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Impfungen allgemein

Letzte Aktualisierung: 12.4.2021

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Impfungen sind eine effiziente Maßnahme zur Prävention von Infektionskrankheiten und deren möglichen Folgekrankheiten, sie gelten damit als eine der größten Errungenschaften der modernen Medizin. Die Durchführung einer Impfung gehört vielfach zum ärztlichen Alltag. Sie erfordert Kenntnisse über die korrekte Impftechnik sowie die Indikationen, Kontraindikationen und Nebenwirkungen der jeweiligen Impfstoffe. Zusätzlich sind die für Deutschland geltenden Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut zu beachten.

Siehe auch: STIKO-Impfkalender

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Organismus gegen einen Erreger zu immunisieren. [1]

  • Aktivimpfung: Verabreichung von abgeschwächten oder abgetöteten Krankheitserregern bzw. Bestandteilen der Krankheitserreger, die zur (aktiven) Ausbildung einer körpereigenen, längeranhaltenden Immunität führt.
  • Passivimpfung: Verabreichung von Immunglobulinen zum unmittelbaren (passiven) Schutz vor einer Infektionskrankheit.

Sofern die jeweils vorgegebenen zeitlichen Abstände und eventuelle Kontraindikationen beachtet werden, sind Impfstoffe i.d.R. gut verträglich!

Überblick [2][3]

Aktivimpfungen führen durch Verabreichung von abgeschwächten oder abgetöteten Krankheitserregern bzw. von Bestandteilen der Krankheitserreger zur (aktiven) Ausbildung einer körpereigenen, längeranhaltenden Immunität. Unterschieden werden dabei Lebend- und Totimpfstoffe. Die Impfstoffe sind i.d.R. miteinander kombinierbar .

Lebendimpfungen Totimpfungen

Lebendimpfung

Ein Lebendimpfstoff enthält vermehrungsfähige (aktive), aber abgeschwächte (attenuierte) Krankheitserreger. Die einmalige Impfung bietet bereits einen Impfschutz. Eine zweite Impfung dient nicht der Auffrischung, sondern soll vereinzelte Impfversager erreichen.

Verschiedene Lebendimpfstoffe müssen entweder gleichzeitig geimpft werden oder es muss ein Mindestabstand von 4 Wochen dazwischen liegen!

Immunglobulinpräparate, bspw. zur Behandlung schwerer Verläufe einer Autoimmunerkrankung, interferieren ähnlich einer Passivimpfung mit der Wirksamkeit von Lebendimpfstoffen – ein Abstand von mind. 3 Monaten zur letzten Verabreichung von Immunglobulinen ist bei einer Lebendimpfung zu beachten!

Totimpfung

Totimpfstoffe enthalten inaktivierte Erreger oder Bestandteile von Krankheitserregern (bzw. deren Toxine). Anders als bei Lebendimpfstoffen reicht die einmalige Impfung bei einem Totimpfstoff i.d.R. nicht aus. Um einen langanhaltenden Impfschutz zu gewährleisten, werden Totimpfungen in mehreren Teilimpfungen durchgeführt und ggf. aufgefrischt.

  • Impfstoffe
    • Ganzpartikelimpfstoff: Inaktivierte (nicht-vermehrungsfähige, „tote“) Krankheitserreger
    • Spaltimpfstoff/Subunit-Impfstoff: Inaktive Antigenbestandteile eines Erregers
    • Toxoidimpfstoff: Inaktive Bestandteile der Erregertoxine
    • Adsorbatimpfstoff: Totimpfstoff, bei dem Erreger bzw. Antigenbestandteile an Adsorptionsmittel gebunden sind, bspw. an Aluminiumhydroxid, Aluminiumphosphat oder Calciumphosphat
  • Kombination: Totimpfstoffe können ohne Zeitabstand mit allen anderen Impfungen kombiniert werden
  • Durchführung: I.d.R. als Injektion in den M. deltoideus
  • Unerwünschte Wirkungen: Treten i.d.R. in den ersten 48–72 Stunden nach der Impfung auf (siehe auch: Unerwünschte Wirkungen von Impfungen)

Neue Impfstoffarten: Genbasierte Impfstoffe

Genbasierte Impfstoffe enthalten die genetische Information für Zielantigene der Krankheitserreger. Die Synthese der Zielantigene erfolgt in den Zellen geimpfter Personen.

  • Nukleinsäureimpfstoff (Totimpfstoff vergleichbar): Enthält genetische Information (mRNA oder DNA), die für das Zielantigen des Erregers codiert
    • mRNA-Impfstoff
    • DNA-Impfstoff
  • Vektorimpfstoff: Rekombinantes Trägervirus, dessen Genom für ein (Fremd‑)Antigen des Zielerregers kodiert

Streng genommen handelt es sich bei der passiven Immunisierung nicht um eine Impfung: Zum unmittelbaren (passiven) Schutz vor einer Infektionskrankheit werden Immunglobuline direkt verabreicht, daher führen Passivimpfungen nicht zur Entwicklung einer längerfristigen körpereigenen Immunität. [1][3][7]

  • Indikation
    • Akute therapeutische Maßnahme, um nach Exposition eine schnelle Erregereliminierung zu erreichen (z.B. Masern- oder Rötelninfektion während der Schwangerschaft)
  • Kombination
  • Applikation
    • Es stehen Präparate zur intramuskulären oder intravenösen Behandlung zur Verfügung
  • Definition: Gleichzeitige Impfung mit einem Aktiv- und Passivimpfstoff [3]
  • Indikation: Als Postexpositionsprophylaxe, z.B. gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Tollwut und Tetanus
  • Durchführung
    • Grundsätzlich nur mit Totimpfstoffen [8]
    • Injektionen an verschiedenen Körperstellen (am besten an unterschiedlichen Extremitäten) [7]

Eine Simultanimpfung mit einem Passiv- und einem Lebendimpfstoff ist nicht(!) sinnvoll!

Allgemein [3]

  • Frühestmöglicher Impfzeitpunkt
  • Kombinationsimpfstoffe (multivalent) sind Einzelimpfstoffen (monovalent) vorzuziehen
  • Empfohlene Impfabstände sind einzuhalten
  • Kombination von Impfstoffen verschiedener Hersteller im Regelfall möglich
  • Zur Kombination von Lebend- und Totimpfstoffen siehe auch: Lebendimpfstoffe

Bei unvollständigem Impfschutz [3]

  • Berücksichtigung lange zurückliegender Impfungen: Jede Impfung zählt!
  • I.d.R. kein erneuter Beginn der Grundimmunisierung nötig
  • Individuellen Impfplan zur Vervollständigung des Impfschutzes erstellen

Bei fehlender oder unklarer Impfdokumentation [3]

  • Im Zweifelsfall empfohlene Impfungen verabreichen bzw. Grundimmunisierung neu beginnen
  • I.d.R. kein Risiko durch zusätzliche Impfungen (auch bei Mehrfachimpfungen mit Lebendimpfstoffen)

Serologische Kontrollen [3]

  • Nicht sinnvoll bei unklarem Impfschutz
  • Indikationen
    • Patienten mit Immundefizienz oder -suppression [9]
    • Nach Indikations-/berufsbedingter Impfung gegen Hepatitis B
    • Unklarer Impfschutz gegen Varizellen bei Frauen mit Kinderwunsch

Jeder Arztkontakt sollte zum Überprüfen des Impfschutzes und Schließen von Impflücken genutzt werden!

  • Grundimmunisierung (G): Gabe aller Impfstoffdosen, die zum Erlangen eines Impfschutzes notwendig sind
  • Nachholimpfung (N): Grundimmunisierung aller noch nicht Geimpften bzw. Komplettierung einer unvollständigen Impfserie
  • Auffrischungsimpfung (A): Einzelne Impfdosis, die i.d.R. Jahre nach der Grundimmunisierung zur erneuten Verstärkung der Immunantwort verabreicht wird
  • Standardimpfung (S): Impfungen, die gemäß aktueller STIKO-Empfehlungen für alle Menschen empfohlen werden, unabhängig von individuellen Risikofaktoren (siehe auch: Impfkalender )
  • Indikationsimpfung (I): Impfungen für Risikogruppen bei individuell erhöhtem Expositions-, Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko sowie zum Schutz Dritter
  • Reiseimpfung (R): Impfung bei Reisen in bestimmte Regionen
  • Berufsbedingte Impfung (B): Impfung bei berufsbedingt erhöhtem Erkrankungsrisiko
  • Postexpositionelle Impfung: Passive und/oder aktive Immunisierung nach Exposition gegenüber bestimmten Erregern

Du kannst dir den aktuellen AMBOSS-Impfkalender als PDF-Dokument unter „Tipps & Links“ (ganz unten in diesem Kapitel) herunterladen!

Kontraindikationen[3]

Keine Kontraindikationen [3]

Folgende Punkte werden teils fälschlicherweise als Kontraindikationen für eine Impfung angesehen:

  • Banaler Infekt mit subfebrilen Temperaturen (<38,5 °C)
  • Kontakt des Impflings zu Personen mit ansteckenden Erkrankungen
  • Fieberkrämpfe in der Eigenanamnese eines Kindes
  • Positive Familienanamnese für Epilepsie
  • Unerwünschte Arzneimittelreaktionen im Zusammenhang mit einer Impfung
  • Antibiotika- oder niedrigdosierte Corticosteroideinnahme
  • Ekzeme und andere Dermatosen, lokalisierte Hautinfektionen
  • Enger Kontakt des Impflings zu Schwangeren
    • Enge Kontaktpersonen (bspw. Kinder) von Schwangeren können generell geimpft werden
    • Ausnahme: Varizellen-Impfung bei Personen, die engen Kontakt zu nicht-immunen Schwangeren haben [10]
  • Frühgeburtlichkeit
  • Stillende Frauen
    • Stillende Frauen können alle notwendigen Impfungen erhalten
    • Ausnahme: Gelbfieber-Impfung
  • Gestillte Säuglinge
  • Gerinnungsstörung/ Einnahme von Gerinnungshemmern: Bei den meisten Impfstoffen ist stattdessen eine subkutane Impfung möglich

Bei Kontraindikationen kann nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung in Ausnahmefällen eine Impfung durchgeführt werden!

Ärztliche Aufklärungspflicht [3]

Eine Aufklärung des Impflings bzw. des Sorgeberechtigten über folgende Punkte ist unabdingbar, um eine wirksame Einwilligungserklärung abgeben zu können. Die Aufklärung ist eine nicht delegierbare ärztliche Leistung. [11]

  • Inhalt der Aufklärung
    • Zu verhindernde Krankheit und Therapiemöglichkeiten
    • Nutzen und Risiken der Impfung
    • Kontraindikationen
    • Durchführung der Impfung
    • Beginn und Dauer des Impfschutzes
    • Verhaltensmaßnahmen im Anschluss an die Impfung
    • Mögliche Arzneimittelnebenwirkungen
    • Notwendige Folge- und Auffrischungsimpfungen
  • Bedingungen der Aufklärung
    • Ärztliche Aufklärung
    • Aufklärung muss mündlich erfolgen und dem Impfling bzw. Sorgeberechtigten die Möglichkeit zum Fragenstellen lassen
    • Aufklärungsmerkblätter und mehrsprachige Impfinformationen sind zusätzlich sinnvoll
  • Minderjährige Impflinge
    • Kinder <14 Jahre: Immer Einwilligung der Sorgeberechtigten
    • Jugendliche 14–15 Jahre: Graubereich
    • Jugendliche ≥16 Jahre: Können i.d.R. selbst einwilligen
  • Off-Label-Use: Ausführliche Aufklärung und Dokumentation
  • Impfdokumentation: Siehe Impfpass
  • Umgang mit Impfkritikern

Auch eine Impfung stellt im juristischen Sinn eine Körperverletzung dar und darf (außer in Notfällen) nur mit entsprechender Aufklärung sowie Einwilligung des Impflings bzw. der Sorgeberechtigten erfolgen!

Applikationsformen

Eine Impfung in den M. gluteus medius ist wegen wichtiger Nerven- und Gefäßverläufe nicht empfehlenswert!

Bereitstellen von Material

Vorbereitung des Impfstoffs

  • Anweisungen des jeweiligen Herstellers beachten!
  • Entnahme aus dem Kühlschrank erst kurz vor der Anwendung [3]
  • Überprüfung [13]
  • Lösung des Impfstoffs: Zwei gängige Varianten
    • Impfstoff wird bereits gelöst (in anwendungsbereiter Spritze) geliefert
    • Lösung des (pulverförmigen) Impfstoffs unmittelbar vor der Impfung (in mitgeliefertem speziellen Lösungsmittel)
  • Schütteln, bis eine homogene Suspension erreicht ist (insb. Adsorbatimpfstoffe) [14]
  • Ggf. Entlüften der Spritze [1]
  • Anbringen der Impfkanüle
    • Kanüle auf Drehgewinde der Spritze drehen oder
    • Kanüle auf Spritze aufsetzen
  • Anwendung des aufgezogenen Impfstoffs innerhalb von 2–5 min [3]

Lagerung von Impfstoffen

Schmerzreduktion [3]

  • Lokale Schmerzreduktion
    • Auftragen von Eisspray für 2–8 s
    • Bei kleinen Kindern (ab der Geburt) sowie besonders ängstlichen Impflingen jedes Alters im Einzelfall Anwendung lokalanästhetischer Salbe (Einwirkzeit 30–60 min)
  • Ablenkungsmanöver: Immer sinnvoll
    • Säuglinge: Nuckeln am Schnuller, Stillen oder orale Gabe einer 25%igen Glucoselösung
    • Kinder : Drücken der Hand der Eltern, Ballon aufblasen, Seifenblasen, Spielzeug, Videos, Gespräche oder Musik
    • Erwachsene: Aufforderung zu husten oder die Luft anzuhalten
  • Bei Verabreichung mehrerer Impfungen: Schmerzhafteste Impfung zuletzt
  • Nicht empfohlen: Erwärmung des Impfstoffs, manuelle Stimulation der Injektionsstelle, Gabe von Analgetika

Durchführung

  1. Händedesinfektion vor Patientenkontakt
  2. Impfling bequem platzieren, Arm entspannt herabhängen lassen, angenehme Atmosphäre schaffen
  3. Injektionsstelle desinfizieren und Desinfektionsmittel einwirken lassen
  4. Keine Impfflüssigkeit an Außenseite der Injektionskanüle!
  5. Bei intramuskulärer Injekion: Muskelwulst bilden, ohne dabei die desinfizierte Injektionsstelle zu berühren
  6. Rasches Durchstechen der Haut
  7. Kanüle ausreichend tief einführen
  8. Altersunabhängig ohne Aspiration [15]
  9. Impfflüssigkeit injizieren
  10. Sobald die Impfkanüle entfernt wurde, eventuell austretendes Blut oder Gewebeflüssigkeit mit einem Tupfer abwischen
  11. Impfkanüle im Abwurf entsorgen: „Never recap a needle!“
  12. Pflaster auf Injektionsstelle aufkleben
  13. Bei unmittelbarer Gabe eines 2. Impfstoffs: Prozedere an kontralateraler Extremität wiederholen
  14. Hände desinfizieren nach Patientenkontakt

An der Außenseite der Injektionskanüle darf sich keine Impfflüssigkeit befinden! Falls dies der Fall sein sollte, muss die Kanüle ausgetauscht werden!

Eine Aspiration vor subcutaner oder intramuskulärer Injektion ist obsolet! [1]

Nach der Impfung

  • Beobachten des Impflings: (Prä‑)Synkope rechtzeitig erkennen
    • Symptome: Schwitzen, Blässe, Hör- und Sehstörungen (Ohrenrauschen, „Schwarz vor Augen“, Gefühl von eingeengtem „Tunnelblick“), Schwindel, Benommenheit, Parästhesien
    • Therapie: Gefährdete Personen stützen, rechtzeitig flach hinlegen lassen, ggf. Beine anheben und Kopf tief lagern
  • Dokumentation der Impfung
    • Eintragen von Chargennummer, Handelsname, Impfdatum, Name der Krankheit sowie Stempel und Unterschrift des Arztes in
      • Impfausweis, z.B. „Internationale Bescheinigungen über Impfungen und Impfbuch“
      • Alternatives Dokumentationsformular bei fehlendem Impfausweis (siehe: Tipps & Links)
      • Siehe auch: Impfpass
  • Beratung des Impflings
    • Am Tag der Impfung
      • Starke körperliche Anstrengungen (Leistungssport) vermeiden
      • (Übermäßigen) Konsum von Alkohol vermeiden
    • Körperliche Schonung, bis eventuelle Nebenwirkungen der Impfung sistieren

Delegierbarkeit von Impfungen [11]

Impfreaktion (nicht meldepflichtig)

  • Inzidenz: ca. 1:100
  • Definition: Bemerkbare Reaktion des Körpers auf den Impfstoff
  • Auftreten: Meist innerhalb der ersten 72 Stunden nach Impfung
  • Dauer: ca. 1–3 Tage
  • Symptome
    • Lokale Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit
    • Fieber <39,5 °C (rektal)
    • Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe, regionale Lymphknotenschwellung

Moderne Impfstoffe unterliegen einem strengen Zulassungsverfahren und sind sehr gut verträglich. Komplikationen, die über die lokalen Impfreaktionen hinausgehen, sind daher äußerst selten!

Impfkrankheit (nicht meldepflichtig)

Impfkomplikation (meldepflichtig)

Impfschaden (namentliche Meldepflicht an das Gesundheitsamt)

  • Inzidenz: ca. 1:1.000.000
  • Definition: Gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Impfung

Vorgehen bei Verdacht auf eine über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung

  • Namentliche Meldung an das Gesundheitsamt (Meldepflicht nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 IfSG)
  • Informieren von Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und ggf. Herstellern [18]
  • Entnahme von Untersuchungsmaterialien zur weiteren Diagnostik (z.B. Blutserum oder Stuhlproben)
  • Aufklärung über die gesetzlichen Bestimmungen zur Versorgung nach Impfschäden (§§ 60–64 IfSG)

Impfungen A–G [3]

Steckbrief Impfungen A–G

Erkrankung

Impfstoff Applikationsart Zeitraum des Impfschutzes Indikationen und Besonderheiten
Cholera
  • Schluckimpfung
  • Reiseimpfung
    • Aufenthalt in Infektionsgebieten, insb. bei mangelhaften Hygienezuständen
    • Risiko schwerer Verläufe
    • Regionen: Südostasien, Südamerika, West- und Zentralafrika
  • Für Details siehe
COVID-19
  • Intramuskulär
  • Unbekannt
Diphtherie

Frühsommer-
meningo-
enzephalitis

(FSME)

  • Indikations-/Reiseimpfung
    • Zeckenexposition in Endemiegebieten
    • Regionen: Insb. nordöstliches Europa, Teile Deutschlands [19]
  • Berufsbedingte Impfung
    • Laborpersonal
    • Forstarbeiter/Landwirte in Endemiegebieten
  • Besonderheiten
    • Bei Impfung <3 Lebensjahren: Strenge Nutzen-Risiko-Abwägung
  • Für Details siehe
Gelbfieber
  • Ab 10 Tagen nach Impfung
  • Lebenslang

Impfungen H [3]

Steckbrief Impfungen H

Erkrankung

Impfstoff Applikationsart Zeitraum des Impfschutzes Indikationen und Besonderheiten

Haemophilus influenzae b

(Hib)

  • Unbekannt

Hepatitis A

(HA)

  • Ab 14 Tagen nach 1. Impfdosis
  • Über ≥30 Jahre (nach vollständiger Grundimmunisierung) [20]
  • Indikationsimpfung
    • Erkrankungen, die häufige Übertragungen von Blutbestandteilen erfordern
    • Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko, bspw. durch Sexualverhalten
    • Bewohner psychiatrischer Betreuungseinrichtungen
  • Berufsbedingte Impfung
    • Personal im Gesundheitsdienst
    • Berufe mit Abwasserkontakt
    • Personal in Gemeinschaftseinrichtungen
  • Reiseimpfung
    • Aufenthalt in Regionen mit hoher Inzidenz
    • Regionen: Tropen, Mittelmeerraum, Osteuropa
  • Besonderheiten
    • Monovalenter Hepatitis-A-Impfstoff: 2 Impfstoffdosen im Abstand von 6–12 (max. 18) Monaten
    • Kombinationsimpfstoff mit Hepatitis B: 3 Impfstoffdosen im Abstand 0, 1 und 6 Monaten
    • Einsatz auch zur Postexpositionsprophylaxe
  • Für Details siehe

Hepatitis B

(HB)

Herpes zoster (HZ)
  • Intramuskulär
  • Unklar
Humanes Papillomvirus (HPV)
  • Unbekannt

Impfungen I–O [3]

Steckbrief Impfungen I–O

Erkrankung

Impfstoff Applikationsart Zeitraum des Impfschutzes Indikationen und Besonderheiten
Influenza
  • Ab 7–14 Tagen nach Impfung
  • Über ca. 1 Jahr
  • Standardimpfung: Alle Personen ≥60 Jahre
  • Indikationsimpfung
    • Schwangere ab 2. Trimenon (bei erhöhtem Risiko ab 1. Trimenon)
    • Personen ≥6 Monate mit Grundleiden
    • In Alters- oder Pflegeheimen lebende Personen
    • Personen, die engen Kontakt zu Risikopatienten haben
    • Bei schwerer Epidemie: Alle Personen
  • Berufsbedingte Impfung
    • Gesundheitspersonal
    • Tätigkeiten mit viel Publikumsverkehr
    • Betreuungspersonal von Risikopersonen
    • Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln
  • Reiseimpfung
    • Bei Indikation zur Standard- oder Indikationsimpfung (insb. Personen ≥60 Jahre)
    • Für Reisende ohne generelle Impfindikation abhängig von Expositionsrisiko und Impfstoffverfügbarkeit
  • Besonderheiten
    • Erwachsene mit Indikation: Jährliche Impfung im Herbst mit inaktiviertem Impfstoff mit aktueller, von der WHO empfohlener Antigenkombination
    • Kinder 2–17 Jahre mit Indikation: Jährliche Impfung im Herbst mit inaktiviertem Impfstoff i.m. oder attenuiertem Influenza-Lebendimpfstoff nasal (LAIV), insb. bei Hindernissen für eine Injektion
    • Bei Lebendimpfung Übertragung des Impfvirus auf Immungeschwächte möglich; enge Kontakte zu Risikopersonen für 1–2 Wochen vermeiden
  • Für Details siehe
  • Nasal
Japanische Enzephalitis
  • Ab 7 Tagen nach 2. Impfdosis
  • Über ca. 10 Jahre (nach vollständiger Grundimmunisierung)
Masern
  • Ab 10 Tagen nach 1. Impfdosis
  • Lebenslanger Schutz anzunehmen
  • Standardimpfung
    • Alle Kinder ab 11 Monaten
    • Alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit unvollständiger Impfung
  • Indikationsimpfung
    • Vor Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung: Säuglinge ab 9 Monaten
    • Bei Ausbruch
      • Alle nach 1970 Geborenen ab 9 Monaten mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit unvollständiger Impfung
      • Ggf. Säuglinge von 6–8 Monaten nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung (Off-Label-Use)
  • Berufsbedingte Impfung
    • Nach 1970 geborenes Personal mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit unvollständiger Impfung
      • Gesundheitsdienst
      • Gemeinschaftseinrichtungen und -unterkünfte
      • Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene
      • Bei Kontakt zu potenziell infektiösem Material
  • Besonderheiten
    • Standardimpfung Erwachsener : Einmalige MMR-Impfung
    • Berufsbedingte Impfung: Zweimalige MMR(V)-Impfung
    • Bei Erstimpfung im Alter von 9–10 Monaten: 2. Impfung zu Beginn des 2. Lebensjahres
    • Bei Erstimpfung im Alter von 6–8 Monaten: 2. und 3. Impfung im Alter von 11 und 15 Monaten
    • Einsatz auch zur Postexpositionsprophylaxe
  • Für Details siehe

Meningokokken

  • Intramuskulär oder subkutan (je nach Präparat)
  • Unbekannt

Mumps

  • Über 11–13 Jahre

Impfungen P–R [3]

Steckbrief Impfungen P–R

Erkrankung

Impfstoff Applikationsart Zeitraum des Impfschutzes Indikationen und Besonderheiten

Pertussis

Pneumokokken
  • Ab 2 Wochen (PCV13) bzw. 3 Wochen (PPSV23) nach Impfung
  • Über ca. 3–5 Jahre
Poliomyelitis
Röteln
  • Lebenslanger Schutz anzunehmen
  • Standardimpfung: Alle Kinder
  • Indikationsimpfung
    • Frauen im gebärfähigen Alter mit unklarem oder fehlendem Impfschutz: Zweimalige MMR(V)-Impfung (bei seronegativen Schwangeren postpartal)
    • Frauen im gebärfähigen Alter mit unvollständigem Impfschutz: Vervollständigung
  • Berufsbedingte Impfung: Nach 1970 geborenes Personal mit unklarem, fehlendem oder unvollständigem Impfschutz
    • Gesundheitsdienst
    • Gemeinschaftseinrichtungen und Ausbildungsstellen für junge Erwachsene
    • Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete und Asylsuchende
    • Tätigkeiten zu potenziell infektiösem Material
  • Besonderheiten
  • Für Details siehe
Rotavirus (RV)
  • Schluckimpfung
  • Unbekannt
  • Standardimpfung: Alle Kinder im Alter von 6–24(–32) Wochen
  • Besonderheiten
    • Möglicherweise leicht erhöhtes Invaginationsrisiko
    • Ausscheidung des Impfvirus über den Stuhl, Übertragung auf Kontaktpersonen möglich, i.d.R. ohne klinische Symptome
  • Für Details siehe

Impfungen S–Z [3]

Steckbrief Impfungen S–Z

Erkrankung

Impfstoff Applikationsart Zeitraum des Impfschutzes Indikationen und Besonderheiten
Tetanus
Tollwut
  • Intramuskulär
  • Ab 4 Wochen nach 1. Impfdosis
  • Über 2–5 Jahre

Typhus

  • Reiseimpfung
    • Reisen in Endemiegebiete mit Aufenthalt unter schlechten hygienischen Bedingungen
    • Regionen: Tropisches Afrika, Südostasien, Indien, insb. westliche Teile Südamerikas
  • Besonderheiten
    • Impfschutz nur bei 60–70% der Geimpften
  • Für Details siehe
  • Schluckimpfung
Varizellen
  • Über ca. 9–15 Jahre

Generell werden Lebendimpfstoffe primär subkutan und Totimpfstoffe primär intramuskulär appliziert.

Impfstoffe ohne Impfempfehlung in Deutschland

  • Bedeutung [20]
    • Individueller Schutz (Infektionsschutz bei erhöhtem Expositionsrisiko)
    • Drittschutz für Patienten (Schutz vor Transmission)
  • Zielgruppe: Personal von Einrichtungen des Gesundheitswesens mit
    • Patientenkontakt und/oder
    • Kontakt zu potentiell infektiösem Material

Impfempfehlungen für Gesundheitspersonal [20]

Auch Gesundheitspersonal sollte die Standardimpfungen gemäß aktueller STIKO-Empfehlungen durchführen lassen (siehe: STIKO-Impfkalender). Darüber hinaus gelten berufsspezifische Empfehlungen für Indikationsimpfungen, die hier dargestellt sind.

Reiseimpfungen sind speziell bei Reisen in bestimmte Regionen (ggf. unter gewissen Bedingungen ) indizierte Schutzimpfungen. Impfempfehlungen für Reisen stellen das Robert Koch-Institut, das Auswärtige Amt und die WHO zur Verfügung.

Reiseimpfungen Typisches Vorkommen Weiterführende Inhalte
Cholera
  • Afrika (mit Ausnahme Nordafrikas) [24]
  • Süd- und Südostasien
  • Mittelamerika (seltener auch Südamerika)
FSME
  • Insb. nordöstliches Europa, Teile Deutschlands
Gelbfieber
Hepatitis A
  • Osteuropa
  • Mittelmeerraum
  • Tropen
Hepatitis B
  • Afrika [25]
  • Asien, insb. Ost- und Südostasien
Japanische Enzephalitis
  • Süd-/Südost-/Ostasien
  • Nordaustralien
  • Westpazifik [3]
Meningokokken (ACWY)
  • Meningitisgürtel Afrikas
  • Arabische Halbinsel
  • USA/Kanada/Australien
Poliomyelitis
  • Teile Afrikas und Asiens (WHO-Meldungen beachten) [26][27]
Tollwut
  • Afrika [28][29]
  • Asien (Insb. Süd-, Südost-, Ost- und Zentralasien)
  • Mittel- und Südamerika
Typhus
  • Afrika [30]
  • Süd- und Südostasien
  • Naher Osten
  • Mittel- und Südamerika

Dokumentation

  • Übersicht über alle bisher erfolgten Impfungen einer Person
    • Vermeiden überflüssiger Impfungen
    • Rechtzeitige Durchführung fälliger Impfungen
  • Was muss immer aufgeführt werden?
  • Außerdem immer: Ärztlicher Stempel und Unterschrift

Inhalt

Gängige Abkürzungen von Impfungen und Handelsnamen

Die Wirksamkeit einer Impfung kann formal über epidemiologische Maßzahlen angegeben werden. [31]

  • Vaccine Efficacy: Wirksamkeit einer Impfung unter Studienbedingungen (Idealbedingungen)
  • Vaccine Effectiveness (Impfeffektivität): Wirksamkeit einer Impfung unter Normalbedingungen
    • Erhebung: Prospektiv möglich, i.d.R. aber retrospektiv
  • Berechnung
    • Ansatz: Bestimmung der relativen Risikoreduktion, die durch die Impfung erreicht wird
    • Formel: Relative Risikoreduktion = (Erkrankungsrisiko der ungeimpften Gruppe - Erkrankungsrisiko der geimpften Gruppe) / Erkrankungsrisiko der ungeimpften Gruppe = 1 - Relatives Risiko (RR)
      • Ersatzweise Berechnung über die Odds: : (Odds der ungeimpften Gruppe - Odds der geimpften Gruppe) / Odds der ungeimpften Gruppe = 1 - Odds Ratio

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  1. Masern, RKI-Ratgeber für Ärzte. Stand: 19. Mai 2014. Abgerufen am: 4. August 2016.
  2. Meldung des Verdachts einer Impfnebenwirkung. Stand: 18. Juni 2015. Abgerufen am: 9. Mai 2018.
  3. Informationen zum Infektionsschutzgesetz. Stand: 30. August 2016. Abgerufen am: 29. Dezember 2020.
  4. Epidemiologisches Bulletin 34/2020. Stand: 20. August 2020. Abgerufen am: 14. September 2020.
  5. Varivax® Fachinformation. Stand: 1. Juli 2020. Abgerufen am: 22. Oktober 2020.
  6. Impfstoffe. . Abgerufen am: 10. Februar 2020.
  7. Beier: Empfehlungen der SIKO zur Durchführung von Schutzimpfungen im Freistaat Sachsen In: KVS-Mitteilungen. Nummer: 02, 2019, p. 12-15.
  8. Burger, Kurth: Infektionsprävention: Eine Wiedereinführung der Pockenimpfung ist derzeit nicht notwendig In: Deutsches Ärzteblatt. Band: 100, Nummer: 4, 2003, p. A163-164.
  9. Vaccines: Pertussis. Stand: 21. Mai 2015. Abgerufen am: 28. September 2020.
  10. Berner et al.: DGPI-Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. 7. Auflage Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) 2018, ISBN: 978-3-132-40790-9 .
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