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Magenchirurgie

Letzte Aktualisierung: 16.12.2024

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Magenchirurgie ist ein Teilbereich der Viszeralchirurgie, der u.a. resezierende Eingriffe am Magen umfasst. Zu den typischen Indikationen für eine Magenresektion zählt insb. das Magenkarzinom. Daneben kann ein solcher Eingriff auch bei Magenausgangsstenose oder Ulkusperforation bzw. endoskopisch nicht-beherrschbarer Ulkusblutung indiziert sein. Zur Wiederherstellung der gastrointestinalen Passage nach einer Magenresektion stehen verschiedene Rekonstruktionsverfahren zur Verfügung. In Deutschland wird zu diesem Zweck typischerweise eine Roux-Y-Anastomose angelegt. Sowohl intra- als auch postoperativ kann es zu Komplikationen kommen, die ein zügiges und strukturiertes Vorgehen erfordern.

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Anatomische Grundlagentoggle arrow icon

Gefäßversorgung [1]

Ursprung aller den Magen versorgenden Arterien ist der Truncus coeliacus!

Operationstechnische Einteilung

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Magenresektiontoggle arrow icon

Übersicht

Distale Magenresektion

Je nach Indikation werden bei der distalen Magenresektion i.d.R. ⅔ bis ⅘ des Magens entfernt – atypische Resektionen sind jedoch ebenfalls möglich!

Gastrektomie [4][5]

Eine Gastrektomie wird standardmäßig in Kombination mit einer D2-LAD durchgeführt!

Perioperatives Management

Klinikinterne Standards für das perioperative Management bei Magenresektion sind zu beachten!

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Distale Magenresektiontoggle arrow icon

Durchführung einer distalen Magenresektion (mit regionaler D2-LAD)

OP-Schritt Onkologische Indikation Benigne Indikation
Zugang
Vorbereitungen
  • Ggf. intraoperative Gastroskopie bei schwieriger Befundlokalisation
  • Resektionsgrenzen festlegen und mit Haltefäden markieren
  • Linkslaterale Anteile der Leber mobilisieren

1. Schritt der D2-LAD

Bursa omentalis eröffnen

Duodenum absetzen

  • 1–2 cm aboral des Pylorus mit Stapler oder offen absetzen
  • Klammernahtreihe übernähen
2. Schritt der D2-LAD

  • Ggf. Verklebungen zwischen Magenhinterwand und Milz lösen

3. Schritt der D2-LAD

Magen absetzen

  • Klammernahtreihe übernähen (beginnend an der kleinen Kurvatur)
    • Letzte 4 cm zur kleinen Kurvatur nicht übernähen
    • Faden nicht abschneiden
Rekonstruktion
Drainagen
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Gastrektomietoggle arrow icon

Durchführung einer Gastrektomie mit regionaler D2-LAD
OP-Schritt webOP-Inhalte
Zugang
Vorbereitung
Mobilisation
1. Schritt der D2-LAD
Absetzen des großen Netzes und der gastroomentalen Gefäße
Duodenum absetzen
2. Schritt der D2-LAD
Ösophagus mobilisieren und dritter 3. Schritt der D2-LAD
Magen absetzen
Rekonstruktion

Drainagen

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Rekonstruktionsverfahren nach Magenresektiontoggle arrow icon

Übersicht

Roux-Y-Anastomose [1][5]

Roux-Y-Anastomose mit Pouch-Erweiterung [1][8]

  • Typische Varianten
    • Hunt-Lawrence-Rodino-Pouch
    • Jejunoplicatio nach Siewert/Peiper
  • Anwendung: Bei Personen mit guter Gesamtprognose sinnvoll
  • Vorteile
  • Nachteile
    • Anlage zeitlich aufwendiger
    • Positive Effekte erst nach ca. 1 Jahr sichtbar

Billroth-I-Rekonstruktion [1]

Die Billroth-I-Rekonstruktion zeigt im Langzeitverlauf keine klinisch messbaren Vorteile gegenüber anderen Verfahren, bei denen das Duodenum ausgeschaltet wird!

Billroth-II-Rekonstruktion [1]

Auswahl des Rekonstruktionsverfahrens

  • Individuelle Entscheidung unter Beachtung operationstechnischer Faktoren
    • Erforderliches Resektionsausmaß
    • Möglichkeit zur Anlage einer spannungsfreien Anastomose
    • Vernarbungsrisiko der Gastroduodenostomie bzw. des Duodenalstumpfes

In Deutschland wird nach Magenresektion bevorzugt eine Roux-Y-Anastomose durchgeführt – ein allgemeingültig anerkanntes Standardverfahren zur Wiederherstellung der Kontinuität gibt es jedoch nicht!

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Roux-Y-Anastomosetoggle arrow icon

Anlage einer Roux-Y-Anastomose
OP-Schritt webOP-Inhalte
Jejunalschlinge ausschalten
Terminolaterale Ösophagojejunostomie
Fußpunktanastomose anlegen
  • End-zu-Seit-Jejunojejunostomie etwa 40 cm aboral der Ösophagojejunostomie in fortlaufender Nahttechnik anlegen
  • Mesoschlitz verschließen
Bauchdeckenverschluss

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Billroth-I-Rekonstruktiontoggle arrow icon

Durchführung einer Billroth-I-Rekonstruktion
OP-Schritt Offenes Vorgehen Laparoskopisches Vorgehen
Vorbereitung
End-zu-End-Gastroduodenostomie
  • Schmale Spitze eines 30-mm-Linearstaplers in das Duodenum einführen
  • Breite Spitze des Staplers in den Magen einführen
  • Stapler schließen, auslösen und entfernen
Alternativ: End-zu-Seit-Gastroduodenostomie
  • Duodenum mit Stapler oder Naht verschließen
  • In 2–3 cm Abstand vom Stumpf die Vorderwand des Duodenums entsprechend dem gastralen Durchmesser eröffnen
  • Anastomosennaht wie bei der End-zu-End-Gastroduodenostomie

Sicherung
  • Insertionsstellen mit Pinzette fassen und anheben
  • Mit 30-mm- oder 60-mm-Linearstapler verschließen

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Billroth-II-Rekonstruktiontoggle arrow icon

Durchführung einer Billroth-II-Rekonstruktion
OP-Schritt Offenes Vorgehen Laparoskopisches Vorgehen
Vorbereitung
  • Ggf. Staplernahtreihe vorsichtig per Handnaht sichern
  • Jejunum antekolisch zum Magen hochziehen
  • 4 cm der Klammernahtreihe eröffnen bzw. resezieren (beginnend an der Curvatura major)
  • Jejunum antimesenterial 2–3 cm hinter dem blinden Ende über 4 cm eröffnen
End-zu-Seit-Gastrojejunostomie
  • Schmale Spitze eines 30-mm-Linearstaplers in das Jejunum einführen
  • Breite Spitze des Staplers in den Magen einführen
  • Stapler schließen, auslösen und entfernen
Sicherung
  • Seiten der Nahtreihen (sog. Jammerecken) übernähen
  • Insertionsstellen mit Pinzette fassen und anheben
  • Mit 30-mm- oder 60-mm-Linearstapler verschließen

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Komplikationen der Magenresektiontoggle arrow icon

Übersicht möglicher Komplikationen bei Magenresektion [1]
Zeitpunkt Komplikation Management
Intraoperativ
  • Gefäßverletzung
  • Übernähung
  • Gallengangsverletzung
  • Pankreasverletzung
  • Milzverletzung
  • Pleura- oder Zwerchfellverletzung
Früh-postoperativ
  • Nachblutung
  • Intraluminal
  • Extraluminal
  • Operative Umstechung
  • Möglichst endoskopische Versorgung
  • Konservative Behandlung
  • Ödematöse Anastomosenstenose
  • Endoskopische pneumatische Dehnung
  • Magenparalyse

Spät-postoperativ

  • Narbige Anastomosenstenose
  • Rezidivulkus [1]
  • Atrophische Gastritis
  • Refluxgastritis
  • Magenstumpfkarzinom [11]
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