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Sedativa (Intoxikation und Abhängigkeit)

Letzte Aktualisierung: 1.7.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Zu den Sedativa zählen unterschiedliche Substanzen, von denen Benzodiazepine die mit Abstand wichtigste Rolle in der Medizin spielen. Wenngleich Benzodiazepine eine hohe therapeutische Breite haben, sind insb. bei Mischintoxikationen lebensbedrohliche Bewusstseinsstörungen möglich. Die Abhängigkeit von Benzodiazepinen betrifft ca. 1,1 Millionen Menschen in Deutschland und ist oft mit ausgeprägten Entzugssyndromen sowie langwierigen Entwöhnungsbehandlungen verbunden.

Als K.o.-Tropfen werden narkotisierende Wirkstoffe bezeichnet, die unter anderem im Rahmen von Straftaten genutzt werden, um Opfer in einen wehrlosen Zustand zu versetzen. In geringeren Mengen werden sie auch als Beruhigungs- und Rauschmittel verwendet.

Für Informationen zur legalen, klinischen Anwendung von Benzodiazepinen siehe Kapitel: Benzodiazepine. Weitere Sedativa bzw. Hypnotika mit Abhängigkeitspotenzial sind Barbiturate und Benzodiazepin-ähnliche Substanzen.

Benzodiazepin-Intoxikationtoggle arrow icon

Benzodiazepin-Abhängigkeittoggle arrow icon

Epidemiologie

Symptome

  • Typische Folgen des Langzeitkonsums von Benzodiazepinen
    • Reduziertes Gefühlserleben
    • Körperliches Schwächegefühl
    • Kognitive Störungen wie Vergesslichkeit
    • Reduzierte Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung
    • Gereiztheit
    • Überforderungserleben und Rückzug
    • Reduzierter Appetit
    • Verheimlichung des Konsums
  • Überhangeffekte: Ähnlich einer Benzodiazepin-Intoxikation

Diagnosekriterien

Benzodiazepin-Entzugssyndrom

Es handelt sich beim Benzodiazepin-Entzugssyndrom um einen sog. Rebound-Effekt mit entgegengesetzten Symptomen nach Absetzen der Medikamente.

Bereits nach wenigen Wochen kann es zu einer Benzodiazepin-Abhängigkeit kommen, sodass jede Indikation streng gestellt werden muss!

Therapie der Benzodiazepin-Abhängigkeittoggle arrow icon

Benzodiazepin-Antagonisten wie Flumazenil sind kontraindiziert, da sie die Entzugssymptomatik verschlimmern!

Knockout-Tropfentoggle arrow icon

Es handelt sich hierbei um narkotisierende Wirkstoffe, die u.a. bei Straftaten genutzt werden, um Opfer in einen wehrlosen Zustand zu versetzen. Die Substanzen werden auch teils als Beruhigungs- oder Rauschmittel sowie im Rahmen von ChemSex verwendet.

Verwendete Substanzen

Rechtsmedizinischer Nachweis

  • γ-Hydroxybuttersäure
    • In Urin und/oder Blutserum
      • Eingeschränkte Beurteilbarkeit, da es sich um körpereigene Substanz handelt
      • Kurze Halbwertszeit (20–45 min): Rascher Konzentrationsabfall
      • Nachweisfenster
        • Blut: Ca. 6 h
        • Urin: Ca. 12 h
    • Im Haar: Keine sichere Aussagekraft
      • Alternativlos: Wenn vermutete Substanzaufnahme länger zurückliegt
      • Als zusätzliche Informationsquelle: In allen Fällen möglich

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

F13.-: Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika

T40.-: Vergiftung durch Betäubungsmittel und Psychodysleptika [Halluzinogene]

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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