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AMBOSS-Pflegewissen: Wochenbett

Letzte Aktualisierung: 8.10.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Als Wochenbett werden die ersten 6–8 Wochen nach der Geburt von Kind und Plazenta bezeichnet. In dieser Zeit durchläuft die Mutter zahlreiche körperliche und psychische Veränderungen, die mit den physiologischen Rückbildungsvorgängen einhergehen.
Pflegefachpersonen übernehmen in den ersten Tagen nach der Geburt eine zentrale Rolle in der Betreuung der Wöchnerin. Ihre Aufgaben reichen von der Überwachung des postpartalen Heilungsprozesses über die Förderung der Mutter-Kind-Bindung bis hin zur Stillberatung und -anleitung. Ebenso wichtig sind die psychische Unterstützung sowie das frühzeitige Erkennen von Komplikationen. Pflegefachpersonen sind häufig die ersten Ansprechpersonen bei Unsicherheiten und können bei Bedarf weiterführende Unterstützungsangebote (z.B. eine spezialisierte Stillberatung) vermitteln.

Beobachten/Überwachentoggle arrow icon

Eine Körpertemperatur >38 °C gilt bei Wöchnerinnen als Fieber! Dann sollte ärztliches Personal informiert werden!

Stillberatung und -unterstützungtoggle arrow icon

  • In jeder Schicht erfragen, ob Beratungsbedarf bzgl. Stillen besteht, siehe auch: Komplikationen beim Stillen
  • Beim Stillen unterstützen und Trinkverhalten beurteilen, insb. bei den ersten Stillversuchen
  • Benötigte Materialien für die Mutter erreichbar bereitlegen
  • Dokumentation
    • Stillberatung
    • Häufigkeit des Anlegens
    • Dauer des Stillvorgangs
    • Probleme beim Stillen, bspw. Schmerzen
    • Trinkverhalten des Kindes, insb.
      • Ausreichendes Umfassen der Mamille mit den Lippen beim Trinken?
      • Saug-Schluck-Atmungs-Koordination vorhanden?
      • Zufriedener Eindruck nach dem Trinken?
  • Bei persistierenden Schwierigkeiten beim Stillen: Stillberatung durch speziell geschulte Fachkraft
  • Für ausführliche Informationen zu Stillberatung, Stillhindernissen, Ernährung und Medikamenteinnahme während der Stillzeit sowie Kontraindikationen siehe: Stillen

Es sollten nur speziell für die Mamillen geeignete Salben verwendet werden! Andere Salben oder parfümierte Cremes können die Mamillen aufweichen, zu Mazerationen führen oder beim nächsten Stillen vom Kind aufgenommen werden!

Weitere pflegerische Maßnahmentoggle arrow icon

Hygiene

  • Händehygiene: Sorgfältiges Händewaschen bzw. Händedesinfektion vor dem Kontakt mit dem Neugeborenen
  • Körperhygiene
    • Getrennte Waschlappen und Handtücher für Hände, Körper und Intimbereich nutzen
    • Waschlappen und Handtücher regelmäßig wechseln
  • Genitalhygiene
    • Vorlage zum Auffangen des Lochialflusses regelmäßig wechseln
    • Vulva bei jedem Vorlagenwechsel und nach dem Stuhlgang mit Wasser spülen
    • Keine Vollbäder oder Schwimmbadbesuche während des Wochenbetts

Während des Wochenbetts sollten keine Tampons verwendet werden! Diese können eine Lochialstauung begünstigen und zu Infektionen führen!

Mobilisation/Bewegung

  • Frühmobilisation
    • 2–3 h nach vaginaler Geburt
    • 3–4 h nach Sectio caesarea
    • Blutdruck vor der ersten Mobilisation kontrollieren
    • Mutter während der ersten Mobilisation möglichst nicht alleine lassen
  • Ggf. beim Anlegen des Neugeborenen zum Stillen und Einnehmen einer bequemen Stillhaltung helfen
  • Rückbildungsgymnastik empfehlen

Prophylaxen

Hat die Wöchnerin während der Schwangerschaft Antikoagulanzien erhalten, werden diese i.d.R. für weitere 6 Wochen nach der Geburt verabreicht!

Beratungtoggle arrow icon

Bei Symptomen einer Mastitis puerperalis, Fieber oder einem Lochialstau sollte sich die Wöchnerin zügig ärztlich vorstellen!

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