Zugang zu fachgebietsübergreifendem Wissen – von > 70.000 Ärzt:innen genutzt

5 Tage kostenfrei testen
Von ärztlichem Redaktionsteam erstellt & geprüft. Disclaimer aufrufen.

Antipsychotika

Letzte Aktualisierung: 23.12.2021

Abstracttoggle arrow icon

Antipsychotika sind eine heterogene Substanzgruppe, die insb. zur Behandlung von Schizophrenien, Manien, Wahn- und Erregungszuständen eingesetzt werden. Der Begriff „Neuroleptika“ („nervenberuhigendes Medikament“) wird zunehmend durch den Begriff „Antipsychotika“ ersetzt, der die Wirkung der Substanzen besser beschreibt. Früher wurde angenommen, dass die antipsychotische Wirksamkeit einer Substanz eng mit einem D2-Rezeptor-Antagonismus korreliert. Diese Annahme konnte jedoch durch die Einführung von Clozapin, das eine geringe D2-Affinität bei gleichzeitiger starker antipsychotischer Wirksamkeit besitzt, widerlegt werden. Entsprechend können Antipsychotika in typische Antipsychotika und atypische Antipsychotika eingeteilt werden. Eine weitere Einteilung orientiert sich an der neuroleptischen Potenz: Hochpotente Antipsychotika (z.B. Haloperidol) wirken stark antipsychotisch und gering sedierend, niederpotente Antipsychotika (z.B. Chlorprothixen) hingegen primär sedierend. Die Nebenwirkungen von Antipsychotika können entsprechend der unterschiedlichen Rezeptorbindungsprofile vielfältig sein, wobei extrapyramidal-motorische Störungen (EPMS) durch den D2-Antagonismus verursacht werden. Als weitere wichtige Nebenwirkung aller Substanzen ist das maligne neuroleptische Syndrom zu nennen, das sich mit Fieber, Hypertonie, Rigor, Tremor und psychopathologischen Symptomen präsentieren kann.

Typische Antipsychotika

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insb. aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Die genannten Empfehlungen beziehen sich auf Erwachsene. Für die vollständigen Herstellerangaben sei auf die in AMBOSS vorhandene ifap-Arzneimitteldatenbank verwiesen.

Haloperidol [1]

Wirkstoff Haloperidol (z.B. Haldol®)
Applikation
  • p.o.
  • i.m. (akut und Depot)
Standarddosierung
  • Schizophrenie, schizoaffektive Störung
    • p.o.
      • Initial 2–10 mg/d p.o. verteilt auf 1–2 Einzelgaben, Dosisanpassung alle 1–7 Tage möglich, bei Erstmanifestationen häufig Erhaltungsdosis von 2–4 mg/d ausreichend, bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium häufig Dosierungen bis zu 10 mg/d, Maximaldosis: 20 mg/d
      • Bei älteren Personen: Dosisreduktion mit initial 1 mg/d p.o., langsame und vorsichtige Dosiserhöhung, Maximaldosis: 5 mg/d
    • i.m. Depot: Als Erhaltungstherapie bei Patient:innen, die bereits mit Haloperidol p.o. eingestellt sind und auf eine Depotgabe umgestellt werden sollen
      • Initial 10-bis 15-fache Dosierung der oralen Dosis, i.d.R. 25–150 mg alle 4 Wochen i.m., Erhöhung der Dosierung um 50 mg i.m. alle 4 Wochen möglich, Erhaltungsdosis: 50–200 mg i.m. alle 4 Wochen, Maximaldosis: 300 mg i.m. alle 4 Wochen
      • Bei älteren Personen: Dosisreduktion mit initial 12,5–25 mg i.m. alle 4 Wochen, Erhaltungsdosis: 25–75 mg i.m. alle 4 Wochen, Maximaldosis: 75 mg i.m. alle 4 Wochen
  • Delir (Akutbehandlung, nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien)
    • p.o.
      • Initial 1–10 mg p.o. verteilt auf 1–3 Einzelgaben, Dosiserhöhung bei unzureichendem Ansprechen alle 2–4 h möglich, Maximaldosis: 10 mg/d
      • Bei älteren Personen: Dosisreduktion mit initial 0,5 mg/d p.o., langsame und vorsichtige Dosiserhöhung, Maximaldosis: 5 mg/d
    • i.m. akut
      • Initial 1–10 mg i.m., bei unzureichendem Ansprechen erneute Gabe nach 2–4 h möglich, Maximaldosis: 10 mg/d
      • Bei älteren Personen: Dosisreduktion mit initial 0,5 mg i.m., langsame und vorsichtige Dosiserhöhung, Maximaldosis: 5 mg/d
      • Dauer der i.m. Akutbehandlung so kurz wie möglich
  • Mittelschwere bis schwere manische Episoden bei Bipolar-I-Störung (p.o.)
    • Initial 2–10 mg/d p.o. verteilt auf 1–2 Einzelgaben, Dosisanpassung alle 1–3 Tage möglich, Maximaldosis: 15 mg/d
    • Bei älteren Personen: Dosisreduktion mit initial 1 mg/d p.o., langsame und vorsichtige Dosiserhöhung, Maximaldosis: 5 mg/d
  • Akute psychomotorische Erregungszustände bei psychotischer Störung oder manischen Episoden einer Bipolar-I-Störung
    • p.o.
      • Initial 5–10 mg p.o. als Einmalgabe, bei unzureichender Wirkung erneute Gabe nach 12 h, Maximaldosis: 20 mg/d
      • Bei älteren Personen: Dosisreduktion mit initial 2,5 mg/d p.o., langsame und vorsichtige Dosiserhöhung, Maximaldosis: 5 mg/d
    • i.m. akut
      • Initial 5 mg i.m., bei unzureichendem Ansprechen stündliche Gabe bis zu einer Maximaldosis von 20 mg/d möglich
      • Bei älteren Personen: Dosisreduktion mit initial 2,5 mg i.m., Maximaldosis: 5 mg/d
      • Dauer der i.m. Akutbehandlung so kurz wie möglich
  • Aggression und psychotische Symptome bei Personen mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz (p.o.): Nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung
    • Initial 0,5 mg/d p.o. als Einmalgabe, Dosiserhöhung alle 1–3 Tage möglich, Erhaltungsdosis: 0,5–5 mg/d verteilt auf 1–2 Einzelgaben, Maximaldosis: 5 mg/d
    • Spätestens nach 6 Wochen Notwendigkeit einer Weiterbehandlung überprüfen
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
DALI
Gravidität/Stillzeit

Die folgenden Infos richten sich nach dem Eintrag zum Wirkstoff in Embryotox. [2]

  • Gravidität
  • Stillzeit: Im Niedrigdosisbereich, unter guter Beobachtung und Kontrolle der Plasmakonzentration beim Kind nach 2–3 Wochen unter Vorbehalt möglich

Flupentixol [3]

Wirkstoff Flupentixol (z.B. Fluanxol®)
Applikation
  • p.o.
  • i.m. (Depot)
Standarddosierung
  • Schizophrenie
    • p.o.
      • Initial 3–15 mg/d p.o. verteilt auf 2–3 Einzelgaben, anschließend ggf. Dosiserhöhung auf bis zu 40 mg/d, Erhaltungsdosis: 5–20 mg/d
      • Bei älteren Personen (>65 Jahre): Halbierung der üblichen Dosis
      • Zur Behandlung der Negativsymptomatik (Off-Label) i.d.R. niedrigere Dosierungen
    • i.m. Depot
      • 20–100 mg i.m. alle 2–4 Wochen
      • Bei älteren Personen (>65 Jahre): Dosisreduktion
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
  • Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen
  • Dosisanpassung nicht zwingend erforderlich, ggf. jedoch Dosisreduktion
DALI
  • Bei Leberinsuffizienz: Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen (Labor- und Spiegelkontrollen), ggf. Dosisreduktion
Gravidität/Stillzeit

Die folgenden Infos richten sich nach dem Eintrag zum Wirkstoff in Embryotox. [2]

  • Gravidität
  • Stillzeit: Unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und guter Beobachtung des Kindes möglich

Levomepromazin [4]

Wirkstoff Levomepromazin (z.B. Neurocil®)
Applikation
  • p.o.
  • i.m. (akut) und i.v.
Standarddosierung
  • Unruhe- und Erregungszustände bei psychotischen Störungen und manischen Episoden
    • p.o.
      • Stationär: Initial 75–150 mg/d p.o. verteilt auf 3 Einzelgaben, Dosiserhöhung auf bis zu 300 mg/d möglich, bei schweren Psychosen bis zu 600 mg/d, Maximaldosis: 600 mg/d
      • Ambulant: Initial 15–30 mg/d p.o. verteilt auf 3 Einzelgaben, Erhaltungsdosis (Maximaldosis): 75–150 mg/d
      • Bei älteren Personen: Dosisanpassung erforderlich
    • i.m. akut/i.v.
      • Initial 25–50 mg i.m. oder i.v., bei unzureichendem Ansprechen mehrmalige Wiederholung bis zu einer Maximaldosis von 150 mg/d möglich
      • Bei älteren Personen: Dosisanpassung erforderlich
      • Anwendungshinweise
        • Nur stationär, strikte Bettruhe erforderlich
        • So kurz wie möglich
        • i.v. Applikation: Nur in absoluten Ausnahmefällen, Inhalt einer Ampulle mit 10 mL Kochsalzlösung verdünnen, langsame Injektion
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
  • Niereninsuffizienz: Vorsichtige Dosierung unter engmaschiger Kontrolle der Nierenparameter

DALI
  • Leberinsuffizienz: Vorsichtige Dosierung unter engmaschiger Kontrolle der Leberparameter
Gravidität/Stillzeit

Die folgenden Infos richten sich nach dem Eintrag zum Wirkstoff in Embryotox. [2]

  • Gravidität
  • Stillzeit: Sehr geringe Datenlage, daher Stillen ausschließlich im Niedrigdosisbereich und unter guter Beobachtung und Kontrolle der Plasmaspiegelkonzentration beim Kind nach 2–3 Wochen akzeptabel

Pipamperon [5]

Wirkstoff Pipamperon (z.B. Dipiperon®)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Psychomotorische Erregungszustände: Initial 120 mg/d verteilt auf 3 Einzelgaben, bei unzureichendem Ansprechen Dosissteigerung bis zu einer Maximaldosis von 360 mg/d verteilt auf 3 Einzelgaben möglich
  • Schlafstörungen: I.d.R. 40 mg als Einmalgabe ausreichend, Dosissteigerung auf bis zu 80 mg möglich
  • Bei älteren Personen: Dosisreduktion um die Hälfte o.g. Dosierungen, insg. langsame Aufdosierung unter regelmäßigen Blutdruckkontrollen, mittlere Dosis i.d.R. 20–40 mg 3×/d
Indikationen
  • Schlafstörungen, insb. bei geriatrischen Patient:innen
  • Psychomotorische Erregungszustände
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
DALI
  • Bei schweren Leberfunktionsstörungen: Regelmäßige Laborkontrollen und ggf. Dosisanpassung
Gravidität/Stillzeit

Die folgenden Infos richten sich nach dem Eintrag zum Wirkstoff in Embryotox. [2]

Atypische Antipsychotika

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insb. aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Die genannten Empfehlungen beziehen sich auf Erwachsene. Für die vollständigen Herstellerangaben sei auf die in AMBOSS vorhandene ifap-Arzneimitteldatenbank verwiesen.

Clozapin [6]

Wirkstoff Clozapin (z.B. Leponex®)
Applikation
  • p.o.
Standarddosierung
  • Therapieresistente Schizophrenie
    • Initial 12,5 mg p.o. 1–2×/d, an Tag 2 25 mg p.o. 1–2×/d, anschließend bei guter Verträglichkeit schrittweise Erhöhung der Tagesdosis um 25–50 mg, bis innerhalb von 2–3 Wochen eine Dosis von bis zu 300 mg/d erreicht ist
    • Im Verlauf: Bei Bedarf weitere halbwöchentliche oder vorzugsweise wöchentliche Erhöhung der Tagesdosis schrittweise um 50–100 mg mit einer Zieldosis von 200–450 mg/d verteilt auf mehrere Einzelgaben, Maximaldosis: 900 mg/d
    • Bei älteren Personen (≥60 Jahre): Dosisreduktion mit initial 12,5 mg p.o. als Einmaldosis, weitere Dosissteigerung in Schritten von max. 25 mg/d
    • Therapiedauer mind. 6 Monate, Annahme einer Non-Response erst nach Ablauf dieses Zeitraums
  • Psychosen bei Morbus Parkinson nach erfolgloser Standardtherapie
    • Initial 6,25–12,5 mg/d p.o. als abendliche Einmalgabe, ggf. weitere schrittweise Erhöhung der Tagesdosis um 12,5 mg mit max. 2 Erhöhungen pro Woche, Erhaltungsdosis: 25–37,5 mg/d, Maximaldosis: 50 mg/d, bei nicht Ausreichen von 50 mg/d in Ausnahmefällen weitere Dosissteigerung um 12,5 mg/Woche auf bis zu 100 mg/d
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

DANI
DALI
  • Leichte und mittelgradige Leberinsuffizienz: Vorsichtige Dosierung unter engmaschiger Kontrolle der Leberparameter
  • Akute Lebererkrankungen, fortschreitende Lebererkrankungen und Leberversagen: Kontraindikation
Gravidität/Stillzeit

Die folgenden Infos richten sich nach dem Eintrag zum Wirkstoff in Embryotox. [2]

  • Gravidität: Nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingeschränkt verwendbar
  • Stillzeit: Substanz sollte in der Stillzeit nicht verwendet werden

Olanzapin [7]

Wirkstoff Olanzapin (z.B. Zyprexa®)
Applikation
  • p.o.
  • i.m. (akut und Depot)
Standarddosierung
  • Schizophrenie
    • p.o.
      • Initial 10 mg/d als abendliche Einmalgabe, ggf. im Verlauf Dosiserhöhung in Abständen von >24 h, Erhaltungsdosis: 5–20 mg/d als abendliche Einmalgabe
      • Bei älteren Personen (>65 Jahre): Dosisreduktion mit inital 5 mg/d, wenn klinische Gründe dafür vorliegen
    • i.m. Depot: Als Erhaltungstherapie bei Patient:innen mit Schizophrenie, die während einer akuten Behandlung hinreichend mit Olanzapin p.o. stabilisiert wurden
      • Vor einer Depotgabe muss zur Verträglichkeitstestung eine orale Behandlung mit Olanzapin stattgefunden haben
      • Dosierung in Abhängigkeit von der Höhe der oralen Dosierung
        • Zieldosis orales Olanzapin 10 mg/d: Anfangsdosis Depot 210 mg/2 Wochen oder 405 mg/4 Wochen i.m., nach 2 Monaten Erhaltungsdosis von 150 mg/2 Wochen oder 300 mg/4 Wochen i.m.
        • Zieldosis orales Olanzapin 15 mg/d: Anfangsdosis Depot 300 mg/2 Wochen i.m., nach 2 Monaten Erhaltungsdosis von 210 mg/2 Wochen oder 405 mg/4 Wochen i.m.
        • Zieldosis orales Olanzapin 20 mg/d: Anfangsdosis Depot 300 mg/2 Wochen i.m., nach 2 Monaten Erhaltungsdosis von 300 mg/2 Wochen i.m.
      • Bei Personen >65 Jahre: Aufgrund einer unzureichenden Studienlage Anwendung von Olanzapin-Depot nur erwägen, wenn zuvor eine stabile Einstellung auf orales Olanzapin erfolgt ist, dann Beginn mit einer Anfangsdosis von 150 mg/Monat i.m.
      • Bei Personen >75 Jahre: Anwendung von Olanzapin-Depot nicht empfohlen
  • Manische Episoden (p.o.)
    • Bei Monotherapie initial 15 mg/d als abendliche Einmalgabe, bei Kombinationstherapie initial 10 mg/d, ggf. im Verlauf Dosiserhöhung in Abständen von >24 h, Erhaltungsdosis: 5–20 mg/d als abendliche Einmalgabe
    • Bei älteren Personen (>65 Jahre): Dosisreduktion mit inital 5 mg/d, wenn klinische Gründe dafür vorliegen
  • Phasenprophylaxe bipolarer Störungen (p.o.)
    • Initial 10 mg/d als abendliche Einmalgabe, ggf. im Verlauf Dosiserhöhung in Abständen von >24 h, Erhaltungsdosis: 5–20 mg/d als abendliche Einmalgabe
    • Bei älteren Personen (>65 Jahre): Dosisreduktion mit inital 5 mg/d, wenn klinische Gründe dafür vorliegen
  • Erregungszustände bei Schizophrenie oder manischen Episoden, wenn eine orale Therapie nicht geeignet ist (i.m. akut)
    • Initial 10 mg i.m., auch niedrigere Initialdosis (5–7,5 mg) möglich, erneute Gabe von 5–10 mg i.m. frühestens 2 h nach der 1. Injektion, max. 3 Injektionen/Tag, max. an 3 aufeinanderfolgenden Tagen, Maximaldosis: 20 mg/d inkl. ggf. anderer Darreichungsformen von Olanzapin
    • Bei älteren Personen (>60 Jahre): Dosisreduktion mit initial 2,5–5 mg i.m., erneute Gabe von 2,5–5 mg i.m. frühestens 2 h nach der 1. Injektion, max. 3 Injektionen/Tag, Maximaldosis: 20 mg/d inkl. ggf. anderer Darreichungsformen von Olanzapin
    • Dauer der i.m. Akutbehandlung so kurz wie möglich
Indikationen
Zu beachten
  • Risikoprofil beachten
  • Vorsicht und Dosisreduktion bei älteren Personen
  • Metabolisierung u.a. über CYP1A2, daher regelmäßige Spiegelkontrollen bei verringerter oder verstärkter CYP1A2- Aktivität, ggf. Dosisanpassung
  • Bei i.m. Gabe
    • Akutform: 2- bis 4-stündige Überwachung der Vitalparameter und der Bewusstseinslage erforderlich
    • Depot: 3-stündige Überwachung aufgrund der Gefahr eines Postinjektionssyndroms erforderlich
    • Bei i.m. Gabe: Tiefe intragluteale Injektion, Wechsel zwischen den Glutealmuskeln empfohlen
    • Depotgabe darf nur durch medizinisch geschultes Personal mittels tiefer intraglutealer Injektion erfolgen

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit ggü. dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
  • Risiko eines Engwinkelglaukoms
DANI
  • p.o. und i.m. akut: Bei Niereninsuffizienz Reduktion der Anfangsdosis auf 5 mg/d
  • i.m. Depot: Bei Nierenfunktionsstörungen Depotgabe nur möglich, wenn zuvor eine stabile Einstellung auf orales Olanzapin bestand, dann Initialdosis: 150 mg/4 Wochen
DALI
  • p.o. und i.m. akut: Bei Leberinsuffizienz Reduktion der Anfangsdosis auf 5 mg/d, bei mittelgradiger Leberinsuffizienz zudem Dosiserhöhung nur mit größter Vorsicht
  • i.m. Depot: Bei Leberfunktionsstörungen Depotgabe nur möglich, wenn zuvor eine stabile Einstellung auf orales Olanzapin bestand, dann Initialdosis: 150 mg/4 Wochen, bei mittelgradiger Leberinsuffizienz Dosiserhöhung nur mit größter Vorsicht
Gravidität/Stillzeit

Die folgenden Infos richten sich nach dem Eintrag zum Wirkstoff in Embryotox. [2]

Risperidon [8]

Wirkstoff Risperidon (z.B. Risperdal®)
Applikation
  • p.o.
  • i.m. Depot
Standarddosierungen und Indikationen
  • Schizophrenie
    • p.o.
      • Initial 2 mg/d p.o. verteilt auf 1–2 Einzelgaben, an Tag 2 Dosiserhöhung auf 4 mg/d p.o. verteilt auf 1–2 Einzelgaben, danach individuelle Dosisanpassung auf eine Erhaltungsdosis von i.d.R. 4–6 mg/d verteilt auf 1–2 Einzelgaben, Maximaldosis: 16 mg/d
      • Bei älteren Personen: Dosisreduktion auf initial 1 mg/d verteilt auf 2 Einzelgaben, individuelle Dosissteigerung um je max. 0,5 mg pro Einzelgabe, Maximaldosis: 4 mg/d verteilt auf 2 Einzelgaben
    • i.m. (Depot): Als Erhaltungstherapie bei Patient:innen, die bereits mit oralem Antipsychotikum eingestellt sind und auf eine Depotgabe umgestellt werden sollen
      • Initial 25 mg i.m. alle 2 Wochen, bei Dosierungen von >4 mg/d oral über mind. 2 Wochen ggf. Beginn mit 37,5 mg Risperidon Depot i.m. alle 2 Wochen
      • Ggf. im Verlauf wirkungsabhängige Dosisanpassung, Dosiserhöhung max. alle 4 Wochen, Erhaltungsdosis: 25–50 mg/2 Wochen i.m.
      • Bei älteren Personen: Keine Dosisanpassung erforderlich
      • Nach der ersten Injektion muss zur Überbrückung der sog. Latenzphase die zuvor oral eingenommene antipsychotische Medikation für 3 Wochen weiter eingenommen und in der 4. Behandlungswoche langsam ausgeschlichen werden
  • Mäßig bis schwere manische Episode bei bipolarer Störung (p.o.)
    • Initial 2 mg/d p.o., weitere Dosiserhöhung in Abständen von mind. 24 h um max. 1 mg/d, Erhaltungsdosis: 1–6 mg/d verteilt auf 1–2 Einzelgaben, Maximaldosis: 6 mg/d
    • Bei älteren Personen: Dosisreduktion mit initial 1 mg/d verteilt auf 2 Einzelgaben, individuelle Dosissteigerung um je max. 0,5 mg pro Einzelgabe, Maximaldosis: 4 mg/d verteilt auf 2 Einzelgaben
  • Anhaltende Aggression bei mäßig bis schwerer Alzheimer-Demenz (p.o.)
    • Initial 0,5 mg/d verteilt auf 2 Einzelgaben, ggf. Dosissteigerung in Abständen von mind. 2 Tagen um je max. 0,25 mg pro Einzelgabe, Erhaltungsdosis: 1–2 mg/d verteilt auf 2 Einzelgaben, max. Therapiedauer: 6 Wochen
Indikationen
Zu beachten

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit ggü. dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
DANI
  • Nierenerkrankung: Dosishalbierung, langsame Dosiserhöhung und Anwendung nur mit großer Vorsicht
DALI
  • Lebererkrankung: Dosishalbierung, langsame Dosiserhöhung und Anwendung nur mit großer Vorsicht
Gravidität/Stillzeit

Die folgenden Infos richten sich nach dem Eintrag zum Wirkstoff in Embryotox. [2]

Keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Angaben erfolgen nach sorgfältigster redaktioneller Recherche. Insbesondere aktuelle Warnhinweise und veränderte Empfehlungen müssen beachtet werden. Soweit nicht anders genannt, beziehen sich die genannten Empfehlungen auf Erwachsene.

Einteilung in typische und atypische Antipsychotika

Die klassische Einteilung in „typische“ und „atypische“ Antipsychotika ist als solch strikte Abgrenzung nicht ohne Weiteres möglich, sodass aktuell eher die Begriffe „First Generation Antipsychotics“ (FGA) und „Second Generation Antipsychotics“ (SGA) verwendet werden . Letztendlich wird keine dieser Einteilung der Komplexität gerecht und eine Einteilung der Antipsychotika sollte sich in Zukunft an deren neurobiologischen Wirkprinzipien orientieren. Nichtsdestotrotz ist die Einteilung in „typische“ und „atypische“ Antipsychotika didaktisch sinnvoll und wird deswegen an dieser Stelle noch verwendet. [9]

Typische Antipsychotika (First Generation Antipsychotics)

  • Definition: Antipsychotika, die primär über einen Antagonismus am D2-Rezeptor wirken und deren antipsychotischer Effekt mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von EPMS einhergeht
  • Wirkmechanismus: Primärer Antagonismus am Dopamin-D2-Rezeptor
  • Unterteilung anhand der neuroleptischen Potenz
    • Hochpotente Antipsychotika: Ausgeprägter D2-Antagonismus, dadurch bereits in niedrigerer Dosierung gute antipsychotische Wirkung bei gleichzeitig geringerer Sedierung, jedoch hohes Risiko für das Auftreten von EPMS
    • Niederpotente Antipsychotika: Primär sedierender Effekt bei relativ geringem Risiko für das Auftreten von EPMS, erst in höheren Dosierungen antipsychotische Wirkung, dann jedoch entsprechend erhöhtes Risiko für das Auftreten von EPMS
  • Verwendete Substanzen
Typische Antipsychotika
Substanzen Antipsychotische Wirkung Sedierende und antiemetische Wirkung
Hochpotente Antipsychotika
  • Haloperidol
  • Benperidol
  • Flupentixol
  • Fluspirilen
  • Fluphenazin
  • Perphenazin

↑↑↑

Mittelpotente Antipsychotika
  • Chlorpromazin
  • Perazin

↑↑

↑↑
Niederpotente Antipsychotika
  • Melperon
  • Levomepromazin
  • Chlorprothixen
  • Pipamperon
  • Promethazin

↑↑↑

Atypische Antipsychotika (Second Generation Antipsychotics)

  • Definition: Antipsychotika, die ihre antipsychotische Wirkung über ein komplexes Rezeptorbindungsprofil entfalten und i.d.R. zu deutlich weniger extrapyramidalmotorischen Störungen führen als typische Antipsychotika
  • Historisches Konzept des atypischen Antipsychotikums: Heute so nur noch auf Clozapin zutreffend
    • Verminderung der Negativsymptomatik
    • Verminderung kognitiver Defizite
    • Wirksamkeit bei Therapieresistenz
    • Geringe bis keine extrapyramidalmotorischen Nebenwirkungen
    • Geringe bis keine Prolaktin-Erhöhung
  • Wirkmechanismus: Komplexes Rezeptorbindungsprofil, das je nach Substanz variiert, jedoch für ein verbessertes Verhältnis von antipsychotischem Wirkeffekt und dem Auftreten von Nebenwirkungen verantwortlich ist
  • Rezeptoren atypischer Antipsychotika: Dopaminerge, serotonerge, muskarinerge, adrenerge und histaminerge Rezeptoren
  • Verwendete Substanzen: Amisulprid, Aripiprazol, Cariprazin, Clozapin, Olanzapin, Paliperidon, Quetiapin, Risperidon, Sulpirid, Ziprasidon
    • Beachte Rote-Hand-Brief zu Aripiprazol: Keine Zulassung für die Behandlung von akuten Psychosen und Verhaltensstörungen bei vorbestehender Demenz [10]

Übersicht Rezeptorbindungsprofile [9][11]

Rezeptorbindungsprofile der Antipsychotika
Substanz Rezeptoren
D1-Rezeptor D2-Rezeptor D3-Rezeptor 5-HT2-Rezeptor M1-Rezeptor α1-Rezeptor H1-Rezeptor
A–F Amisulprid 0 +++ 0
Aripiprazol 0 +++ ++ 0 +
Benperidol 0 +++ ++ 0 + 0
Cariprazin + +++ +++(+) ++ 0 +
Chlorprothixen ++ + ++ + +++
Clozapin ++ + ++ +++ + +++
Flupentixol ++ +++ ++ 0 +
Fluphenazin ++ +++ ++ 0 ++
H–P Haloperidol ++ +++ ++ + 0 ++ 0
Loxapin 0 +++ + +++ ++ +++
Melperon 0 + ++ 0 +
Olanzapin ++ +++ ++ +++ ++ +++
Paliperidon 0 +++ + +++ +
Perazin 0 ++ + ++ +++
Perphenazin + +++ ++ 0 ++
Pipamperon 0 + ++ 0 + 0
Q–Z Quetiapin + 0 + ++
Risperidon ++ +++ ++ +++ 0 +++ +
Sulpirid 0 + +++ 0
Ziprasidon + ++ +++ 0 + ++
Zuclopenthixol ++ +++ ++ 0 +++

Einteilung anhand der chemischen Struktur

Antipsychotika stellen bzgl. ihrer chemischen Struktur eine heterogene Gruppe dar. Bestimmte chemische Gruppen sind jedoch mit charakteristischen Nebenwirkungen assoziiert. So ist bspw. bei Phenothiazinen (Chlorpromazin, Levomepromazin, Perphenazin) im Vergleich zu Butyrophenonen (Melperon, Benperidol, Pipamperon) neben der sedierenden, antihistaminergen Wirkung vermehrt mit vegetativen, anticholinergen Nebenwirkungen zu rechnen.

Anhand der chemischen Struktur können Antipsychotika wie folgt eingeteilt werden:

Einteilung anhand des Wirkmechanismus

Ein neuer Ansatz der Antipsychotika-Einteilung ist die nach dem Wirkmechanismus. Der Vorteil dieser Einteilung ist eine nicht-wertende Haltung und Neutralität ggü. der klinischen Verwendung.

Einteilung der Antipsychotika nach Wirkmechanismus
Wirkweise Substanzen
D2R-mGPCR-Antagonisten
p-mGPCR-Antagonisten
Typische Indikationen für Antipsychotika
Indikation Bevorzugte Substanz bei Indikation für ein Antipsychotikum
Schizophrenie
Wahnhafte Störungen
Schizoaffektive Störungen [12][13]
Affektive Störungen
Augmentationstherapie bei therapierefraktären Zwangsstörungen
Psychotische Symptome bei PTBS
L-Dopa induzierte Psychosen/Psychose bei Morbus Parkinson
Demenzassoziierte schwere Verhaltensstörung

Delir (mit Ausnahme des Alkoholentzugsdelirs)

Psychomotorische Unruhe
Substanzinduzierte psychotische Störung
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen
Dyskinesien unterschiedlicher Genese
  • Tiaprid (Erhaltungsdosis: 300–600 mg, Maximaldosis: 1.200 mg/d) [11]

Bei älteren Menschen sollten bevorzugt Antipsychotika mit wenigen/keinen anticholinergen Nebenwirkungen eingesetzt werden!

Neuroleptika für Verhaltens- und Psychologische Symptome (BPSD) bei demenziell Erkrankten sollen nicht ohne ein Assessment für die Ursachen solcher Symptome verordnet werden (DGIM - Klug entscheiden in der Geriatrie).

Typische Nebenwirkungen von Antipsychotika

Spezifische Nebenwirkungsprofile von Antipsychotika

Für typische und atypische Antipsychotika lassen sich folgende Nebenwirkungsprofile herausstellen.

Nebenwirkungsprofile gängiger Antipsychotika [16]
Sedierung Prolaktin Anticholinerge NW EPMS Metabolische Nebenwirkungen EKG-Veränderungen Orthostatische Regulationsstörungen Blutbildveränderungen
Amisulprid 0 ++++ 0 ++ + + 0 0
Aripiprazol 0 0 0 + 0 + + 0
Clozapin +++ 0 ++ 0 ++++ ++ ++ ++++
Flupentixol + +++ + +++ + ++ + +
Fluphenazin + +++ + +++ + ++ + +
Haloperidol + +++ 0 +++ + ++ + +
Levomepromazin +++ + +++ + / ++ ++ ++ +++ +
Melperon +++ + 0 + + ++ +++ +
Olanzapin ++ ++ ++ + +++ + + ++
Quetiapin ++ 0 + 0 ++ + + +
Risperidon + +++ 0 ++ ++ + +++ +
Ziprasidon + + 0 ++ 0 +++ + (+)
Legende
  • ++++: Höchstes Risiko
  • +++: Hohes Risiko
  • ++: Mittleres Risiko
  • +: Geringeres Risiko
  • 0: Sehr geringes bis kein Risiko

Generelles Vorgehen bzgl. antipsychotikainduzierter Nebenwirkungen [9]

  • Diagnostik
    • Aktives Erfragen möglicher Nebenwirkungen
    • Dokumentation aller auftretenden Nebenwirkungen
  • Therapieoptionen: Abhängig von der Schwere der Nebenwirkungen und nach Risiko-Nutzen-Abwägung
    • Dosisreduktion
    • Umstellung der Medikation
    • Absetzen der Medikation

Es werden die wichtigsten Nebenwirkungen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Senkung der Krampfschwelle [9][11][17][18]

Außer Melperon führen alle Antipsychotika zu einer Senkung der Krampfschwelle, wobei das Ausmaß je nach Substanz variiert. Antipsychotika können zudem zu unspezifischen EEG-Veränderungen führen, die jedoch meist keine therapeutische Konsequenz haben.

Alle Antipsychotika außer Melperon senken die Krampfschwelle in unterschiedlichem Ausmaß!

Sedierung [9]

Insb. niederpotente, typische und einige atypische Antipsychotika verfügen über einen primär sedierenden Effekt, der häufig auch therapeutisch eingesetzt wird (u.a. bei Agitation, Schlaflosigkeit).

Prolaktinerhöhung [9][19]

Anticholinerge Nebenwirkungen [9]

Kognitive Störungen [9]

Evtl. können Antipsychotika zu kognitiven Störungen führen, insb. zu Einschränkungen des Arbeitsgedächtnisses .

  • Mechanismus: Es wird angenommen, dass das Ausmaß kognitiver Störungen mit der Intensität des D2-Antagonismus korreliert
  • Behandlungsoptionen
    • Medikationscheck auf eine anticholinerg wirksame Begleitmedikation
    • Dosisreduktion oder Umstellung der antipsychotischen Medikation

Zerebrovaskuläre Ereignisse [11]

Eine Behandlung mit Antipsychotika scheint mit einem erhöhten Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse (TIA, Schlaganfall) einherzugehen.

  • Risikofaktoren
    • Behandlungsbeginn (erste Behandlungswochen)
    • Hohe Dosierungen
    • Vorbekanntes erhöhtes Schlaganfallrisiko
    • Höheres Lebensalter
    • Demenz
  • Substanzen: Evtl. erhöhtes Risiko bei Antipsychotika, die mit hoher Affinität am M1- und α2-Rezeptor binden (u.a. Risperidon, Clozapin, Olanzapin, Quetiapin)
  • Behandlungsoptionen siehe: Behandlungsoptionen bei metabolischen Nebenwirkungen unter Antipsychotikagabe

Zwangssymptome [11]

Evtl. kann eine Behandlung mit atypischen Antipsychotika das Auftreten von Zwangssymptomen verursachen.

Weitere zentralnervöse Nebenwirkungen

EPMS werden von den Betroffenen als äußerst quälend empfunden und führen häufig zu einem Absetzen der antipsychotischen Medikation!

EPMS sind dosisabhängig!

Frühdyskinesien (Frühdystonie, akute Dystonie) [9][11][20]

  • Definition: Unwillkürlich auftretende Kontraktionen und/oder Spasmen verschiedener Muskelgruppen, die klassischerweise die Muskulatur des Halses, des Nackens, der Augen und des Rumpfes betreffen
  • Beginn: Innerhalb der 1. Behandlungswoche
  • Risikofaktoren
  • Symptome, u.a.
  • Behandlungsoptionen
    • Anpassen der auslösenden antipsychotischen Medikation
      • Falls möglich, Dosisreduktion
      • Umstellung auf ein Antipsychotikum mit niedrigerem Risikoprofil
      • Absetzen
    • Medikamentöse Behandlungsoptionen: I.d.R. gutes Ansprechen auf die Gabe eines Anticholinergikums
      • Biperiden p.o.
      • Bei Zungen-, Schlundkrämpfen, laryngealer Dystonie: Biperiden i.v./i.m. als Einmalgabe (anschließend Umstieg auf orale Gabe)
      • Zu beachten
        • I.d.R. schnelleres Ansprechen auf die i.v. Gabe
        • Gabe so kurz wie möglich und nur in Ausnahmefällen als Dauermedikation
        • Keine prophylaktische Gabe

Parkinsonoid [9][11][20]

  • Definition: Bewegungsstörung, die durch einen Antipsychotika-verursachten Dopaminmangel im nigrostriatalen System hervorgerufen wird und mit der klassichen parkinsonoiden Symptomtrias aus Rigor, Tremor und Akinesie einhergeht
  • Beginn: Innerhalb der 1.–10. Behandlungswoche
  • Risikofaktoren
  • Symptome
  • Behandlungsoptionen
    • Anpassen der auslösenden antipsychotischen Medikation
      • Falls möglich, Dosisreduktion
      • Umstellung auf ein Antipsychotikum mit niedrigerem Risikoprofil
      • Absetzen
    • Medikamentöse Behandlungsoption

Akathisie [9][11][20]

  • Definition: Bewegungsstörung, die durch eine ausgeprägte psychomotorische Bewegungsunruhe im Sitzen und/oder im Stehen gekennzeichnet ist
  • Beginn: 1.–7. Behandlungswoche
  • Risikofaktoren
    • Alle Antipsychotika (auch atypische Antipsychotika)
    • Hohe Dosierungen und schnelle Dosissteigerung
    • Weibliches Geschlecht
    • Jüngere Patient:innen mit chronischer Verlaufsform der Schizophrenie sowie ältere Menschen
    • Menschen mit somatischen Vorerkrankungen
    • EPMS in der Anamnese
  • Symptome
    • Bewegungsunruhe im Sitzen
      • Trippeln mit den Füßen
      • Ständiges Übereinanderschlagen der Beine
      • Hin- und Herrutschen auf dem Stuhl
      • Ständiges Aufstehen und Hinsetzen
    • Bewegungsunruhe im Stehen (Tasikinesie)
      • Ständiges Trippeln mit den Füßen
      • Hin- und Herlaufen
    • Zusätzlich
      • Dysphorische Stimmungslage
      • Angstsymptome
      • Konzentrationsstörungen
      • Erhöhtes Risiko für Suizidalität
  • Behandlungsoptionen

Eine Akathisie ist mit einem erhöhten Risiko für Suizidalität assoziiert!

Tardive Dyskinesien (Spätdyskinesien) [9][11][20]

  • Definition: Choreatiforme Bewegungsstörungen und andere Hyperkinesien, die frühestens nach 3-monatiger Antipsychotikabehandlung auftreten und potenziell irreversibel sind
  • Beginn: Frühestens nach 3 Behandlungsmonaten, jedoch auch erstes Auftreten erst nach mehreren Jahren möglich
  • Risikofaktoren
  • Symptome: Unwillkürliche, stereotype und choreatiforme Bewegungen der Zungen-, Mund-, Gesichts- und distalen Muskulatur usw.
    • Mahlende oder mümmelnde Kaubewegungen
    • Schluckautomatismen
    • Schmatzen und Grimassieren
    • Rollende Zungenbewegungen
    • Kopfwendungen
    • Ständiges Blinzeln
    • Choreatiforme Bewegungen der Hände und Füße
  • Einflussfaktoren
  • Behandlungsoptionen: Je später tardive Dyskinesien diagnostiziert werden, deso schwieriger ist die Behandlung
    • Anpassen der auslösenden antipsychotischen Medikation
      • Dosisreduktion oder Absetzen oder
      • Umstellung auf ein Antipsychotikum mit niedrigerem Risikoprofil
    • Medikamentöse Behandlungsoptionen
      • Behandlungsversuch mit Tetrabenazin p.o.
      • Vitamin B6 (1.200mg/d)

Spätdyskinesien sind potenziell irreversibel!

Epidemiologie

  • Häufigkeit unter Antipsychotikatherapie: 0,01–3% [15]
  • Altersverteilung: Keine einheitliche Studienlage [21][22]
  • Geschlechterverteilung: > [22]

Ätiologie

Als wichtigster ätiologischer Faktor für die Entwicklung eines malignen neuroleptischen Syndroms gilt die Einnahme von Antipsychotika, wobei bestimmte Risikofaktoren die Entstehung eines MNS begünstigen.

Risikofaktoren [21]

  • Einnahme von Antipsychotika
    • Einnahme typischer Antipsychotika: Am häufigsten unter Haloperidol
    • Intramuskuläre und intravenöse Injektionen
    • Hohe Dosierungen
    • Schnelle Dosissteigerungen
    • Komedikation mit anderen Psychopharmaka
  • Anamnestische Faktoren
    • Genetische Vorbelastung für ein MNS [23]
    • Vorbestehende zerebrale Schädigungen
    • Katatone Episode in der Vorgeschichte
    • Absetzen dopaminerger Substanzen bei Morbus Parkinson
    • Männliches Geschlecht
    • Positive Anamnese für ein bereits aufgetretenes MNS
  • Aktuelle Faktoren

Nicht nur die Höhe der Dosierung, sondern insb. die Geschwindigkeit der Dosissteigerung ist für die Entwicklung eines malignen neuroleptischen Syndroms entscheidend!

Ätiopathogenese [21]

Symptome [21]

Das klinische Bild des malignen neuroleptischen Syndroms ist durch eine Trias aus vegetativen und neurologischen Symptomen sowie Bewusstseinsstörungen gekennzeichnet.

FALTER – Fieber, Autonome Instabilität, Leukozytose, Tremor, Erhöhte Enzyme (CK, Transaminasen), Rigor

Das Auftreten der einzelnen Symptome ist nicht obligat. Häufig sind nicht alle Symptome in voller Ausprägung nachweisbar!

Bei der Gabe von Clozapin können Rigor und weitere extrapyramidal motorische Störungen geringer ausgeprägt sein!

Verlauf

  • Beginn der Symptomatik: I.d.R. innerhalb von 2 Wochen nach Beginn/Veränderung der Antipsychotikatherapie [15]
  • Entwicklung der Symptomatik: I.d.R. innerhalb von 24–72 Std. [15]
  • Erste Symptome: In 82% der Fälle [26]
  • Verlaufsbeurteilung: Anhand des CK-Wertes

Aufgrund des schnellen, fulminanten Verlaufs sollte eine Therapie möglichst früh erfolgen!

Stadieneinteilung des malignen neuroleptischen Syndroms [21][27]

Stadieneinteilung des malignen neuroleptischen Syndroms
Stadium Klinische Symptomatik Herzfrequenz Körpertemperatur

Stadium 1: Medikamenteninduziertes Parkinsonoid

  • Unauffällig
  • Unauffällig

Stadium 2: Medikamenteninduzierte Katatonie

  • Unauffällig
  • Unauffällig

Stadium 3: Leichtes MNS

  • <100/min
  • <38 °C

Stadium 4: Mittelgradig schweres MNS

  • 100–120/min
  • 38–40 °C

Stadium 5: Schweres MNS

  • >120/min
  • >40 °C

Diagnostik

Differenzialdiagnostik [15][21]

Ist nicht klar, ob ein MNS oder eine perniziöse Katatonie vorliegt, sollte neben einer intensivmedizinischen Überwachung pharmakologisch die alleinige Gabe von Benzodiazepinen erfolgen!

Therapie

Die Behandlungsstrategie richtet sich nach der Schwere des malignen neuroleptischen Syndroms, sodass im Folgenden auf die Stadieneinteilung des malignen neuroleptischen Syndroms Bezug genommen wird.

Grundsätze der Therapie

Stadienabhängige Therapie [9][15][21][27] [11]

Stadienabhängige Therapie des malignen neuroleptischen Syndroms
Maßnahmen Medikamentöse Therapie
Stadium 1
  • Antipsychotikum wechseln oder reduzieren
Stadium 2
  • Antipsychotikum wechseln, reduzieren oder ggf. absetzen
Stadium 3
  • Antipsychotikum und ggf. weitere Psychopharmaka absetzen
  • Engmaschige Kontrollen der Vitalparameter
Stadium 4
Stadium 5

Liegt der V.a. ein MNS vor, sollte möglichst frühzeitig ein Absetzen des Antipsychotikums erwogen werden!

Antipsychotische Behandlung nach einem MNS [15][25]

  • Erneuter Beginn mit medikamentöser antipsychotischer Therapie frühestens nach 14 Tagen
  • Atypische Antipsychotika bevorzugen
  • Beginn mit niedriger Testdosis
  • Sehr langsame Dosissteigerung
  • Keine Verwendung von Depotpräparaten [9]

Komplikationen

Aufgrund der Rhabdomyolyse besteht die Gefahr einer Crush-Niere!

Prognose [15][27]

  • Hohe Letalität: 10–20% der behandelten Fälle
    • Erhöhtes Risiko für letalen Ausgang bei
  • Rezidivrate: 15–30%

Das maligne neuroleptische Syndrom ist ein psychiatrischer Notfall und geht mit einer hohen Letalität sowie einer hohen Rezidivrate von 15–30% einher!

Gewichtszunahme [9][28][29][30]

Fast alle Antipsychotika führen in unterschiedlichem Ausmaß zu einer Gewichtszunahme, wobei dieser Effekt bei atypischen Antipsychotika ausgeprägter scheint als bei typischen Antipsychotika. Eine Behandlung mit Antipsychotika ist mit einem deutlich erhöhten Adipositasrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung assoziiert.

  • Mechanismus: Insb. Antagonismus am Histaminrezeptor, jedoch insg. multifaktorielle Genese
  • Risikofaktoren
    • Junges Alter bei Ersterkrankung
    • Kognitive Einschränkungen
    • Geringer BMI bei Behandlungsbeginn
    • Schnelle Gewichtszunahme nach Behandlungsbeginn
    • Genetische Disposition (Polymorphismen des Melanocortin-4-Rezeptor-Gens)
  • Substanzen
  • Behandlungsoptionen siehe: Behandlungsoptionen bei metabolischen Nebenwirkungen unter Antipsychotikagabe

Eine Gewichtszunahme ist ein häufiger Grund für das Absetzen von Antipsychotika, weswegen die Betroffenen unbedingt über diese mögliche Nebenwirkung vor Beginn der Behandlung aufgeklärt werden müssen!

Hyperlipidämie, pathologische Glucosetoleranz und Diabetes mellitus [9][11][31][32]

Menschen mit Schizophrenie haben bereits vor Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Zudem sind fast alle Antipsychotika mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus assoziiert. Jedoch scheint dieser Effekt bei atypischen Antipsychotika stärker ausgeprägt zu sein als bei typischen Antipsychotika.

Behandlungsoptionen bei metabolischen Nebenwirkungen unter Antipsychotikagabe

  • Monitoring: Regelmäßige Kontrolle von
    • Körpergewicht und Taillenumfang
    • Blutzucker bzw. HbA1c, insb. bei Risikopatient:innen und bei Verwendung von Antipsychotika mit hohem Risiko
    • Blutfetten
  • Aufklärung über die klinischen Zeichen einer Hyperglykämie (Polyurie, Durst, Müdigkeit)
  • Lebensstilinterventionen
    • Motivation zu regelmäßiger Bewegung
    • Ernährungsberatung (u.a. individualisierte Diätpläne, Pläne für Essattacken)
  • Psychotherapeutische Interventionen
  • Medikamentöse Optionen
    • Wenn möglich, primär Auswahl eines Antipsychotikums mit niedrigem Risiko
    • Bei Gewichtszunahme von >7% des Ausgangsgewichts in den ersten 6 Wochen der Behandlung und erfolglosen nicht-pharmakologischen Maßnahmen: Umstellung auf ein Antipsychotikum mit niedrigerem Risiko
      • Falls eine Umstellung nicht möglich oder erfolglos ist: Behandlungsversuch mit
    • Bei Auftreten eines Diabetes mellitus oder einer Hyperlipidämie: Dosisreduktion oder Umstellung auf ein Antipsychotikum mit niedrigem Risiko, sofern möglich

Die Behandlung mit Antipsychotika geht mit einer erhöhten kardialen Mortalität einher [9][11][16][33]

Orthostatische Regulationsstörungen

Orthostatische Regulationsstörungen treten insb. zu Beginn Therapie mit Antipsychotika auf, im weiteren Verlauf zeigt sich häufig eine Normalisierung des Blutdrucks.

  • Mechanismus: Antagonismus an peripheren α1-Adrenorezeptoren → Periphere Vasodilatation → Blutdruckabfall und kompensatorische Tachykardie
  • Substanzen
  • Behandlungsoptionen
    • Zu Beginn der Behandlung langsame Eindosierung und möglichst niedrige Erhaltungsdosis
    • Dosisreduktion oder Umstellung auf ein Antipsychotikum mit niedrigerer antiadrenerger Wirkkomponente
    • Verteilung der Gesamtdosis auf mehrere Einzelgaben

Reizleitungsstörungen

Eine Behandlung mit Antipsychotika geht mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen einher und erhöht das Risiko für einen plötzlichen Herztod um das Doppelte.

Aufgrund des Risikos einer QTc-Zeit-Verlängerung mit der damit verbundenen Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen müssen bei einer Behandlung mit Antipsychotika regelmäßig EKG-Kontrollen durchgeführt werden!

Myokarditis, Perikarditis, Kardiomyopathie [9][11]

Leberfunktionsstörungen [16]

Blutbildveränderungen [9][11]

Musste in der Vergangenheit die Behandlung mit Clozapin aufgrund einer Leuko- oder Granulozytopenie abgebrochen werden, darf keine erneute Gabe von Clozapin erfolgen!

Aufgrund des Agranulozytoserisikos unter Clozapintherapie müssen in den ersten 18 Behandlungswochen wöchentliche, und danach monatliche Blutbildkontrollen erfolgen (Konzept der kontrollierten Anwendung)!

Thromboembolien [11]

Unter der Behandlung mit Antipsychotika ist das Risiko für thromboembolische Ereignisse erhöht.

CK-Erhöhung [9][11]

Erhöhungen des CK-Wertes treten unter einer Behandlung mit Antipsychotika mit einer Inzidenz von 2–7% auf.

  • Mechanismus: Multifaktoriell
    • Direkter Effekt des Antipsychotikums: Evtl. reduzierte Glucoseaufnahme in den Skelettmuskel durch periphere 5HT2A-Rezeptor-Blockade
    • Gesteigerter Bewegungsdrang im Rahmen der Grunderkrankung
    • Motorische Nebenwirkung des Antipsychotikums
  • Substanzen

Intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) [11]

Pneumonie [9]

Unter einer Antipsychotikabehandlung ist das Risiko für eine Pneumonie erhöht, wobei dieser Effekt v.a. bei atypischen Antipsychotika zu beobachten ist.

  • Mechanismus: Multifaktoriell
    • Hohe Prävalenz der Tabakabhängigkeit unter an einer Schizophrenie erkrankten Menschen
    • Häufige Hospitation und lange stationäre Aufenthalte
    • Vermehrter Speichelfluss und häufigere Aspiration verursacht durch EPMS (verminderter Schluck- und Hustenreflex)
    • Motilitätsstörungen der Atemmuskulatur
    • Immunsuppressive Effekte als Folge der medikamenteninduzierten Blutbildveränderungen
    • Evtl. immunologische Ursachen hervorgerufen durch die psychiatrische Grunderkrankung
  • Substanzen
  • Behandlungsoptionen
    • Regelmäßiges Screening auf Atemwegserkrankungen
    • Symptome, die auf eine Pneumonie hindeuten könnten, unbedingt weiter fachärztlich abklären lassen
Notwendige Kontrolluntersuchungen im Rahmen einer Behandlung mit Antipsychotika [9]
Untersuchung Antipsychotikum Zeitpunkte
Vor Behandlungsbeginn Monate Ab 7. Monat
1 2 3 4 5 6 Monatlich Vierteljährlich Halbjährlich Jährlich
Blutbild

Trizyklische Antipsychotika

(auch Olanzapin und Quetiapin)

X X X Xa
Clozapin X XXXX XXXX XXXX XXXX XX X X
Andere Antipsychotika X X X

Blutzucker/HBA1cb

Blutfette

Quetiapin, Risperidon X X X X X
Clozapin, Olanzapin X X X X X
Andere Antipsychotika X X X

Nierenwerte (Kreatinin, GFR)

Alle Antipsychotika X X X X X
Leberwerte X X X X Xa

EKG (QTc-Zeit)

Elektrolyte

Sertindolc X X X X X

Clozapind

X X X X Xa
Andere Antipsychotikae X X X X
EEG Clozapinf X
Andere Antipsychotika (X)

Blutdruck, Puls

Alle Antipsychotika X X X X X

Erfragen von / untersuchen auf motorische Nebenwirkungen, Sedierung, sexuelle Nebenwirkungen

X X X X Xa

Körpergewicht (BMI) , Taillenumfang

X X X X X X

Prolaktin

Schwangerschaftstest

X
Legende
  • a: Bei bisher unauffälligen Befunden im Steady State können jährliche Kontrollen oder sogar noch längere Kontrollintervalle ausreichen
  • b: Bei pathologischen Ergebnissen ggf. Einleiten einer entsprechenden Therapie und monatliche Kontrollen, zusätzlich monatliche Kontrollen bei Vorliegen eines metabolischen Syndroms
  • c: Erforderliche EKG-Kontrollen unter Sertindol: Vor Beginn der Behandlung, nach Erreichen des Steady State (ca. 3 Wochen), ab einer Dosis von 16 mg, nach 3-monatiger Behandlung und danach alle 3 Monate, vor und nach jeder Dosiserhöhung während der Erhaltungstherapie, nach jeder Gabe/Erhöhung einer Begleitmedikation, die zu einer Erhöhung der Sertindolkonzentration führen könnte
  • d: Erforderliche Kontrollen bei einer Clozapin-Neueinstellung: Vor der Behandlung EKG, CRP und Troponin I oder T, Blutdruck, Puls, Temperatur, anschließend für 4 Wochen wöchentlich CRP, Troponin T/I, alle 2 Tage Blutdruck, Puls und Temperatur
  • e: Häufigere EKG-Kontrollen bei: Älteren Patient:innen, hochpotenten Butyrophenonen, Ziprasidon, Perazin, Fluspirilen, QTc-Zeit-Verlängerungen, kardialen Risiken, Kombinationstherapie mit anderen potenziell QTc-Zeit-verlängernden Medikamenten
  • f: EEG vor Beginn der Behandlung mit Clozapin, zusätzliche Verlaufskontrollen bei Hinweisen auf ein Anfallsgeschehen, häufigere Kontrollen bei zerebraler Vorschädigung, erhöhter Anfallsbereitschaft, ggf. bei sehr hohen Dosierungen und unklaren Bewusstseinsveränderungen (DD: nicht-konvulsiver Status)

Ältere Patient:innen [9][11]

  • Zu beachten
    • Erhöhtes Risiko für medikamentöse Interaktionen aufgrund einer häufig bestehenden Polypharmazie
    • Altersbedingte veränderte Pharmakokinetik und Pharmakodynamik
    • Altersbedingte erhöhte Sensibilität auf Psychopharmaka und deren Nebenwirkungen
    • Erhöhtes Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko bei Personen >80 Jahre mit Demenz, insb. bei vaskulären Risikofaktoren
  • Besonders relevante Nebenwirkungen
  • Grundlagen der medikamentösen antipsychotischen Behandlung älterer Personen (>65 Jahre)

Interesse an wöchentlichen Updates zur aktuellen Studienlage im Bereich der Inneren Medizin? Abonniere jetzt das Studientelegramm! Den Link zur Anmeldung findest du am Seitenende unter "Tipps & Links"

In Kooperation mit Meditricks bieten wir dir durchdachte Merkhilfen zum Einprägen relevanter Fakten, dies sind animierte Videos und Erkundungsbilder. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Viele Meditricks gibt es in Lang- und Kurzfassung, oder mit Basis- und Expertenwissen, Quiz und Kurzwiederholung. Eine Übersicht über alle Inhalte findest du in dem Kapitel Meditricks. Meditricks gibt es in unterschiedlichen Paketen – welche, siehst du im Shop.

Typische Antipsychotika

Atypische Antipsychotika

Malignes neuroleptisches Syndrom

Inhaltliches Feedback zu den Meditricks-Videos bitte über den zugehörigen Feedback-Button einreichen (dieser erscheint beim Öffnen der Meditricks).

  1. S3-Leitlinie Schizophrenie (Langfassung). Stand: 15. März 2019. Abgerufen am: 12. Oktober 2020.
  2. Benkert, Hippius: Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 12. Auflage Springer 2018, ISBN: 978-3-662-57333-4 .
  3. Mathias Berger: Psychische Erkrankungen. 6. Auflage Elsevier, Urban & Fischer Verlag 2018, ISBN: 978-3-437-22485-0 .
  4. Ganz, Schmutz: Anfallsinduktion durch Psychopharmaka? Prokonvulsives Risiko der Antidepressiva wird oft überschätzt In: Psychiatrie & Neurologie. Band: 2, 2008, p. 25-27.
  5. Riecher-Rössler et al.: Antipsychotika und Hyperprolaktinämie: Pathophysiologie, klinische Bedeutung, Abklärung und Therapie In: Gynäkologische Endokrinologie. Band: 7, Nummer: 3, 2009, doi: 10.1007/s10304-009-0316-7 . | Open in Read by QxMD p. 171-182.
  6. Himmerich et al.: Gewichtszunahme während der Behandlung mit Antipsychotika: Klinische Relevanz, Pathophysiologie und therapeutische Möglichkeiten In: Psychiatrische Praxis. Band: 31, 2004, doi: 10.1055/s-2004-828475 . | Open in Read by QxMD p. 233-237.
  7. Okuyama et al.: Efficacy and tolerability of topiramate-augmentation therapy for schizophrenia: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials In: Neuropsychiatric Disease and Treatment. Band: Volume 12, 2016, doi: 10.2147/ndt.s125367 . | Open in Read by QxMD p. 3221-3236.
  8. de Silva et al.: Metformin in prevention and treatment of antipsychotic induced weight gain: a systematic review and meta-analysis In: BMC Psychiatry. Band: 16, Nummer: 1, 2016, doi: 10.1186/s12888-016-1049-5 . | Open in Read by QxMD .
  9. Eibensteiner: Stoffwechselwirkung moderner Antipsychotika In: Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie. Band: 5(2), 2004, p. 74-75.
  10. Jahn, Schneider: Diabetes mellitus als Komplikation der Behandlung mit atypischen Neuroleptika In: Der Nervenarzt. Band: 75, Nummer: 5, 2004, doi: 10.1007/s00115-003-1646-7 . | Open in Read by QxMD p. 442-450.
  11. Lange-Asschenfeldt: Psychopharmakotherapie bei kardialen Erkrankungen In: Austrian Journal of Cardiology. Band: 17 (7-8), 2010, p. 300-306.
  12. Schneider: Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Springer 2017, ISBN: 978-3-662-50344-7 .
  13. S2k-Leitlinie „Notfallpsychiatrie“. Stand: 13. April 2019. Abgerufen am: 24. September 2019.
  14. Knorr et al.: Das maligne neuroleptische Syndrom In: Der Nervenarzt. Band: 89, Nummer: 3, 2017, doi: 10.1007/s00115-017-0463-3 . | Open in Read by QxMD p. 300-310.
  15. Gurrera: A systematic review of sex and age factors in neuroleptic malignant syndrome diagnosis frequency In: Acta Psychiatrica Scandinavica. Band: 135, Nummer: 5, 2017, doi: 10.1111/acps.12694 . | Open in Read by QxMD p. 398-408.
  16. Kawanishi: Genetic Predisposition to Neuroleptic Malignant Syndrome In: American Journal of PharmacoGenomics. Band: 3, Nummer: 2, 2003, doi: 10.2165/00129785-200303020-00002 . | Open in Read by QxMD p. 89-95.
  17. Nisijima, Ishiguro: Cerebrospinal fluid levels of monoamine metabolites and gamma-aminobutyric acid in neuroleptic malignant syndrome In: Journal of Psychiatric Research. Band: 29, Nummer: 3, 1995, doi: 10.1016/0022-3956(95)00007-r . | Open in Read by QxMD p. 233-244.
  18. Strawn et al.: Neuroleptic malignant syndrome. In: The American journal of psychiatry. Band: 164, Nummer: 6, 2007, doi: 10.1176/ajp.2007.164.6.870 . | Open in Read by QxMD p. 870-6.
  19. Nisijima: Temporal changes in serum creatine kinase concentration and degree of muscle rigidity in 24 patients with neuroleptic malignant syndrome In: Neuropsychiatric Disease and Treatment. 2013, doi: 10.2147/ndt.s45084 . | Open in Read by QxMD p. 853.
  20. Nagel et al.: Das maligne neuroleptische Syndrom (MNS) – Eine systematische Übersicht In: Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie. Band: 83, Nummer: 07, 2015, doi: 10.1055/s-0035-1553246 . | Open in Read by QxMD p. 373-380.
  21. Fachinformation - Clozapin. . Abgerufen am: 31. August 2021.
  22. Rote-Hand-Brief zu Abilify® (Aripiprazol). Stand: 31. Januar 2005. Abgerufen am: 18. April 2020.
  23. Benkert, Hippius: Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 13. Auflage Springer 2020, ISBN: 978-3-662-61752-6 .
  24. Voderholzer, Hohagen: Therapie psychischer Erkrankungen - State of the art. Urban & Fischer 2020, ISBN: 978-3-437-24913-6 .
  25. S3-Leitlinie (Nationale Versorgungsleitlinie) Unipolare Depression. Stand: 30. Mai 2017. Abgerufen am: 7. November 2017.
  26. Fleischhacker, Widschwendter: Medikamentösinduzierte extrapyramidalmotorische Störungen: vermeiden, erkennen, behandeln In: Psychiatrische Praxis. Band: 32, 2005, doi: 10.1055/s-2004-834589 . | Open in Read by QxMD p. 25-30.
  27. Fachinformation - Haloperidol. . Abgerufen am: 27. Oktober 2021.
  28. Embryotox - Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit. . Abgerufen am: 25. November 2016.
  29. Fachinformation - Flupentixol. . Abgerufen am: 22. November 2021.
  30. Fachinformation - Levomepromazin. . Abgerufen am: 22. November 2021.
  31. Fachinformation - Pipamperon. . Abgerufen am: 22. November 2021.
  32. Fachinformation - Olanzapin. . Abgerufen am: 27. Oktober 2021.
  33. Fachinformation - Risperidon. . Abgerufen am: 22. November 2021.
  34. Bandelow et al.: Kurzlehrbuch Psychiatrie. 2. Auflage Steinkopff 2008, ISBN: 978-3-798-51835-3 .
  35. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012 .
  36. S3-Leitlinie Schizopherie. Stand: 1. Januar 2006. Abgerufen am: 28. November 2016.
  37. Freissmuth et al.: Pharmakologie und Toxikologie. Springer 2012, ISBN: 978-3-642-12353-5 .