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Nabelschnurkomplikationen

Letzte Aktualisierung: 25.11.2019

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Die Nabelschnur ist die Verbindung zwischen Embryo und Plazenta, über die der Gas- und Nährstoffaustausch zwischen Mutter und Kind stattfindet. Bei Nabelschnurkomplikationen wie dem Vorliegen der Nabelschnur, dem Nabelschnurvorfall sowie bei echten oder vermeintlichen Verknotungen ist diese Verbindung gestört und es entsteht eine potentielle Bedrohung für das Kind.

Beim Vorliegen der Nabelschnur gelangen Teile der Nabelschnur zwischen Kind und Beckenwand, wobei die Fruchtblase weiterhin intakt ist. Beim Nabelschnurvorfall finden sich ebenfalls Teile der Nabelschnur zwischen Kind und Beckenwand, allerdings ist die Fruchtblase bereits geplatzt. Ein Nabelschnurvorfall stellt eine lebensbedrohliche Komplikation für den Feten dar, bei der eine sofortige Notsectio durchgeführt werden muss. Verknotungen der Nabelschnur entstehen meist durch vermehrte Aktivität des Kindes. Dabei muss zwischen einfachen Umschlingungen und echten Knoten unterschieden werden. Während Umschlingungen häufig keine klinische Relevanz haben, sind echte Nabelschnurknoten eine gefährliche Komplikation und können zum intrauterinen Fruchttod führen.

Die Nabelschnur verbindet das Kind mit der fetalen Seite der Plazenta und stellt den Gas- und Nährstoffaustausch zwischen Mutter und Kind sicher. Zum Schutz vor dem Abknicken ist sie spiralig gedreht.

Für weiterführende Informationen zum Aufbau der Nabelschnur siehe: Plazenta, Nabelschnur und AmnionNabelschnur

  • Definition: Akuter, für das Kind lebensbedrohlicher Notfall, bei dem Teile der Nabelschnur zwischen den vorangehenden Teil des Kindes (meist Kopf) und die Beckenwand bei bereits geplatzter Fruchtblase gelangen.
  • Epidemiologie: Selten (bei etwa 0,5% aller Geburten)
  • Ätiologie: Gehäuft bei Lageanomalien, Mehrlingsschwangerschaften oder abnormer Beweglichkeit des Kindes (Polyhydramnion, Frühgeburt)
  • Symptome: Anhaltende fetale Bradykardie im CTG
  • Diagnostik: Vaginale Palpation, bei der die Nabelschnur als dicker, pulsierender Strang getastet werden kann
  • Therapie: Beckenhochlagerung, Zurückschieben des Kindes in den Bauch, sofortige Tokolyse mit β2-Mimetika, z.B. FenoterolNotsectio

Meistens entsteht die Verknotung durch verstärkte Aktivität und vermehrte Drehungen des Fetus. Vermehrte Fruchtwasserbildung (Polyhydramnion) und eine besonders lange Nabelschnur erhöhen dabei das Risiko.

  • Einfache Nabelschnurumschlingung: Bei etwa 20% aller Geburten zu beobachten, meist keine klinische Relevanz
  • Mehrfache Nabelschnurumschlingung: Bei etwa <1% aller Geburten
  • Echter Nabelschnurknoten: Bei etwa 1-2% aller Geburten

O69.-: Komplikationen bei Wehen und Entbindung durch Nabelschnurkomplikationen