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Patient Blood Management

Letzte Aktualisierung: 2.6.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Das Patient Blood Management (PBM) ist ein interdisziplinäres Behandlungskonzept auf der Grundlage verschiedener fremdblutsparender Maßnahmen, deren Durchführung die Patientensicherheit und das Outcome bei elektiven operativen Eingriffen verbessern soll. Die 3 Säulen des PBM sind die Optimierung einer präoperativen Anämie (1), die perioperative Reduktion von Blutverlusten (2) und der perioperative rationale Einsatz allogener Blutprodukte (3). Auch wenn die Anwendung von PBM bereits seit 2011 von der WHO empfohlen wird, ist das Konzept noch nicht flächendeckend in deutschen Kliniken etabliert.

Definitiontoggle arrow icon

  • Interdisziplinäres Behandlungskonzept: Evidenzbasiert, multimodal
  • Ziele
    • Verbesserung des Outcomes durch individuelle Behandlung
    • Verbesserung der Patientensicherheit, insb. im perioperativen Bereich
  • Indikation: Operationen und Interventionen mit (hohem) Verbrauch von Blutprodukten
  • Ansatz: 3-Säulen-Modell
    1. Optimierung einer präoperativen Anämie
      • Präoperative Detektion einer präoperativen Anämie (insb. Optimierung der patienteneigenen Ressourcen)
      • Perioperative Therapie einer Anämie
    2. Reduktion von Blutverlusten
    3. Rationaler Einsatz von Blutprodukten
  • Anwendung
    • Prä-, intra- und postoperativ
    • Durch alle Disziplinen, die Blutprodukte verabreichen
  • Qualitätssicherung: Regelmäßige Audits zur Überprüfung der Transfusionspraxis empfohlen [1]

Das Patient Blood Management ist v.a. für elektive Eingriffe gedacht, im Notfall sollten die perioperativen Maßnahmen individuell angepasst werden! Eine Schocksymptomatik kann eine Massivtransfusion notwendig machen!

Optimierung einer präoperativen Anämietoggle arrow icon

Präoperative Anämie [2][3]

  • Definition: Präoperative Erniedrigung des Hämoglobin-Wertes
    • : <13 g/dL (<8,07 mmol/L)
    • : <12 g/dL (<7,45 mmol/L) bzw. <11 g/dL (<6,83 mmol/L) bei Schwangeren
  • Prävalenz: 10,5–47,9% [3]
  • Unabhängiger Risikofaktor für

Im Rahmen des PBM werden alle Personen mit einem Hämoglobin-Wert <13 g/dL (<8,07 mmol/L) in das fremdblutsparende Maßnahmenbündel mit eingeschlossen!

Präoperative Detektion einer Anämie

Therapie der präoperativen Anämie

Festlegen des OP-Termins

  • Verschieben elektiv geplanter Eingriffe: Bis zur Optimierung patienteneigener Ressourcen
  • OP-Termin auf Gesamtstrategie abstimmen
  • Ggf. Einbindung von Anämiepatient:innen in spezielle PBM-Sprechstunden

Elektive Operationen sollten bei präoperativer Anämie bis zur Optimierung patienteneigener Ressourcen verschoben werden!

Bei Notfällen tritt die erste Säule (Optimierung einer präoperativen Anämie) in den Hintergrund!

Postoperative Weiterbehandlung

  • Stimulation der Erythropoese
  • Ggf. (weiter) Eisen substituieren
  • Arzneimittelinteraktionen beachten
  • Vermeidung und konsequente Behandlung von Infektionen
  • Bei unbekannter Anämieursache: Weiterführende Diagnostik einleiten

Reduktion von Blutverlustentoggle arrow icon

Präoperative Maßnahmen

Intraoperative Maßnahmen [2][12]

Postoperative Maßnahmen

Rationaler Einsatz allogener Blutproduktetoggle arrow icon

Grundsätze zum Einsatz allogener Blutprodukte

Erythrozytenkonzentrate (EK) [13][14]

Jede Transfusion eines Erythrozytenkonzentrats benötigt eine rechtfertigende Indikation!

Weitere Blutprodukte

Ausschöpfen patienteneigener Ressourcen

  • Optimierung der kardiopulmonalen Situation
    • Kardiale Auswurfleistung
    • Oxygenierung
  • Minimierung des Sauerstoffverbrauchs
  • Vermeidung/Behandlung von Infektionen

AMBOSS-Podcast zum Thematoggle arrow icon

Patient Blood Management, Teil 1 (September 2020)

Patient Blood Management, Teil 2 (Oktober 2020)

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