ambossIconambossIcon

Omphalitis

Letzte Aktualisierung: 5.11.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Omphalitis ist eine bakterielle Infektion des Bauchnabels und des periumbilikalen Gewebes. Sie tritt fast ausschließlich bei Neugeborenen auf und wird meist durch grampositive Kokken (Staphylokokken oder Streptokokken) verursacht. Leitbefund sind eine periumbilikale Rötung und Schwellung, die sich unbehandelt auf die gesamte Bauchdecke ausbreiten und zu einer Neugeborenensepsis führen können. Die Diagnose wird klinisch gestellt und erfordert eine systemische kalkulierte Antibiotikatherapie.

Epidemiologietoggle arrow icon

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Erregertoggle arrow icon

Risikofaktorentoggle arrow icon

Pathophysiologietoggle arrow icon

  • Subpartal und postnatal bakterielle Kolonisation des Nabels
  • Avitales Gewebe des Nabelstumpfes fördert bakterielles Wachstum
  • Thrombosierte Nabelgefäße ermöglichen Übertritt in die Blutbahn

Symptomatiktoggle arrow icon

Systemische Entzündungszeichen (bspw. Fieber) können initial fehlen!

Diagnostiktoggle arrow icon

Eine Omphalitis wird anhand des klinischen Bildes diagnostiziert!

Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Differenzialdiagnosen bei nässendem Nabel [6]
Diagnose Ursache Befund Therapie
Omphalitis
Nabelgranulom
  • Benigne Gewebewucherung an der Nabelschnurbasis
  • Seröses, ggf. blutiges Sekret
  • Umschriebene, ca. erbsengroße Verhärtung
  • Spontane Rückbildung möglich
  • Ggf. lokale Ätzung mit Silbernitrat oder operative Resektion
Persistierender Ductus omphaloentericus
  • Austritt von Darminhalt
  • Operativer Verschluss
Urachusfistel
  • Unvollständige Rückbildung des Urachus
  • Austritt von Urin
  • Operativer Verschluss

Sezerniert der Nabel >2 Wochen nach Abfallen des Nabelschnurrests, sollten pathologische Ursachen ausgeschlossen werden!

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapietoggle arrow icon

Bei eindeutigen klinischen Hinweisen auf eine Omphalitis sollte umgehend eine systemische kalkulierte Antibiotikatherapie begonnen werden!

Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Präventiontoggle arrow icon

  • Durchtrennung der Nabelschnur mit sterilen Instrumenten (Schere oder Skalpell)
  • Trockenhalten des Nabels

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

  • P38: Omphalitis beim Neugeborenen mit oder ohne leichte Blutung

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

Icon of a lockNur noch 3 Kapitel ohne AMBOSS-Zugang verfügbar

Mit einem AMBOSS-Zugang hast du unbegrenzten Zugriff auf alle Inhalte.
 Evidenzbasiertes Medizin- und Pflegewissen von unserer Fachredaktion auf den Punkt gebracht. Disclaimer aufrufen.