Allgemeinmedizin Kompakt: Ungewollter Gewichtsverlust
Initiales Vorgehen
- Anamnese: Insb. Appetit/Essgewohnheiten, Begleitsymptome, Gewichtsverlauf, Sozialanamnese
- Untersuchung
- Orientierende internistische Untersuchung
- Zahnstatus
- Basislabor
- Großes Blutbild, CRP
- LDH, Leberwerte, Nierenwerte, Elektrolyte
- TSH, Blutzucker, Albumin, Gesamteiweiß
Nicht immer liegt tatsächlich ein Gewichtsverlust vor – Gewichtsdokumentation sinnvoll!
Warnzeichen
- Starker Gewichtsverlust (>10% in <6 Monaten)
- B-Symptome, ausgeprägte Müdigkeit/Leistungsknick
- Gastrointestinale Warnsymptome: Blut im Stuhl, Schluckbeschwerden, anhaltende Übelkeit/Erbrechen
- Körperliche Befunde: Tastbare Raumforderungen, verdächtige Lymphknotenschwellungen, Ikterus
- Langjähriger Nikotinabusus
Bei reduziertem AZ, V.a. Malignom, weiterer Gewichtsabnahme oder Unklarheit → Krankenhauseinweisung!
Wichtige Ursachen
- Psychogen: Stress, Depression, Essstörungen
- Endokrin: Bspw. Hyperthyreose, Erstmanifestation DM Typ 1
- Gastrointestinal: Bspw. Malabsorption/Maldigestion bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie
- Medikamentös: Bspw. Semaglutid, Metformin
- Sozial: Bspw. Armut, Versorgungsprobleme
- Malignome
- Weitere
- Demenzielle Entwicklung
- COPD, chronische Infektion
- Orale Probleme (Mundtrockenheit, schlechter Zahnstatus, Geschmacksstörungen)
- Substanzabusus
Oftmals bleibt die Ursache eines Gewichtsverlustes unklar!
Weiteres Prozedere
- Bei Warnhinweisen und je nach Verdacht/ Fokus erweiterte Diagnostik
- Basisbildgebung: Röntgen-Thorax, Abdomen-Sonografie
- iFOBT, HIV-Serologie, Hepatitis-Serologie
- CT-Thorax/Abdomen, cMRT
- Gastroskopie/Koloskopie
- Fachärztliche Mitbetreuung
- Verlaufsbeobachtung und engmaschige Kontrollen