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Vaskuläre Demenz

Letzte Aktualisierung: 15.1.2020

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Bei der vaskulären Demenz handelt es sich um einen Oberbegriff für alle Demenzen, denen eine vaskuläre Ursache zugrunde liegt. Pathogenetisch spielen sowohl mikro- als auch makroangiopathische Veränderungen eine Rolle. Da Art und Lokalisation der Schädigung jeweils sehr unterschiedlich sind, zeigt sich eine relativ große Symptomvielfalt. Während die subkortikale vaskuläre Demenz durch langjährige arterielle Hypertonie verursacht und bildmorphologisch durch Marklagerläsionen charakterisiert wird, ist die Multiinfarktdemenz Folge mehrerer größerer Infarkte. Therapeutisch stehen die Sekundärprophylaxe von Schlaganfällen sowie supportive Maßnahmen im Vordergrund.

  • Häufigkeit
    • 10–20% aller Demenzen [1]
    • Weitere 20% aller Demenzen sind gemischte Demenzen (Alzheimer + vaskuläre Demenz)
    • Zweithäufigste Demenz nach Alzheimer-Demenz
    • Anteil an Schlaganfallpatienten, die eine Demenz entwickeln: ca. 20% [2]
  • Verteilung: >

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Die vaskuläre Demenz ist zunächst nur ein Oberbegriff für Demenzen, denen eine vaskuläre Ursache zugrunde liegt. Je nach Art und Ort der Läsionen unterscheidet man:

  • Subkortikale vaskuläre Demenz: Häufigste Form!
  • Multiinfarktdemenz: Makroangiopathische Form mit mehreren größeren Infarkten
  • Demenz bei strategischen Infarkten: Kleine und vereinzelte Infarkte in Arealen, die für die Kognition besonders wichtig sind
  • Hämorrhagische Demenz
  • Weitere: Durch andere Erkrankungen bedingtes Absterben von Hirngewebe

Diagnosestellung

  • Die Kriterien eines Demenzsyndroms müssen vorliegen (siehe: Diagnostik des Demenzsyndroms)
  • Zusätzlich muss hohe Wahrscheinlichkeit für eine vaskuläre Genese bestehen

Spezifische Diagnostik und Befunde der vaskulären Demenz

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Allgemeine Therapieempfehlungen bei Demenz

Spezifische Therapieempfehlungen bei vaskulären Demenzen

Patienten, die eine Antikoagulation erhalten, sollen nicht zusätzlich mit Thrombozytenaggregationshemmern behandelt werden!

  • Mittlere Lebenserwartung: ca. 4 Jahre [3]

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Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. S3-Leitlinie Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke. Stand: 31. Januar 2015. Abgerufen am: 14. November 2017.
  2. O'Brien, Thomas: Vascular dementia. In: Lancet (London, England). Band: 386, Nummer: 10004, 2015, doi: 10.1016/S0140-6736(15)00463-8 . | Open in Read by QxMD p. 1698-706.
  3. Pendlebury, Rothwell: Prevalence, incidence, and factors associated with pre-stroke and post-stroke dementia: a systematic review and meta-analysis. In: The Lancet. Neurology. Band: 8, Nummer: 11, 2009, doi: 10.1016/S1474-4422(09)70236-4 . | Open in Read by QxMD p. 1006-18.
  4. Hacke (Hrsg.): Neurologie. 14. Auflage Springer 2016, ISBN: 978-3-662-46891-3 .
  5. Masuhr, Neumann: Duale Reihe Neurologie. 6. Auflage Thieme 2007, ISBN: 978-3-131-35946-9 .
  6. S3-Leitlinie Demenzen. Stand: 24. Januar 2016. Abgerufen am: 6. November 2017.
  7. Berger: Psychische Erkrankungen. Urban & Fischer 2014, ISBN: 978-3-437-22484-3 .
  8. Hachinski et al.: National Institute of Neurological Disorders and Stroke-Canadian Stroke Network vascular cognitive impairment harmonization standards. In: Stroke. Band: 37, Nummer: 9, 2006, doi: 10.1161/01.STR.0000237236.88823.47 . | Open in Read by QxMD p. 2220-41.