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Epidurales Hämatom

Letzte Aktualisierung: 11.7.2022

Abstracttoggle arrow icon

Das epidurale Hämatom entsteht durch eine akute Blutung meist aus der A. meningea media zwischen Schädelknochen und Dura mater. Die Symptome sind Folge der Gehirnkompression und können sich direkt nach dem Trauma oder mit einer gewissen Latenz nach initialer Bewusstlosigkeit (freies Intervall) manifestieren. Neben der Vigilanzstörung ist insbesondere eine Anisokorie durch eine ipsilaterale Mydriasis ein alarmierendes Zeichen. Die CT bestätigt die Verdachtsdiagnose (bikonvexe, hyperdense, scharf begrenzte Raumforderung) und eine notfallmäßige neurochirurgische Eröffnung des Schädelknochens (Trepanation) ist indiziert.

  • Geschlecht: > (5:1)
  • Alter: ⅔ der Patienten <40 Jahre

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Symptome können sich direkt nach dem Trauma oder mit einer gewissen Latenz manifestieren

  • cCT
    • Bikonvexe , hyperdense Raumforderung
    • Meist temporoparietal lokalisiert , scharf abgegrenzt
    • Ggf. begleitende Kalottenfraktur

Siehe für ein Notfallmanagement bei zunächst unklarer Kopfschmerz-Ursache: Kopfschmerzen - AMBOSS-SOP

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Sofortige Entlastung!

  • Operative Trepanation (meist temporal nach Krönlein)
  • Bei rechtzeitiger Behandlung: 70%-ige Überlebenschance

Definition

Epidemiologie

Die höchste Inzidenz spinaler epiduraler Hämatome wird bei rückenmarksnaher Regionalanästhesie für gefäßchirurgische Eingriffe beobachtet!

Ätiologie

Spinale epidurale Hämatom treten in bis zu 50% der Fälle ohne erkennbare Ursache auf!

Symptome/Klinik [2]

Ein spinales epidurales Hämatom kann mit einem akuten Querschnittsyndrom als absoluter Notfall in Erscheinung treten!

Die Symptomatik eines spinalen epiduralen Hämatoms ist meist im Verlauf progredient!

Diagnostik [1][2]

Bei begründetem V.a. ein spinales epidurales Hämatom sollte unverzüglich eine MRT oder alternativ eine CT mit Myelografie erfolgen! [2]

Differenzialdiagnosen [4]

Therapie [2][5]

Prognose [2]

  • Mortalität 3,7%
  • Häufigkeit persistierender neurologischer Schäden ca. 53–55%
  • Beste Prognose bei Intervention innerhalb der ersten 12 h nach Symptombeginn

  • I62.-: Sonstige nichttraumatische intrakranielle Blutung
    • Exklusive: Folgen einer intrakraniellen Blutung (I69.2)
    • I62.0-: Subdurale Blutung (nichttraumatisch)
    • I62.1: Nichttraumatische extradurale Blutung
    • I62.9: Intrakranielle Blutung (nichttraumatisch), nicht näher bezeichnet
  • S06.-: Intrakranielle Verletzung
  • I69.-: Folgen einer zerebrovaskulären Krankheit
    • I69.2: Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
  • G95.-: Sonstige Krankheiten des Rückenmarkes
    • Exklusive: Myelitis (G04.‑)
    • G95.1-: Vaskuläre Myelopathien
      • G95.10: Nichttraumatische spinale Blutung, Hämatomyelie
    • G95.2: Rückenmarkkompression, nicht näher bezeichnet
  • G97.-: Krankheiten des Nervensystems nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
    • G97.82: Postoperative epidurale spinale Blutung
  • S34.-: Verletzung der Nerven und des lumbalen Rückenmarkes in Höhe des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
    • S34.0: Kontusion und Ödem des lumbalen Rückenmarkes [Conus medullaris]
    • S34.1-: Sonstige Verletzung des lumbalen Rückenmarkes
      • S34.10: Komplette Querschnittverletzung des lumbalen Rückenmarkes
      • S34.11: Inkomplette Querschnittverletzung des lumbalen Rückenmarkes
      • S34.18: Sonstige Verletzung des lumbalen Rückenmarkes
    • S34.2-: Verletzung von Nervenwurzeln der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins
    • S34.3-: Verletzung der Cauda equina
      • S34.30: Komplettes traumatisches Cauda- (equina‑) Syndrom
      • S34.31: Inkomplettes traumatisches Cauda- (equina‑) Syndrom
      • S34.38: Sonstige und nicht näher bezeichnete Verletzungen der Cauda equina
  • S35.8-: Verletzung sonstiger Blutgefäße in Höhe des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
  • S39.-: Sonstige und nicht näher bezeichnete Verletzungen des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
    • S39.8-: Sonstige näher bezeichnete Verletzungen des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
      • S39.81: Verletzung lumbosakraler Rückenmarkhäute

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2022, DIMDI.

  1. P. Papanagiotou: Spinales epidurales Hämatom In: Der Radiologe. Band: 52, Nummer: 5, 2012, doi: 10.1007/s00117-011-2291-y . | Open in Read by QxMD p. 451-454.
  2. S1- Leitlinie Rückenmarksnahe Regionalanästhesien und Thrombembolieprophylaxe/ antithrombotische Medikation. Stand: 20. Mai 2021. Abgerufen am: 27. Oktober 2021.
  3. Raasck et al.: Spontaneous spinal epidural hematoma management: a case series and literature review In: Spinal Cord Series and Cases. Band: 3, Nummer: 1, 2017, doi: 10.1038/scsandc.2016.43 . | Open in Read by QxMD .
  4. Baek et al.: Spontaneous Spinal Epidural Hematoma In: Journal of Korean Neurosurgical Society. Band: 44, Nummer: 1, 2008, doi: 10.3340/jkns.2008.44.1.40 . | Open in Read by QxMD p. 40.
  5. Duffill: Can spontaneous spinal epidural haematoma be managed safely without operation? A report of four cases In: Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry. Band: 69, Nummer: 6, 2000, doi: 10.1136/jnnp.69.6.816 . | Open in Read by QxMD p. 816-819.
  6. Mumenthaler, Mattle: Neurologie. 12. Auflage Thieme 2008, ISBN: 978-3-133-80012-9 .
  7. Masuhr, Neumann: Duale Reihe Neurologie. 6. Auflage Thieme 2007, ISBN: 978-3-131-35946-9 .