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Erkrankungen der Uvea

Last updated: 4.11.2020

Abstract

Die Gefäßhaut (Uvea) des Auges liegt zwischen Sklera und Netzhaut und setzt sich zusammen aus der Regenbogenhaut (Iris), dem Ziliarkörper (Corpus ciliare) und der Aderhaut (Chorioidea). Die Hauptaufgaben der Uvea bestehen in der Regulation des Lichteinfalls ins Auge (durch die Iris), der Akkommodation (durch den Ziliarkörper) und der Ernährung der Netzhaut (durch die Chorioidea). Relevante Erkrankungen sind insbesondere Entzündungen (Uveitiden), die häufig mit systemischen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises vergesellschaftet sind. Hier kann neben einer topischen immunmodulierenden Therapie eine systemische Therapie notwendig werden.

Klinisch relevant sind darüber hinaus Gefäßneubildungen der Iris (Rubeosis iridis), die im Rahmen von Netzhautischämien entstehen und über eine Verlegung des Kammerwinkels zu einer intraokularen Druckerhöhung bis zum Verlust des Auges führen können.

Anatomie des Auges

Uveitis

Uveitis anterior

Chronische Uveitiden können symptomarm und ohne die klassische Rötung des Auges verlaufen!

  • Diagnostik
  • Komplikationen
  • Therapie
    • Allgemeine Therapie
    • Spezielle Therapie
      • Bei infektiöser Uveitis: Antibiotische/antivirale Therapie (lokal, ggf. systemisch)
      • Bei erhöhtem Augeninnendruck: Drucksenkende Therapie
      • Bei Systemerkrankung: Therapie der Systemerkrankung
      • Bei Komplikationen: Ggf. auch chirurgische Intervention (z.B. Katarakt-Operation, drucksenkende Operation)
  • Prognose
    • Häufig nach wenigen Tagen Symptomlinderung, dennoch muss die Therapie über einige Wochen fortgeführt werden
    • Chronisch-rezidivierender Verlauf in ca. 25% der Fälle → Häufig Komplikationen

Uveitis intermedia

Uveitis posterior

Eine Uveitis posterior verläuft (im Gegensatz zur Uveitis anterior und intermedia) schmerzfrei, da die Aderhaut nicht sensibel innerviert ist!

Rubeosis iridis

Tumoren

Benigne Tumoren

  • Aderhautnävus
    • Epidemiologie: Häufig
    • Funduskopie: Gräulich-braune Verfärbung ohne Prominenz, gut begrenzt
    • Therapie: Keine Therapie notwendig, jedoch regelmäßige Kontrollen, da eine Entartung in seltenen Fällen möglich ist

Maligne Tumoren

Seltenes

Iridodialyse

  • Definition: Abriss der Iriswurzel vom Ziliarkörper
  • Ätiologie: Traumata
  • Symptome/Klinik
    • Optische Störungen
    • Blendung
    • Doppelbilder
    • In der akuten Phase: Direkte Traumafolgen (z.B. Vorderkammerblutung, Visusverlust, Sekundärglaukom)
  • Diagnostik
    • Spaltlampenuntersuchung
      • Pupillenentrundung
      • Ggf. "zweites Loch" in der Iris zusätzlich zur Pupille
    • Ophthalmoskopie zum Ausschluss weiterer traumatischer Bulbusverletzungen
  • Therapie
    • Bei optischen Störungen: Chirurgische Iridopexie

Iridodonesis (Irisschlottern)

Heterochromie

  • Definition: Rechte und linke Iris besitzen unterschiedliche Farben
  • Formen
    • Heterochromia simplex
    • Heterochromia complicata Fuchs
    • Heterochromia sympathica
    • Melanosis iridis

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2021

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

Quellen

  1. Arun D Singh, Allan Topham: Incidence of uveal melanoma in the United States: 1973–1997 In: Ophthalmology. Band: 110, Nummer: 5, 2003, doi: 10.1016/s0161-6420(03)00078-2 . | Open in Read by QxMD p. 956-961.
  2. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  3. Grehn: Augenheilkunde. 29. Auflage Springer 2005, ISBN: 3-540-25699-7 .
  4. Lang et al.: Augenheilkunde. 4. Auflage Thieme 2008, ISBN: 978-3-131-02834-1 .
  5. S2k-Leitlinie Uveitis bei juveniler idiopathischer Arthritis: Diagnostik und antientzündliche Therapie. Stand: 31. Dezember 2011. Abgerufen am: 7. November 2017.