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Berufskrankheiten durch physikalische Belastungen

Letzte Aktualisierung: 31.3.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Viele Berufe gehen mit erhöhter körperlicher Belastung einher und können zu Schäden des muskuloskelettalen Systems führen. Zur Anerkennung einer Berufserkrankung durch den Kostenträger (z.B. Berufsgenossenschaft) muss meist eine langjährige, regelmäßige Tätigkeit mit belastendem Potenzial ausgeübt worden sein. Typische Erkrankungen dieser Art sind bspw. Meniskusschädigungen bei knienden Tätigkeiten (z.B. beim Fliesenlegen), Sehnenscheidenentzündungen (z.B. bei Fließbandarbeiten) oder Bandscheibenschädigungen der LWS/HWS (z.B. bei langjährigem schweren Heben).

Berufsbedingte Bandscheibenerkrankungentoggle arrow icon

Ätiologie und Pathogenese

  • Entstehung meist durch langjähriges schweres Heben oder Tragen
  • Erhöhte Druckbelastung der Bandscheibe → Beeinträchtigung des Stoffwechsels → Funktionseinschränkung

LWS

  • Anerkannte Ursachen
    • Langjährige Tätigkeit (mind. 10 Jahre) mit
      • BK 2108
        • Heben und Tragen schwerer Lasten und/oder
        • Arbeiten in extremer Rumpfbeugehaltung
      • BK 2110 : Vertikale Einwirkung von Ganzkörperschwingungen (5 Hz) in Sitzhaltung (z.B. Fahrer:innen von Industriefahrzeugen wie LKWs oder Bagger oder von forstwirtschaftlichen Fahrzeugen im Gelände)

HWS

Knieerkrankungentoggle arrow icon

  • Ätiologie
    • Beugung unter Belastung
    • Gefährdete Berufsgruppen: Beschäftigte im Bergbau, Dachdeckerhandwerk, Fliesenlegen, Gartenbau oder in der Installation (insb. bei knienden Tätigkeiten)
  • Klinisches Bild: Meniskusschäden, Gonarthrose
  • Anerkennungsvoraussetzung: Mind. 1 h/Tag, insg. mind. 13.000 h
    • Früher mind. 3 Jahre Tätigkeit im Bergbau erforderlich, heutzutage auch bei äquivalenter Belastung anerkannt

Sehnenscheidenerkrankung (Tendovaginitis)toggle arrow icon

  • Ätiologie: Tätigkeit mit statischer mechanischer Belastung (Fließbandarbeit, früher auch Schreibmaschine)
  • Klinisches Bild
    • Lokaler Druck- und Bewegungsschmerz, evtl. Krepitation
    • I.d.R. Abklingen nach Pausieren der Tätigkeit und Wiederaufflammen nach Wiederaufnahme

Vibrationsbedingte Erkrankungen der Knochen und Gelenke sowie Durchblutungsstörungen der Händetoggle arrow icon

  • Ätiologie: Arbeit mit Motorsäge, Presslufthammer, Polier- und Schleifmaschinen (v.a. bei Kälte)
  • Bewertete Schwingstärke
    • K-Wert: Die bewertete Schwingungsstärke berechnet mit ein, dass Vibrationen abhängig von ihrer Frequenz eine unterschiedliche Bedeutung für den menschlichen Organismus haben. Dadurch kann die Bedeutung von Schwingungen auf den Körper besser beurteilt werden.
  • Klinisches Bild

Seltentoggle arrow icon

  • Abrissfrakturen der Wirbelfortsätze durch langjähriges Schaufelarbeiten mit überhohen und überweiten Würfen („Schipperkrankheit“)
  • Zahnabrasionen an den Kauflächen bei Tätigkeiten mit hoher Exposition gegenüber mineralischem Staub (z.B. in Steinbrüchen)
  • Hypothenar-Hammer-Syndrom (Thrombosierung der A. ulnaris mit der Folge trophischer Störungen) durch Hämmern mit dem Kleinfingerballen (Ausbeulen, Montieren)

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