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Kehlkopflähmung

Letzte Aktualisierung: 2.4.2026

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Die Kehlkopflähmung ist eine Parese der äußeren und inneren Kehlkopfmuskeln. Eine dabei auftretende Stimmbandfehlstellung ist häufig die Folge einer iatrogenen Schädigung des Nervus laryngeus recurrens, bspw. nach einer Operation der Schilddrüse. Eine einseitige Rekurrensparese führt zur Paramedianstellung der Stimmlippe mit Dysphonie und wird zunächst meist durch logopädisches Stimmtraining therapiert. Anders verhält es sich bei einer akuten beidseitigen Rekurrensparese, die sich durch Luftnot äußert und häufig eine Notfall-Tracheotomie erforderlich macht.

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Ätiologietoggle arrow icon

Der N. vagus (X. Hirnnerv) entspringt dem mittleren Teil des Ncl. ambiguus und innerviert motorisch und sensibel die gesamte Kehlkopfmuskulatur, den kaudalen Teil des M. constrictor pharyngis und den Ösophagus. Weiterhin enthält er vegetative und sekretorische Fasern für den GI-Trakt. Der N. vagus gibt in Höhe des Ganglion inferius den N. laryngeus superior und im weiteren Verlauf den N. laryngeus inferior ab.

Parese des N. laryngeus inferior (N. recurrens) [1]

Parese des N. laryngeus superior [1]

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Symptomatiktoggle arrow icon

Parese des N. laryngeus inferior (N. recurrens)

Sonderformen

Der N. recurrens versorgt den einzigen Stimmritzenöffner (M. cricoarytenoideus posterior = Posticus)! Hieraus resultiert auch die führende Symptomatik bei Beeinträchtigung des Nerven!

Die zahlreichen Axone im N. recurrens, die sowohl Adduktoren als auch Abduktoren innervieren, unterliegen keiner erkennbaren Faserordnung, sodass bei einer Schädigung ein nicht vorhersagbares Muster an Funktionseinschränkungen resultiert!

Parese des N. laryngeus superior [1][2]

Komplette Parese des N. vagus (Nn. laryngeus superior et inferior)

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Diagnostiktoggle arrow icon

Basisdiagnostik [1][2]

Weiterführende Diagnostik [1][2]

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Therapietoggle arrow icon

Einseitige Rekurrensparese [1][2][3]

  • Intensive logopädische Stimmtherapie: Möglichst frühzeitig beginnen
  • Spontane Rückbildung der Heiserkeit möglich
  • Unterstützende Behandlung mit neuromuskulärer Elektrostimulation
  • Operative Verfahren
    • Ziel: Operative Medialverlagerung der paretischen Stimmlippe mittels resorbierbarer oder nicht-resorbierbarer Materialien
    • Inneres Verfahren
      • Indikation: Persistierende Heiserkeit über 3–6 Monate, ggf. auch frühzeitig
      • Endoskopische/phonochirurgische Medialisierung/Augmentation der Stimmlippe mittels körpereigenen Fettes, Hyaluronsäure, Gelatine, Kollagen, Calcium-Hydroxylapatit oder flüssigen Silikons
      • Injektion der Substanz in den Bereich seitlich der Stimmlippe, meistens in den M. vocalis
      • Volumen meist 0,2–0,5 mL
      • Bei Hoffnung auf eine spontane Erholung werden initial resorbierbare Substanzen verwendet
    • Äußeres Verfahren
      • Indikation
      • Mittels Thyreoplastik: Medialisierung der Stimmlippe mit körpereigenem Knorpel, vorgefertigten Implantaten (bspw. nach Montgomery oder eine Titanspange nach Friedrich) oder individuell angefertigten Silikonkeilen bzw. Gore-Tex-Streifen
      • Längerfristiger Effekt im Vergleich zur Injektionsmedialisierung! [3]

Keine operative Medialisierung bei verengter Glottis!

Beidseitige Rekurrensparese

  • Primäre bzw. temporäre Verfahren
    • Temporäre Tracheotomie: Meist erforderlich, oft notfallmäßig (zum operativen Ablauf siehe: Tracheotomie)
    • Temporäre reversible Laterofixation (alternativ): Lateralisation/Seitenverlagerung der Stimmlippe mit Lichtenberger-Naht, bei der mit zwei Fäden eine oder beide Stimmlippen vorübergehend zur Seite gezogen werden
  • Sekundäre bzw. permanente Verfahren
    • Glottiserweiternde Eingriffe: Bei ausbleibender Nervenerholung nach etwa 12 Monaten
      • Resektion von Teilen der posterioren Stimmlippe (posteriore transverse Chordektomie) und/oder
      • Mediale bzw. totale Arytenoidektomie mit dem CO2-Laser
  • Neuartiger Therapieansatz mittels Neurostimulator/Larynxschrittmacher in Studien möglich
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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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3D-Anatomietoggle arrow icon

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