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Reanimation - AMBOSS-SOP

Letzte Aktualisierung: 27.1.2026

Reanimation von Erwachsenentoggle arrow icon

Dieses Kapitel konzentriert sich auf den BLS- und ALS-Algorithmus. Für weitere Hintergrundinformationen siehe auch: Grundlagen der Reanimation

Algorithmus je nach Setting

  • Basic Life Support (BLS): Maßnahmen der grundlegenden Lebenserhaltung nach Auffinden einer bewusstlosen Person mit Kreislaufstillstand, die möglichst ohne jegliche Zeitverzögerung begonnen werden sollten
    • Setting/Anwender: Ambulante Ersthelfer
  • Advanced Life Support (ALS): Enthält neben grundlegenden Maßnahmen der CPR (wie bei BLS) weiterführende Maßnahmen wie Defibrillation, Medikamentengabe und ggf. Intubation
    • Setting/Anwender: Medizinisches Fachpersonal im Krankenhaus oder Rettungsdienst

Unverzügliche kardiopulmonale Reanimation, Minimierung der Thoraxkompressionspausen und frühzeitige Defibrillation sind die wichtigsten Grundlagen einer erfolgreichen Reanimation!

Bei jeder Art der Reanimation ist auf die Sicherheit der beteiligten Personen zu achten!

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Basic Life Support (BLS)toggle arrow icon

Basic Life Support (BLS)
Maßnahme Erklärung
Reaktion beurteilen
  • Durchführung: Person laut ansprechen und sanft an den Schultern schütteln
Hilfe rufen
  • Zeitpunkt: Unmittelbar bei fehlender Reaktion
  • Durchführung
    • Außerklinisch
      • Notruf wählen (112)
      • Freisprechfunktion des Mobiltelefons aktivieren
      • Weiteres Vorgehen ggf. unter telefonischer Anleitung
    • Innerklinisch
      • AED/Defibrillator anfordern
      • Reanimationsteam alarmieren

Atemwege öffnen

  • Kinn anheben: Mit 2 Fingern am Unterkiefer
  • Kopf überstrecken: Gleichzeitig mit der anderen Hand an der Stirn
Atmung beurteilen
  • „Sehen, Hören, Fühlen“ (max. 10 s)

Kardiopulmonale Reanimation (CPR) beginnen

Automatisierten externen Defibrillator (AED) einsetzen (falls verfügbar)
  • Zeitpunkt: Sobald verfügbar
  • Durchführung
Kardiopulmonale Reanimation (CPR) fortführen
  • Durchführung: So lange wie möglich bzw. erforderlich
    • Typischerweise bis zum Eintreffen von professioneller Hilfe / Beginn des Advanced Life Support
    • Alternativ bis zum Auftreten von Zeichen der Erholung oder bis zur Erschöpfung der Ersthelfenden
  • Zeichen der Erholung
    • Wiedererlangen des Bewusstseins
    • Spontane Bewegung bzw. Augenöffnen
    • Normale Atmung

Zu Beginn eines Kreislaufstillstands findet sich in 30–60% der Fälle eine Schnappatmung, die jedoch wie eine fehlende Atmung bewertet werden sollte und somit eine Indikation für den Beginn einer CPR darstellt!

Der Basic Life Support sollte fortgeführt werden bis professionelle Hilfe eintrifft, die Person definitiv wieder bei Bewusstsein ist, sich bewegt, die Augen öffnet und normal atmet oder die Ersthelfenden erschöpft sind!

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Advanced Life Support (ALS)toggle arrow icon

Erweiterte Reanimationsmaßnahmen

  1. Reanimationsbeginn (wenn keine Reaktion und keine normale Atmung vorliegen)
    • Vorheriges Tasten des Karotispulses nur für medizinisches Fachpersonal bei innerklinischer Reanimation empfohlen
    • Herzdruckmassage und Beatmung im Verhältnis 30:2, Zyklus kontinuierlich wiederholen
  2. Etablieren erweiterter Maßnahmen (parallel zur CPR)
  3. Notfall-EKG-Diagnostik: Schock- und Medikamentengabe je nach Befund
  4. Je nach Verlauf

Bei der Herzdruckmassage ist eine möglichst lückenlose Thoraxkompression anzustreben!

Rhythmusanalyse und (bei defibrillierbarem Rhythmus) eine möglichst frühzeitige Defibrillation haben Priorität vor weiteren Maßnahmen wie Gefäßzugängen und Atemwegssicherung und sollten nicht durch diese verzögert werden!

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Reversible Ursachen eines Kreislaufstillstandstoggle arrow icon

4 H und 4 T [3]

  • 4 H: Hypoxie, Hypovolämie, Hypo- oder Hyperkaliämie, Hypo- oder Hyperthermie [4]
  • 4 T: Tamponade (des Perikards), Toxine, Thrombose (der Lungenarterien oder Herzkranzgefäße), Tension (Spannungpneumothorax)
    • Alternativ: „HITS für Herzbeuteltamponade, Intoxikationen, Thromboembolie und Spannungspneumothorax

Diagnostische Schritte zur Ursachenfindung

Erfolgen parallel zur CPR und sollen die Thoraxkompression so wenig wie möglich unterbrechen:

Notfallmanagement: Reversible Ursachen eines Kreislaufstillstands
Hinweisgebende Befunde

Erstmaßnahmen

Hypoxie
Hypovolämie Hämorrhagie
Hypovolämie
Hypo-/Hyperkaliämie
Hypothermie
Tamponade (Perikardtamponade)
Toxine
  • Zuordnung des Toxins über klinisches Bild
Thrombose Myokardinfarkt
  • Troponin: Nur bei früher Abnahme verwertbar
  • Ggf. anamnestische Hinweise, sofern bekannt
  • Empirisch: Häufigste Ursache für plötzlichen Herzstillstand
LAE
Tension (Spannungspneumothorax)

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