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Störungen der optischen Wahrnehmung

Letzte Aktualisierung: 12.1.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Sehstörungen sind ein häufiges Symptom und können sich u.a. in Form von Mouches volantes, Rußregen oder Skotomen äußern. Sie können Ausdruck einer ophthalmologischen oder neurologischen Erkrankung sein. Neu aufgetretene oder akut veränderte Sehstörungen sollten abgeklärt werden. Phänomene wie Rußregen oder Lichtblitze können auf eine hintere Glaskörperabhebung mit der Gefahr einer Netzhautablösung hinweisen und erfordern eine dringliche Diagnostik. Unveränderte Symptome wie Mouches volantes sind häufig ohne Krankheitswert.

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Mouches volantestoggle arrow icon

  • Definition und Symptome [1][2]
    • Synonyme: Mouches volantes , Floater
    • Wahrnehmung von durchsichtig-gräulichen bis dunklen, strich-, kreis- oder fadenförmigen Strukturen
    • Beweglich im Gesichtsfeld: Wandern (verzögert) mit der Blickrichtung mit
    • Intensivere Wahrnehmung beim Blick auf helle, homogene Flächen
  • Ätiologie [1] [2][3]
  • Bedeutung und Prozedere [1]
    • Akutes (vermehrtes) Auftreten: Immer als Warnzeichen zu werten, insb. in Kombination mit Lichtblitzen
    • Chronisches Auftreten (häufig): Meist ohne Krankheitswert
      • Abwarten, häufig spontane Besserung/Gewöhnung im Verlauf
      • In schweren Fällen
        • Laserbehandlung (Nd:YAG-Vitreolyse)
        • In Ausnahmefällen: Pars-plana-Vitrektomie (operative Entfernung des Glaskörpers)

Nehmen Mouches volantes stark zu oder treten gleichzeitig Lichtblitze auf, ist eine hintere Glaskörperabhebung wahrscheinlich – mit der Gefahr von Netzhautrissen und Netzhautablösung!

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Lichtblitze (Fotopsien)toggle arrow icon

  • Definition und Symptome [2][4]
    • Wahrnehmung von hellem Licht oder hellen Lichtblitzen ohne externe Lichtquelle
      • Häufig beschrieben als „seitliches Aufleuchten“ oder „heller, beweglicher Lichttropfen“
    • Häufig von derselben Stelle des Gesichtsfelds ausgehend (meist temporal)
    • Insb. im Dunkeln und auch bei geschlossenen Augen wahrnehmbar
    • Häufig durch Augenbewegungen auslösbar
    • I.d.R. einseitig
  • Ätiologie [2][4]
  • Prozedere
    • Akute, neu aufgetretene Fotopsien mit vermuteter okulärer Ursache: Dringliche augenärztliche Abklärung
    • Ggf. neurologische Abklärung und Bildgebung

Neu aufgetretene Fotopsien sollten dringlich augenärztlich abgeklärt werden!

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Rußregentoggle arrow icon

Bei der Wahrnehmung von Rußregen sollte dringend eine weitere augenärztliche Abklärung erfolgen!

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Dunkler Schattentoggle arrow icon

  • Definition und Symptomatik [5] [6]
    • Wahrnehmung eines dunklen/undurchsichtigen Schattens
    • Ausbreitung von peripher nach zentral : Meist von nasal inferior kommend
    • I.d.R. einseitig
    • Häufig weitere Symptome der hinteren Glaskörperabhebung
    • Ggf. Visusverschlechterung
  • Ätiologie: Typisches Symptom einer Netzhautablösung
  • Prozedere

Die Wahrnehmung eines dunklen Schattens ist ein Warnzeichen für eine Netzhautablösung und sollte eine sofortige augenärztliche Vorstellung zur Folge haben!

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Gesichtsfeldausfall (Skotom)toggle arrow icon

Bedenke, dass die Lichtsignale aus einem bestimmten Quadranten des Gesichtsfeldes den genau „gegenüberliegenden“ Quadranten auf der Netzhaut erreichen! So werden visuelle Informationen aus dem medialen Gesichtsfeld im temporalen Teil der Netzhaut, Informationen aus dem lateralen Gesichtsfeld im nasalen Teil der Netzhaut, Informationen aus dem oberen Gesichtsfeld im unteren Netzhautbereich und Informationen aus dem unteren Gesichtsfeld im oberen Netzhautbereich verarbeitet!

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Flimmerskotomtoggle arrow icon

  • Definition und Symptome
    • Binokulares, homonymes, häufig im Verlauf bogenförmiges, flimmerndes Skotom (sog. positives Skotom), das von parazentral nach peripher wandert
    • Ggf. umgeben oder ausgefüllt von flackernden, leuchtenden, gezackten und ggf. farbigen Mustern (sog. Fortifikationsspektren)
    • Ca. 15–30 min andauernd
  • Ätiologie: Mögliche Aura bei Migräne
  • Prozedere: Ggf. neurologische Abklärung (siehe: Migräne)

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Metamorphopsientoggle arrow icon

  • Definition und Symptome: Wahrnehmung von Krümmungen/Wellen eigentlich gerader Linien im Sehzentrum
  • Ätiologie: Erkrankungen der Makula, z.B. altersbedingte Makuladegeneration
  • Therapie: Je nach Ätiologie, bei neovaskulärer AMD intravitreale Injektion von VEGF-Inhibitoren

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Doppelbildertoggle arrow icon

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

H53.-: Sehstörungen

H54.-: Blindheit und Sehbeeinträchtigung

  • Exklusive: Amaurosis fugax (G45.3‑)
  • H54.0: Blindheit und hochgradige Sehbehinderung, binokular
    • Stufen 3, 4 und 5 der Sehbeeinträchtigung
  • H54.1: Schwere Sehbeeinträchtigung, binokular
    • Stufe 2 der Sehbeeinträchtigung
  • H54.2: Mittelschwere Sehbeeinträchtigung, binokular
    • Stufe 1 der Sehbeeinträchtigung
  • H54.3: Leichte Sehbeeinträchtigung, binokular
    • Stufe 0 der Sehbeeinträchtigung mit mindestens einer leichten Sehbeeinträchtigung auf einem Auge
  • H54.4: Blindheit und hochgradige Sehbehinderung, monokular
    • Stufen 3, 4 und 5 der Sehbeeinträchtigung eines Auges mit Stufen 0, 1, 2 oder 9 des anderen Auges
  • H54.5: Schwere Sehbeeinträchtigung, monokular
    • Stufe 2 der Sehbeeinträchtigung eines Auges mit Stufen 0, 1 oder 9 des anderen Auges
  • H54.6: Mittelschwere Sehbeeinträchtigung, monokular
    • Stufe 1 der Sehbeeinträchtigung eines Auges mit Stufen 0 oder 9 des anderen Auges
  • H54.9: Nicht näher bezeichnete Sehbeeinträchtigung (binokular)
    • Stufe 9 der Sehbeeinträchtigung o.n.A.

Die nachstehende Tabelle enthält eine Klassifikation des Schweregrades der Sehbeeinträchtigung in Anlehnung an den Beschluss des International Council of Ophthalmology (2002) und die Resolution der WHO-Konferenz zur „Entwicklung von Standards zu Kriterien für Visusverlust und Visusfunktion“ (WHO/PBL/03.91; 2003). Zur Bestimmung der Sehbeeinträchtigung für die Schlüsselnummern H54.0 bis H54.3 sollte die Sehschärfe binokular und mit ggf. vorhandener Korrektur (Brille oder Kontaktlinse) gemessen werden. Zur Bestimmung der Sehbeeinträchtigung für die Schlüsselnummern H54.4 bis H54.6 sollte die Sehschärfe monokular und mit ggf. vorhandener Korrektur (Brille oder Kontaktlinse) gemessen werden. Wenn die Größe des Gesichtsfeldes mitberücksichtigt wird, sollten Patienten, deren Gesichtsfeld des gesünderen Auges bei zentraler Fixation nicht größer als 10 Grad ist, in die Stufe 3 eingeordnet werden. Bei monokularer hochgradiger Sehbehinderung (H54.4) gilt der Grad des Gesichtsfeldausfalls des betroffenen Auges.

Stufen

Sehschärfe mit bestmöglicher Korrektur

(in Ferne)

gleich oder geringer als

Sehschärfe mit bestmöglicher Korrektur

(in Ferne)

höher als

0

leichte oder keine

Sehbeeinträchtigung

6/18

3/10 (0,3)

20/70

1

mittelschwere

Sehbeeinträchtigung

6/18

3/10 (0,3)

20/70

6/60

1/10 (0,1)

20/200

2

schwere

Sehbeeinträchtigung

6/60

1/10 (0,1)

20/200

3/60

1/20 (0,05)

20/400

3

hochgradige

Sehbeeinträchtigung

3/60

1/20 (0,05)

20/400

1/60 (Fingerzählen bei 1 m)

1/50 (0,02)

5/300 (20/1200)

4

Blindheit

1/60 (Fingerzählen bei 1 m)

1/50 (0,02)

5/300 (20/1200)

Lichtwahrnehmnung

5

Blindheit

keine Lichtwahrnehmung
9 unbestimmt oder nicht näher bezeichnet

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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