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Reanimation von Neugeborenen - AMBOSS-SOP

Letzte Aktualisierung: 9.1.2026

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Vorbereitung und Initialversorgungtoggle arrow icon

In dieser AMBOSS-SOP werden Vorbereitung und Durchführung der Neugeborenenreanimation dargestellt. Für eine Übersicht der grundlegenden anzuwendenden Techniken siehe: Grundlagen der Reanimation - Besondere Patientengruppen. Für die postnatale Routineversorgung (insb. die Betreuung von Neugeborenen mit ungestörter Anpassung) siehe: Management im Kreißsaal, APGAR-Score und U1.

Vorbereitung und Initialversorgung Neugeborener [1]
Zeitpunkt Maßnahme/Erklärung
Vor der Geburt
  • Material prüfen (Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit)
  • Warme, zugluftfreie Umgebung schaffen
  • Team-Briefing
  • Elterngespräch
Zum Zeitpunkt der Geburt
  • Uhr starten
Nach der Geburt (parallele Maßnahmen)
  • Abtrocknen/Stimulieren und wärmen
    • Reifgeborene: Gründlich abtrocknen, in ein warmes Tuch wickeln
    • Frühgeborene <32. SSW: Ohne Abtrocknen in Plastikfolie hüllen (Gesicht aussparen)
Weiteres Vorgehen
  • Falls keine suffiziente Spontanatmung: Mit CPR-Algorithmus beginnen
  • Falls angestrengte Spontanatmung: Assistierte Beatmung (CPAP)
  • Falls suffiziente Spontanatmung: Wärmemanagement, Neugeborenes zu den Eltern geben

Normwerte der Vitalparameter bei Neugeborenen [2][3]

Die Untergrenze des MAD in den ersten Lebenstagen entspricht dem Gestationsalter in vollendeten SSW!

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Ablauf/Durchführungtoggle arrow icon

Reanimation von Neugeborenen [1]
Maßnahme

Erklärung

Freimachen der Atemwege
Initiale Beatmung
Reevaluation der Herzfrequenz nach 30 s
  • Falls HF <60/min trotz effektiver Beatmung: Beginn mit Thoraxkompressionen
  • Falls HF ≥60/min
    • Ohne suffiziente Spontanatmung: Atemunterstützung nach Bedarf
    • Mit suffizienter Spontanatmung: Wärmemanagement, Beobachtung
Thoraxkompressionen/Beatmungen
  • Technik der Thoraxkompressionen
  • Kompressions-Ventilations-Verhältnis: 3:1
    • Sonderfall vermutete kardiale Ursache: Kompressions-Ventilations-Verhältnis 15:2 erwägen
  • CPR-Frequenz: 120/min
  • Beatmung
    • Inspirationszeit <1 s
    • Beatmungsbeutel mit 2 Fingern und 1 Daumen zusammendrücken für ein Tidalvolumen von 5–8 mL/kgKG [6]
    • Sauerstoffkonzentration auf 100% erhöhen
Wiederbeurteilung (alle 30 s)
  • Falls HF <60/min: Fortführung der Thoraxkompressionen und Beatmungen, zusätzliche Medikamentengabe erwägen
  • Falls HF ≥60/min: Thoraxkompressionen beenden
    • Ggf. weitere Beatmung (Beatmungsfrequenz 30/min, restriktive O2-Gabe)
    • Sicherstellung suffizienter Beatmung (Thoraxbewegungen!)
Erweiterte Maßnahmen (parallel)
Elternbetreuung (parallel)
  • Anwesenheit der Eltern, wenn gewünscht und möglich
  • Eltern in Therapieentscheidungen einbeziehen
  • Nach Beenden der Reanimation: Frühestmöglichen Kontakt zum Kind ermöglichen
Abbruch der Reanimationsmaßnahmen

Nahezu allen Neugeborenenreanimationen liegt eine respiratorische Ursache (Asphyxie) zugrunde! Eine suffiziente Beatmung ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Reanimation!

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Postreanimationsbehandlungtoggle arrow icon

Allgemeine Maßnahmen [1]

  • Monitoring: Engmaschige Überwachung
  • Blutzuckereinstellung: Vermeidung von Hypo- und Hyperglykämien (ggf. Glucoseinfusion erwägen)

Temperaturmanagement [1]

  • Normothermie (36,5–37,5 °C) anstreben, ggf. aktive Wärmung
  • Ggf. therapeutische Hypothermie
    • Behandlungsbeginn: Spätestens 6 h nach Geburt
    • Behandlungsdauer: 72 h
    • Zieltemperatur: 33–34 °C
    • Wiedererwärmungsdauer: Mind. 4 h
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