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Physikalische Therapie

Letzte Aktualisierung: 29.5.2020

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Von den vielfältigen Möglichkeiten physikalischer Therapie werden hier einige wichtige Vertreter vorgestellt. Mittel der physikalischen Einwirkung können unter anderem Wärme - und Kältezufuhr sowie Elektrotherapie und verschiedene Formen der manuellen Behandlung (z.B. Lymphdrainage) sein.

  • Wärmetherapie
    • Indikationen
      • Chronische degenerative Erkrankungen
      • Osteoporose
      • Muskelverspannungen
    • Wirkung: Hemmung nozizeptiver Vorgänge, Vasodilatation, Muskelentspannung
    • Variante: Moorbäder
      • Indikation: Rheumatische oder gynäkologische Beschwerden, Arthrose, Osteoporose
      • Wirkung
        • Wärmespeicher: Moor kann Wärme lange halten und bei einem Bad langsam und kontinuierlich an den Körper abgeben
        • Antientzündliche Wirkung: Huminsäure soll antiphlogistisch wirken
  • Heliotherapie: Behandlung durch Sonnenlicht
  • Kältetherapie (Kryotherapie)
    • Indikation
      • Akut entzündliche Vorgänge des Halte- und Stützapparats
      • Traumata
      • postoperative Zustände
    • Durchführung
      • In der Regel durch lokalen Einsatz
      • Kältekammer bei -110°C für wenige Minuten
      • Quark-Kompressen bei rheumatischen Erkrankungen und bei Mastitis
    • Wirkung: Hemmung nozizeptiver Vorgänge, Vasokonstriktion, Verlangsamung biochemischer Vorgänge
  • Feuchte Wadenwickel
    • Indikation: Fieber
    • Wirkungsweise: Dem Körper wird durch die entstehende Verdunstungskälte (ähnlich dem Schwitzen) Wärme entzogen und die Körpertemperatur gesenkt
    • Durchführung: Umwicklung beider Unterschenkel mit feuchten Tüchern für etwa 30min
  • Hauptindikationen
    • Muskuläre Beschwerden: Verspannungen, Verhärtungen, Wirbelsäulen-Syndrome
    • Neurologische Krankheitsbilder, die mit Muskelinnervationsstörungen einhergehen (z.B. Spastiken, Myotonien)
  • Kontraindikationen
    • Hauterkrankungen und akute lokale Infektionen
    • Fieberhafte Erkrankungen
  • Wichtige Techniken (Handgriffe)
    • Streichungen = Effleurage
    • Klopfungen = Tapotement
    • Reibungen = Friktion
    • Rollungen und Knetungen = Petrissage
    • Zittern = Vibration
  • Prinzip: Durch mechanische Einwirkung auf bestimmte Zonen (z.B. Dermatom, Head'sche Zone) werden Effekte auf innere Organe erzielt
  • Beispiele: Hydrotherapie nach Kneipp, Bindegewebsmassage, Periostbehandlung , Kolonbehandlung nach Vogler und Krauß

Fünf Säulen der Kneipp-Therapie

  • Massage
    • Indikation: Schmerzhafte Myogelosen, Lumbalgie, Rückenbeschwerden
  • Behandlung der chronischen, primären Hypotonie
    • Bürstenmassage der Haut
    • Wassertreten
    • Kühle Armbäder
    • Sport
  1. A. Kreutzfeld, B. Albrecht, K. Müller: Einfluss des Wassertretens nach Kneipp auf die Immunregulation In: Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin. Band: 13, Nummer: 4, 2003, doi: 10.1055/s-2003-41367 . | Open in Read by QxMD p. 208-214.