeichen einer Herniation oder Erhöhung des intrakraniellen Drucks (bspw. asymmetrische oder starre und erweiterte Pupillen)
    • Verschlechterung des neurologischen Status (beinhaltet u.a. Orientierung zu Raum, Zeit und Person)
    • Mittellinien-Verlagerung von >5 mm
    • Größe der Raumforderung >10 mm
  • Therapie
    • Bohrlochtrepanation mit Einlage einer Drainage
    • Kraniotomie

Konservative Therapie

  • Indikation: Die Kriterien der operativen Therapie werden nicht erfüllt
  • Therapie
    • Engmaschige klinische Kontrollen (insb. neurologischer Status)
    • Intrakranielle Druckmessung
    • Regelmäßiges Überprüfen der Hämatomausdehnung mittels CT

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Mumenthaler, Mattle: Neurologie. 12. Auflage Thieme 2008, ISBN: 978-3-133-80012-9 .
  2. Masuhr, Neumann: Duale Reihe Neurologie. 6. Auflage Thieme 2007, ISBN: 978-3-131-35946-9 .
  3. UpToDate. Stand: 1. Januar 2012. Abgerufen am: 1. Januar 2012.