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Leishmaniose

Letzte Aktualisierung: 18.12.2023

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Infektion mit Protozoen aus der Gruppe der Leishmanien erfolgt über die Sandmücke als Vektor und führt zum Krankheitsbild der Leishmaniose. Abhängig vom Subtyp und Immunstatus der infizierten Person kann es zur kutanen und/oder viszeralen Verlaufsform kommen. Bei der kutanen Verlaufsform imponieren Papeln oder Ulzerationen, die von innen nach außen abheilen. Die viszerale Verlaufsform „Kala-Azar“ geht mit generalisierter Lymphadenopathie und Organbefall (Hepato- und Splenomegalie) einher.

Die unbegeißelten Formen der Leishmanien sind im Blut- oder Knochenmarksausstrich nachweisbar, da sie sich bevorzugt im Zytoplasma von Makrophagen ansiedeln. Insbesondere bei gleichzeitiger Immunsuppression hat die viszerale Leishmaniose eine ungünstige Prognose und sollte medikamentös behandelt werden. Die Therapie erfolgt abhängig von Verlaufsform, Erregerspezies und Immunstatus des Patienten lokal oder systemisch, zu den eingesetzten Substanzen zählen bspw. Antimon, Paromomycin oder Ketoconazol.

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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Vorkommen: Mittelmeerregion, Zentral- und Südwestasien, Afrika, Indien, Süd- und Mittelamerika [1][2]
  • Häufigkeit: Bis zu 1 Mio. Infektionen pro Jahr und 20.000–30.000 Todesfälle weltweit pro Jahr [3]

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

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Symptomatiktoggle arrow icon

Kutane Leishmaniose

  • Inkubationszeit: Wochen bis Monate
  • Klinik: Einzelne oder multiple rötlich gefärbte Makulä/Papeln an der Einstichstelle , die sich schnell vergrößert und zu einer zentral ulzerierten Beule entwickelt
  • Abheilung: Innerhalb von 2–15 Monaten, spätestens nach zwei Jahren unter Narbenbildung

Mukokutane Leishmaniose

  • Inkubationszeit: Wochen bis Jahre
  • Klinik: Haut und Schleimhautbefall (v.a. des Nasopharynx) und im Verlauf auch Befall thorakaler Organe (z.B. Larynx, Trachea)
  • Komplikationen: Superinfektion der destruierten Strukturen, Schluckunfähigkeit mit daraus resultierender Kachexie

Viszerale Leishmaniose

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Diagnostiktoggle arrow icon

Hautleishmaniose / Mukokutane Leishmaniose [1]

  • Indikationen zur Diagnostik
    • Aufenthalt in einem Leishmaniose-Endemiegebiet innerhalb der letzten Monate und
    • Nicht heilende Veränderungen von Haut oder Schleimhaut über 4 Wochen
  • Diagnosestellung: Anhand klinischer Manifestation und Erregernachweis
  • Probengewinnung: Bspw. mittels Stanzbiopsie, „Skin scraping“ , „Slit skin smear“ oder Aspirat
  • Methoden des Leishmaniennachweises
    • Mikroskopisch
      • Vorteile: Spezifisch und zeitnah durchführbar
      • Nachteile: Oft geringe Sensitivität und Notwendigkeit eines erfahrenen Untersuchers
    • Molekularbiologisch: Mittels PCR
      • Vorteile: Hohe Sensitivität
      • Nachteile: Durchführung nur in Speziallabors
    • Leishmanienkultur
      • Vorteile: Hohe Spezifität
      • Nachteile: Durchführung nur in Speziallabors und ggf. lange Dauer bis zum positiven Nachweis (bis 10 Tage)

Viszerale Leishmaniose (Kala-Azar) [4]

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Therapietoggle arrow icon

Die Leishmaniose tritt in Deutschland selten auf, bzgl. ihrer Therapie sollten tropenmedizinische Institute kontaktiert werden. Aufgrund der Komplexität der Behandlung verweisen wir hier für detaillierte Therapiehinweise ausdrücklich auf die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit. [1][4]

Hautleishmaniose / Mukokutane Leishmaniose [1]

Die Wahl der Therapie hängt vom Ausmaß der Läsionen (einfach oder komplex) sowie von der ursächlichen Leishmanienspezies ab. Vor der Behandlung sollte daher unbedingt die Leishmanienspezies differenziert werden. Die Hautleishmaniose kann spontan ausheilen, sodass eine Therapie nicht immer notwendig ist.

  • Lokale Therapie
    • Indikationen
      • Einfache Läsionen durch spezielle Leishmanien spp.
        • Leishmanien, die in Europa erworben wurden, z.B. L. tropica, L. major
        • Leishmanien mit Vorkommen insb. in Mittel- und Südamerika, z.B. L. mexicana
      • Kontraindikationen für systemische Therapie (z.B. Schwangerschaft) bei anderen Formen
    • Therapieformen (auszugsweise)
  • Systemische Therapie

Viszerale Leishmaniose [4]

  • Stets Indikation für eine systemische Therapie
  • Verwendete Substanzen
    • 1. Wahl: Liposomales Amphotericin B i.v.
    • 2. Wahl: Miltefosin p.o.
      • Rote-Hand-Brief zu Miltefosin: Risiko okulärer Veränderungen inkl. Keratitis [5][6]
    • Fünfwertige Antimonverbindungen nur als Reservemittel
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Präventiontoggle arrow icon

  • Expositionsprophylaxe [3]
    • Körperbedeckende Kleidung
    • Repellents, imprägnierte Mosquitonetze
  • Keine Impfung oder Chemoprophylaxe verfügbar
  • Keine Meldepflicht für Ärzte und Labore
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Meditrickstoggle arrow icon

In Kooperation mit Meditricks bieten wir durchdachte Merkhilfen an, mit denen du dir relevante Fakten optimal einprägen kannst. Dabei handelt es sich um animierte Videos und Erkundungsbilder, die auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend sind. Die Inhalte liegen meist in Lang- und Kurzfassung vor, enthalten Basis- sowie Expertenwissen und teilweise auch ein Quiz sowie eine Kurzwiederholung. Eine Übersicht aller Inhalte findest du im Kapitel „Meditricks“. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – für genauere Informationen empfehlen wir einen Besuch im Shop.

Leishmaniose

Inhaltliches Feedback zu den Meditricks-Videos bitte über den zugehörigen Feedback-Button einreichen (dieser erscheint beim Öffnen der Meditricks).

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2025toggle arrow icon

  • Z26.-: Notwendigkeit der Impfung [Immunisierung] gegen andere einzelne Infektionskrankheiten
    • Exklusive: Impfung:
      • gegen Krankheitskombinationen (Z27.‑)
      • nicht durchgeführt (Z28)
    • Z26.0: Notwendigkeit der Impfung gegen Leishmaniose

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2025, BfArM.

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