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Medimeisterschaften

Letzte Aktualisierung: 25.2.2026

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Die Medimeisterschaften sind eine jährlich wiederkehrende Masseneuphorisierung mit dem Charakter einer Epidemie. Das massenhafte Auftreten eines klinischen Syndroms mit insb. psychiatrischem Schwerpunkt wird v.a. bei Studierenden medizinischer Fakultäten beobachtet. Das Vollbild des Exzitationsstadiums tritt regelmäßig in den Sommermonaten in bestimmten Regionen Deutschlands auf. Aufgrund des gutartigen Verlaufs und meist folgenloser Abheilung werden weder präventive Maßnahmen noch eine Impfung empfohlen. Es scheint jedoch eine Persistenz der Infektion/Erreger im Temporallappen und im limbischen System möglich zu sein, sodass rezidivierende Infektionen/Episoden in den darauffolgenden Jahren wahrscheinlich sind. Bedenklich sind lediglich Begleiterscheinungen oder auch drohende Sekundärfolgen der manischen Affektverschiebungen wie ethanolgestützter Rausch, Dehydratation, die Gefahr des finanziellen Exzesses oder gar die Ansteckung mit STD.

Die Betroffenen finden sich im Exzitationsstadium an einem Ort in Deutschland zusammen und verfallen „schwarmartig“ in einen geteilten euphorischen Zustand. In dieser Zeit beteiligen sich die Betroffenen zwanghaft an Fußball-, Volleyball- und Tischtenniswettbewerben sowie weiteren ritualisierten Verhaltensweisen mit kompetitivem Charakter. Weiterhin beobachtet man in den Abendstunden auch nicht-kompetitives Gruppenverhalten mit gemeinsamer körperlicher Aktivität, ausgelöst durch auditive und visuelle Reize (im Rahmen diverser „Partys“). Gekennzeichnet ist dieses Phänomen durch rhythmisch-bizarre, teils choreatisch anmutende Körperbewegungen der Beteiligten, die währenddessen in einen tranceartigen Geisteszustand verfallen. Die infizierten Studierenden zeigen in diesem Stadium eine neo-nomadische, vorgesellschaftliche Lebensweise, hausen in zeltartigen Unterkünften, lösen sich von gewohnten Kleidungsstandards und verlassen des Öfteren ihre Kleingruppen auf der Suche nach intimen Kontakten.

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Definitiontoggle arrow icon

Die Medimeisterschaften sind eine jährlich wiederkehrende Masseneuphorisierung mit Teambildung und wechselndem Motto

  • Team: Betroffene und durch universitären Locus gekennzeichnete Gruppe
  • Motto: Phänotypische Ausprägung eines Teams
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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Prävalenz
    • Ca. 25.000 Betroffene/Jahr
  • Saisonalität: Jährlich von Oktober bis Juni

Sehr hohe Rezidivwahrscheinlichkeit nach Ersterkrankung!

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Symptome/Klinisches Bildtoggle arrow icon

Inkubationszeit

  • Wochen bis Monate (bis zu 12 Monate!)

Symptome

Prodromalstadium

Manifeste Erkrankung / Exzitationsstadium

  • Psychiatrische Auffälligkeiten
    • Tageszeitunabhängig
      • Manieriertes oder bizarres Verhalten
      • Kognition und zeitliche wie örtliche Orientierung zwischenzeitlich eingeschränkt
      • Trunksucht: Mitunter bereits morgendlicher Konsum
      • Veränderter Antrieb: Gesteigerte Aktivität, psychomotorische Agitation bis hin zur Manie
      • Affektstörungen: Euphorie und Selbstüberschätzung
      • Persönlichkeitsveränderungen und Störungen des Sozialverhaltens: Verlust von Manieren

  • Insb. tagsüber
    • Kompetitive Gruppenvergleiche
    • Zwanghaftes Ballspielen

  • Insb. nachts
    • Vermindertes Schlafbedürfnis bis hin zur Insomnie
    • Sexuelle Enthemmung und generelle Distanzlosigkeit
    • Logorrhö
    • Rhythmische bis choreatiforme Bewegungsäußerungen

  • Vitalfunktionen
    • Erhöhte Herz- und Atemfrequenz
    • Bluthochdruckepisoden bei Beobachten der ballsportbezogenen Gruppenaktivitäten
    • Gesteigerte Libido
    • Hyperthermie bis hin zu fieberhaften Erregungszuständen
  • Hauterscheinungen
    • Diffuses Glitzerexanthem

  • Verlauf

Renormalisierung

  • Abklingen der Symptome i.d.R. innerhalb von 72–96 h nach dem Exzitationsstadium
  • Persistenz der Euphorie über mehrere Tage möglich

Die Kriterien dürfen nicht isoliert, sondern müssen in mehr als einer Situation vorliegen, z.B. Universität und häusliche Umgebung!

Assoziierte Syndrome/Erkrankungen

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Therapietoggle arrow icon

  • Aufgrund des gutartigen Verlaufs und der meist folgenlosen Ausheilung ist keine medikamentöse Standardtherapie nötig
  • Rehydratation über orale Flüssigkeitsgabe (ggf. Elektrolytlösung)
  • Kopfschmerzen können neben Flüssigkeitsgabe auch mit NSAR behandelt werden
  • Ausreichend Ruhepausen, insb. auch nach Ende des Exzitationsstadiums zur Regeneration

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Präventiontoggle arrow icon

  • Aufgrund des gutartigen Charakters des Syndroms werden keine präventiven Maßnahmen zur Verhinderung der Meisterschaften empfohlen
  • Das Risiko für Sekundärerkrankungen wie STDs, Dermatitis, Dehydratation kann durch adäquates Verhalten gemindert werden

Die Verwendung von Sonnencremes, ausreichende Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr sowie ggf. sachgemäße Anwendung von Kondomen werden dringlich empfohlen!

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Meldepflichttoggle arrow icon

Schon Anzeichen des Syndroms im Prodromalstadium sind den nächstbesten Medizinstudierenden zu melden.

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