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Plattenepithelkarzinom der Haut

Letzte Aktualisierung: 29.4.2021

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Das Plattenepithelkarzinom der Haut (Spinaliom) entsteht zumeist nach langjähriger Vorschädigung durch UV-Strahlung, chemische Noxen oder chronische Hautläsionen (z.B. entzündlich oder posttraumatisch) und imponiert initial meist in Form von relativ unauffälligen, gelblich-grauen Plaques. Im Verlauf entwickeln sich exulzerierende oder endophytische Tumoren mit Blutungsneigung. Die Therapie besteht in der chirurgischen Exzision, während fortgeschrittene Tumoren meist nur noch einer palliativen Radiochemotherapie zugeführt werden können.

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

  • Hauterscheinung
    • Initial: Unauffällige, gelblich-graue Plaques mit Keratose, breitbasig aufsitzend
    • Im Verlauf: Leicht verletzliche Tumoren mit exophytischem oder endophytischem Wachstum
  • Hauptlokalisation: Sonnenexponierte Areale (90% im Gesicht), Übergangs-Schleimhäute (z.B. Lippen)
  • Wachstumsverhalten
    • Schnelles Wachstum über wenige Monate
    • Metastasierung: Selten und spät, zunächst lokalisiert lymphogen

  • Klinische Diagnose
  • Sicherung der Diagnose mittels Probeexzision
  • Epithelialer Tumor mit Verhornungsneigung
  • Hornperlen aus ringförmig geschichteten Spinaliomzellen

Zum Vergleich: Normalbefunde

  • Basaliom
  • Keratoakanthom
    • Definition: Hochdifferenzierter Hauttumor, der im höheren Lebensalter auftritt
    • Charakteristika
      • Schnelles Wachstum (innerhalb 2–3 Monate) an lichtexponierten Hautarealen
      • Typisches makroskopisches Zeichen: Zentral hervorstehender Hornkegel
      • Histologie: Zentraler, horngefüllter Krater, der lippenförmig von Plattenepithel eingefasst wird
    • Therapie: Der Tumor heilt meist ohne Behandlung ab. Nicht selten ist eine Abgrenzung zu einem verhornenden Plattenepithelkarzinom jedoch schwierig, so dass eine chirurgische Entfernung des Tumors präferiert werden sollte.
  • Weitere verruciforme und keratotische Veränderungen (z.B. aktinische Keratose, seborrhoische Keratose)

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differentialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Definition: Carcinoma in situ der Haut
  • Ätiologie
    • Zusammenhang mit vorheriger Arsenexposition beschrieben
    • Häufig Assoziation mit HPV 16 und 18
  • Effloreszenz: Einzelne, unregelmäßig geformte, erythematöse Hautveränderungen mit scharfer Begrenzung und Schuppung
  • Prädilektionsstellen: Gesamter Körper, vorwiegend jedoch Rumpf, Gesicht, Unterschenkel und Finger
  • Prognose: Übergang in ein invasives Bowen-Karzinom mit ungünstiger Prognose häufig
  • Therapie: Chirurgische Exzision

  • Definition: Carcinoma in situ der Schleimhaut
  • Ätiologie: Häufig Assoziation mit HPV 16 und 18
  • Effloreszenz: Einzelne, leicht verletzliche, scharf begrenzte Läsionen
  • Prädilektionsstellen: Präputium, Glans penis, Vulva oder Mundschleimhaut
  • Prognose und Therapie: Siehe Morbus Bowen

  • Definition: Klinisches, reizunspezifisches Zeichen einer Hyper- oder Dysplasie von Schleimhaut
  • Ätiologie: Teer, mechanischer Reiz, rezidivierende Infektionen
  • Pathohistologie: Deutlich verbreitertes Plattenepithel
  • Klinik: Weißliche, nicht abwischbare Maculae der Schleimhaut
  • Differentialdiagnose: Soor
  • Therapie: Entsprechend der zugrunde liegenden Diagnose
    • Möglichst Beseitigung von Risikofaktoren
    • Bei (Prä‑)Kanzerosen: Chirurgische Exzision
  • Prognose: Übergang in Plattenepithelkarzinom der Haut oder Larynxkarzinom möglich

  • Definition: Hornartige Keratosen, die u.a. auf dem Boden von aktinischen und seborrhoischen Keratosen oder Verrucae vulgares entstehen
  • Effloreszenz: Gelblich-bräunlich bis gelblich-schwärzliches Hauthorn, das senkrecht oder gebogen aus dem Hautniveau herauswächst und eine Länge von bis zu 10 cm erreichen kann
  • Prognose: Übergang in Plattenepithelkarzinom der Haut möglich
  • Therapie: Chirurgische Exzision

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C44.-: Sonstige bösartige Neubildungen der Haut

D04.-: Carcinoma in situ der Haut

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.