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Merkel-Zell-Karzinom

Letzte Aktualisierung: 25.9.2025

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Das Merkel-Zell-Karzinom (MCC) ist ein seltener maligner Hauttumor mit epithelialer und neuroendokriner Differenzierung. Es imponiert typischerweise als schnell wachsender, rötlich-livider, kugelförmiger Tumor. Aufgrund seiner Aggressivität sowie der Komplexität der Diagnostik und Therapie sollte das Management frühzeitig in einem interdisziplinären Tumorboard festgelegt werden. I.d.R. wird eine operative Exzision und adjuvante Strahlentherapie angestrebt, bei Fernmetastasen oder lokal fortgeschrittenen Tumoren sind Immuncheckpoint-Inhibitoren die 1. Wahl. Die Prognose hängt stark vom Stadium ab, wobei die Sentinel-Lymphknotenbiopsie eine wichtige Rolle spielt. Rezidive treten häufig in den ersten 2 Jahren nach Diagnosestellung auf.

Epidemiologietoggle arrow icon

  • Inzidenz: In Europa ca. 2–3/1.000.000 pro Jahr [2][3]
  • Alter: Mittleres Diagnosealter ca. 75 Jahre
  • Geschlecht: >

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

Pathophysiologietoggle arrow icon

  • Unbekannte Ursprungszelle
  • Erhöhte Immunogenität des Tumors [5][6]
    • Häufig spontane, z.T. auch komplette Tumorregression
    • Gutes Ansprechen auf immunmodulierende Therapien auch in fortgeschrittenen Stadien

Klassifikationtoggle arrow icon

Pathologisch/klinische Stadieneinteilung (pTNM) des Merkel-Zell-Karzinoms
Stadium Primärtumor Regionäre Lymphknoten Fernmetastasen
0
  • In situ
  • Keine Fernmetastasen
I
  • ≤2 cm max. Tumordurchmesser
II IIA
  • >2 cm max. Tumordurchmesser
IIB
III IIIA
  • Jeder Primärtumor
  • Pathologisch gesicherte Lymphknotenmetastasen (vorher klinisch unauffällig)
  • Kein Primärtumor nachweisbar
  • Pathologisch gesicherte Lymphknotenmetastasen (vorher klinisch auffällig)
IIIB
  • Jeder Primärtumor
IV
  • Jeder Primärtumor
  • Fernmetastasen

Symptomatiktoggle arrow icon

Bei jeder 3. Person mit Merkel-Zell-Karzinom liegt bei Diagnosestellung eine klinische oder okkulte Lymphknotenmetastasierung vor!

Diagnostiktoggle arrow icon

Erstuntersuchung

Klinisch nicht klar einzuordnende kutane Tumoren sollten bevorzugt vollständig exzidiert und histologisch untersucht werden!

Histopathologie und Immunhistochemie

Ausbreitungsdiagnostik (Staging)

  • Bildgebung
  • Sentinel-Lymphknotenbiopsie (SLNE): Bei klinisch und bildgebend unauffälligen Lymphknoten und ausgeschlossener Fernmetastasierung (N0/M0-Situation)
  • Klinischer V.a. Lymphknotenmetastasen: Diagnostische Lymphknotendissektion

Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Auswahl immunhistochemischer Marker zur Abgrenzung von Differenzialdiagnosen
Marker MCC Lymphom Melanom SCLC
CK20 +
S100B oder Melan-A +
Leukocyte common Antigen (CD45) +
Thyroid Transcription Factor 1 (TTF1) +

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapietoggle arrow icon

Therapie des Primärtumors/Lokalrezidivs bei M0-Situation

Therapie bei Lymphknotenmetastasen

Therapie bei Fernmetastasen

Allen Personen mit fortgeschrittenem MCC soll eine palliativmedizinische Versorgung angeboten werden!

Nachsorgetoggle arrow icon

  • Umfang
  • Intervalle
    • Jahr 1 und 2: Alle 3 Monate
    • Jahr 3–5: Alle 6 Monate
    • Ab Jahr 6: Bedarfsorientiert
    • Bei immunsupprimierten Patient:innen ggf. kürzere Intervalle

Prognosetoggle arrow icon

  • Rezidive: Meist in den ersten 2 Jahren nach Diagnose
  • 5-Jahres-Überleben: Insg. 50–60%, stark stadienabhängig
    • Primärtumor ≤2 cm: 63–75%
    • Primärtumor >2 cm: 35–60%
    • Lymphknotenmetastasen: 27–52%
    • Fernmetastasen: 13–18%
  • Negative prognostische Faktoren

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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