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Großwuchs

Letzte Aktualisierung: 22.10.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Unter Großwuchs wird eine Körpergröße über dem 97. Perzentil der Normkurven einer Bevölkerung definiert. In den meisten Fällen handelt es sich bei Großwuchs um konstitutionell oder familiär bedingte Wachstumsvarianten. Großwuchs kann jedoch auch im Rahmen von Syndromen (z.B. Marfan- oder Sotos-Syndrom), Chromosomenaberrationen (z.B. Klinefelter-Syndrom) oder endokrinologischen Erkrankungen (z.B. hypophysärer Gigantismus) auftreten.

Die Differenzierung zwischen Großwuchs als normale Wachstumsvariante oder als Ausdruck einer Grunderkrankung stellt eine Herausforderung für die behandelnde Person dar und bedarf v.a. einer ausführlichen Anamnese sowie einer eingehenden körperlichen Untersuchung, bevor weiterführende diagnostische Maßnahmen eingeleitet werden. Bei begründetem Verdacht einer pathologischen Ursache des Großwuchses sollte neben einer humangenetischen Abklärung und Chromosomenanalyse auch eine endokrinologische Diagnostik erfolgen.

Allgemeintoggle arrow icon

Definition von Großwuchs: Körperlänge mit Werten oberhalb des 97. Perzentils

Ätiologie

Diagnostik

  • Anamnese
    • Bestimmung der Körpergröße der Eltern und weiterer Familienangehöriger
    • Frage nach Entwicklungsauffälligkeiten
  • Körperliche Untersuchung
    • Genaue Vermessung einzelner Körperareale zur Bestimmung der Art des Großwuchses (proportioniert/dysproportioniert)
    • Abklärung auf das Vorliegen einer neurologischen Symptomatik
    • Untersuchung auf Fehlbildungen
  • Wachstumskinetik: Verlauf der Perzentilkurve
  • Weiterführende Diagnostik (bei V.a. das Vorliegen eines pathologischen Großwuchses)

Sotos-Syndromtoggle arrow icon

  • Synonym: Zerebraler Gigantismus
  • Epidemiologie: Etwa 1:15.000 Neugeborene
  • Ätiologie: Großwuchs-Syndrom, das sich konnatal oder innerhalb der ersten 4 Lebensjahre manifestiert; Ursache ist eine Mutation im NSD1-Gen auf Chromosom 5
  • Symptome
    • Gigantismus
    • Makrozephalus
    • Charakteristische Gesichtsveränderungen
    • Psychomotorische Retardierung
  • Verlauf
    • Normaler Wachstumsverlauf ab 3.–5. Lebensjahr (nur mäßig erhöhte Erwachsenengröße)
    • Häufig dauerhaft kognitive Entwicklungsbeeinträchtigungen

Beckwith-Wiedemann-Syndromtoggle arrow icon

Endokrine Ursachentoggle arrow icon

Hypophysärer Gigantismus (Wachstumshormonexzess)

Weitere Ursachen

Numerische Chromosomenaberrationentoggle arrow icon

Klinefelter-Syndrom (47,XXY)

Siehe Kapitel: Klinefelter-Syndrom

47, XYY-Syndrom und 47, XXX-Syndrom

  • Ätiologie: Großwuchssyndrom, das durch ein zusätzliches Y-Chromosom bei Jungen (XYY) und ein zusätzliches X-Chromosom bei Mädchen (XXX) entsteht
  • Epidemiologie
  • Klinische Symptomatik
    • XYY-Syndrom
    • XXX-Syndrom
      • Großwuchs
      • Verzögerte motorische und sprachliche Entwicklung
      • Lernbehinderung

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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