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Solitäres Rektumulkus-Syndrom

Letzte Aktualisierung: 13.1.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Das solitäre Rektumulkus-Syndrom (SRUS) ist eine seltene benigne Erkrankung, die durch ischämische Läsionen der Rektumschleimhaut gekennzeichnet ist und i.d.R. chronisch verläuft. Die Ätiologie ist multifaktoriell und beruht meist auf einer Kombination aus lokaler Minderperfusion, chronischem mechanischen Trauma, dyssynerger Defäkation und/oder Rektumprolaps. Klinisch äußert sich das Syndrom typischerweise durch rektale Blutungen, Schleimabgang und starkes Pressen bei der Defäkation. Die Diagnose wird anhand des klinischen Bildes und Endoskopie inkl. Biopsie gestellt. Essenziell ist der Ausschluss von Differenzialdiagnosen wie Malignomen oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Therapie erfolgt stufenweise und beginnt mit konservativen Maßnahmen wie Patientenschulung und Stuhlregulation. Diese können um topische Medikamente und insb. bei nachgewiesener Dyssynergie um Biofeedback ergänzt werden. Therapieresistente Fälle erfordern ggf. interventionelle oder chirurgische Maßnahmen, die oft die höchste Wirksamkeit zeigen. Die Prognose ist gut, der Verlauf jedoch oft chronisch-rezidivierend.

Epidemiologietoggle arrow icon

  • Inzidenz: Ca. 1/100.000 Personen pro Jahr (gemäß älterer internationaler Studien) [1][2]
  • Geschlechterverteilung: >
  • Häufigkeitsgipfel: Meist junges Erwachsenenalter
    • : Häufig mit 40–49 Jahren
    • : Häufig mit 30–39 Jahren

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

Symptomatiktoggle arrow icon

Diagnostiktoggle arrow icon

Basisdiagnostik

Erweiterte Diagnostik

Die Diagnose des solitären Rektumulkus-Syndroms wird anhand der klinischen und endoskopischen Befunde gestellt!

Die Namensgebung kann irreführend sein, denn die Läsionen des solitären Rektumulkus-Syndroms müssen weder solitär, ulzeriert noch auf das Rektum beschränkt sein!

Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Differenzialdiagnosen des Solitären Rektumulkus-Syndroms
Diagnose Klinische Befunde Endoskopie Histologie/Mikrobiologie
CED
  • Oft ausgedehnter Befall, i.d.R. auch im Kolon, ggf. im gesamten Verdauungstrakt
  • Umschriebene oder diffuse Entzündung
  • Jeweils typische Entzündungsmuster (bspw. Kryptenabszesse, Granulome)
CRC
Infektiöse Proktitis
  • Entzündliche Veränderungen i.d.R. aufs Rektum begrenzt
  • Stuhlkulturen oder rektaler Abstrich mit Erregernachweis
  • Ggf. erregerspezifische Befunde
Ischämische Proktitis
  • Ischämietypische Veränderungen

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapietoggle arrow icon

  • I.d.R. stufenweises oder multimodales Vorgehen, beginnend mit konservativen Maßnahmen
  • Konservative Therapie
  • Medikamentöse Therapie
    • Indikation: Versagen der konservativen Therapie
    • Substanzen: Topische/orale Sucralfat- oder 5-ASA-Präparate
    • Wirksamkeit: Geringe Heilungsraten (ca. 25%)
  • Funktionelle Therapie: Biofeedback
    • Indikation: Insb. bei dyssynerger Defäkation
    • Ziel: Erlernen einer koordinierten Beckenbodenrelaxation
    • Wirksamkeit: Moderate Heilungsraten (ca. 40%)
  • Interventionelle Therapie
    • Indikation: Therapieresistenz, insb. bei blutendem SRUS
    • Methoden: Argon-Plasma-Koagulation, lokale Exzision, ggf. Botoxinjektion
    • Wirksamkeit: Hohe Heilungsraten (ca. 70–75%)
  • Chirurgische Therapie

Chirurgische Eingriffe sind bei therapierefraktären Verläufen des solitären Rektumulkus-Syndroms oft die wirksamste Option, sollten jedoch aufgrund potenzieller Risiken nur bei strenger Indikationsstellung durchgeführt werden!

Prognosetoggle arrow icon

  • Insg. gut, jedoch oft chronischer und rezidivierender Verlauf

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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