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Atemnotsyndrom des Neugeborenen

Last updated: 30.6.2020

Abstract

Das Atemnotsyndrom tritt bei ca. der Hälfte der Frühgeborenen <32. SSW auf und beruht reifebedingt auf einem Surfactant-Mangel. Frühgeborene >32. SSW und reife Neugeborene sind grundsätzlich seltener und dann vorwiegend infolge einer Entbindung per Sectio caesarea betroffen. Da Surfactant die Oberflächenspannung der Alveolen herabsetzt, kommt es bei dessen Mangel zum Kollaps der Alveolen. Das Neugeborene muss viel Atemarbeit aufwenden, um die Alveolen bei jeder Inspiration neu zu entfalten. Klinisch besteht je nach Ausprägung eine deutliche Tachydyspnoe mit massiven subkostalen und jugulären Einziehungen sowie Zyanosezeichen. Die hohe Atemarbeit führt über eine zunehmende Erschöpfung zu einer respiratorischen Insuffizienz und Hypoxie, die unbehandelt einen Herzkreislaufstillstand zur Folge hätten.

Das Atemnotsyndrom des Neugeborenen ist eine klinische Diagnose, deren Ausmaß sich radiologisch anhand der Ausprägung der Atelektase sichern lässt. Eine quantitative Bewertung der hypoxämischen bzw. hyperkapnischen respiratorischen Insuffizienz erhält man mittels BGA. Therapeutisch sollte unmittelbar eine CPAP-Beatmung durchgeführt werden, um bei erhöhtem endexspiratorischen Druck das Zusammenfallen der Alveolen zu verhindern und dem Frühgeborenen die Atemarbeit zu erleichtern. Ist der Effekt der CPAP-Therapie unzureichend, kann künstliches Surfactant direkt in die Trachea appliziert werden. Wegen der kurzzeitigen kompletten Obstruktion durch die Surfactant-Gabe kann eine Überdruckbeatmung bis zum vollständigen Verteilen des Surfactants notwendig sein.

Präventiv kann die Surfactant-Bildung präpartal mittels zweimaliger Betamethason-Gabe der Mutter gefördert werden. Bei bereits einsetzendem respiratorischen Versagen ist eine Intubation mit künstlicher Beatmung notwendig. Infolge langer Beatmungszeiten kann als Komplikation insb. bei Frühgeborenen <32. SSW eine bronchopulmonale Dysplasie auftreten.

Epidemiologie

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologie

Pathophysiologie

Symptome/Klinik

Diagnostik

Röntgen-Thorax: Stadien des Atemnotsyndroms bei Neugeborenen
Stadium 1 Feingranuläre Verschattung als Kennzeichen der Mikroatelektasen
Stadium 2 Zusätzlich positives Aerobronchogramm
Stadium 3 Zusätzliche Verdichtung des Lungengewebes, Verschwinden der Herz- und Zwerchfellkonturen
Stadium 4 „Weiße Lunge

Differentialdiagnosen

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapie

Frühgeborene haben physiologischerweise keine 100%ige O2-Sättigung, sondern einen Wert um die 90%. Eine 100%ige Sättigung ist für sie toxisch!

Komplikationen

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Prognose

Prävention

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2021

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

Quellen

  1. Sitzmann: Duale Reihe Pädiatrie. 3. Auflage Thieme 2006, ISBN: 978-3-131-25332-3 .
  2. Hoffmann: Crashkurs Pädiatrie. 2. Auflage Urban & Fischer 2003, ISBN: 978-3-437-43200-2 .
  3. Koletzko: Pädiatrie. 13. Auflage Springer 2007, ISBN: 978-3-540-48632-9 .
  4. Kliegman et al.: Nelson Textbook of Pediatrics. 19. Auflage Elsevier 2011, ISBN: 978-1-437-70755-7 .
  5. Jorch, Hübler: Neonatologie. 1. Auflage Thieme 2010, ISBN: 978-3-131-46071-4 .