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Mitralklappenstenose

Letzte Aktualisierung: 5.6.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Bei einer Mitralklappenstenose (syn. Mitralstenose) ist die Verbindung zwischen linkem Vorhof und Ventrikel verengt, sodass die diastolische Ventrikelfüllung erschwert wird. Sie tritt häufig nach rheumatischem Fieber auf und führt zu einem zunehmenden Rückstau vor der verengten Klappe. Vom Ausmaß des Rückstaus vor der Klappe hängt dann die klinische Symptomatik ab: Nach einer Vorhofdilatation (Komplikationen: Vorhofflimmern, Embolien) kommt es zu einer zunehmenden Lungenstauung (Husten, Dyspnoe) im Sinne eines „Asthma cardiale“, bei akuter Dekompensation auch zum Lungenödem. Therapeutisch wird bei höhergradigen und/oder symptomatischen Stenosen primär eine interventionelle Klappensprengung oder alternativ eine operative Versorgung (Klappenersatz) vorgenommen.

Ätiologietoggle arrow icon

  • Rheumatisches Fieber
    • Schleichender Verlauf, erste Symptome häufig erst Jahre bis Jahrzehnte später
    • Verwachsung der freien Klappenränder, Verkürzung und Verklebung der Chordae, fibrokalzifizierte Degenerationen
  • Seltene Ursachen: Kongenital (mit kombiniertem Vorhofseptumdefekt), Vorhofmyxom, großer Thrombus, rein degenerative Veränderungen

Pathophysiologietoggle arrow icon

Symptomatiktoggle arrow icon

Die Symptomatik nimmt mit dem Ausmaß des Rückstaus zu!

Diagnostiktoggle arrow icon

Auskultation

Echokardiografie

Klassifikation der Mitralklappenstenose nach echokardiografischen Befunden
Graduierung Öffnungsfläche (cm2) Mittlerer diastolischer transmitraler Druckgradient (mmHg) Mittlerer Pulmonalkapillardruck unter Belastung (mmHg)
Physiologisch 4,0–5,0 <5 <30
Leichte Mitralstenose 1,5–2,5
Mittelschwere Mitralstenose 1,0–1,5 5–15 30–50
Schwere Mitralstenose ≤1,0 >15 >50


Die Echokardiografie ist die wichtigste Untersuchung zum Nachweis von Klappenveränderungen!

Weitere Untersuchungen

Pathologietoggle arrow icon

Therapietoggle arrow icon

Allgemeines

ACE-Hemmer und andere Nachlastsenker sind bei der Mitralklappenstenose kontraindiziert, da es durch die Nachlastsenkung zur Kreislaufdekompensation kommen kann!

Perkutane Mitralkommissurotomie

  • Synonyme: Mitralvalvuloplastie, Mitralvalvulotomie
  • Definition: Interventionelles Verfahren, bei dem die verschmolzenen Kommissuren der Mitralklappe, also die Ränder der Segelklappen, mithilfe eines Ballonkatheters gesprengt und damit aufgetrennt werden
  • Indikationen
    • Symptomatische Patienten mit einer Klappenöffnungsfläche ≤1,5 cm2
    • Asymptomatische Patienten mit erhöhtem Risiko für Thromboembolien oder eine hämodynamische Dekompensation
  • Kontraindikationen
    • Klappenöffnungsfläche >1,5 cm2
    • Linksatrialer Thrombus
    • Mittel- bis hochgradige Mitralklappeninsuffizienz
    • Schwere oder bikommissurale Kalzifizierung
    • Fehlende kommissurale Verschmelzung/Fusion
    • Schwere begleitende Aortenklappenerkrankung oder schwere kombinierte Trikuspidalklappenstenose und -insuffizienz
    • Begleitende, bypasspflichtige KHK

Operation

Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Fahrtauglichkeit bei Mitralklappenstenosetoggle arrow icon

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

  • I34.-:: Nichtrheumatische Mitralklappenkrankheiten
  • I05.-:: Rheumatische Mitralklappenkrankheiten
    • Inklusive: Zustände, die unter I05.0 und I05.2I05.9 klassifizierbar sind, unabhängig davon, ob als rheumatisch bezeichnet oder nicht
    • Exklusive: Als nichtrheumatisch bezeichnet (I34.‑)
    • I05.0: Mitralklappenstenose
      • Mitralklappenobstruktion (rheumatisch)
    • I05.2: Mitralklappenstenose mit Insuffizienz
  • Q23.-: Angeborene Fehlbildungen der Aorten- und der Mitralklappe
    • Q23.2: Angeborene Mitralklappenstenose
      • Angeborene Mitralatresie

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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