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Sammelsurium der Unfallchirurgie und Orthopädie

Letzte Aktualisierung: 2.9.2019

Madelung-Deformitättoggle arrow icon

Klinisch kann es zu einer Verwechslung mit einer Phlebothrombose kommen!

  • Ätiologie: Seltene Verletzung meist bei Sturz aus großer Höhe oder Verkehrsunfällen
  • Besonderheiten
    • Zu 75% zentrale Frakturen, davon jede zweite den Talushals betreffend
    • Evtl. Luxation im oberen oder unteren Sprunggelenk
    • Hohes Risiko für Knochennekrose aufgrund schlechter Gefäßversorgung
  • Therapie: Vereinfacht gilt:

  • Pathophysiologie
  • Klinik: Schmerzhafte, wulstige Vorwölbung beidseits des Patellabandes
  • Therapie: Behandlung des zugrunde liegenden Kniebinnenschadens

Beide Gelenklinien können bei Vorfußamputationen als Amputationsgrenzen genommen werden.

  • Chopart-Gelenk: Besteht aus Kalkaneokuboidgelenk und Talonavikulargelenk
  • Lisfranc-Gelenk: Entspricht den Tarsometatarsalgelenken

  • Definition: Sehr seltene, gutartige Veränderung der Knochenstruktur, die sich radiologisch durch unregelmäßige, rundliche Verdichtungen manifestiert
  • Klinik
    • Besitzt keinen Krankheitswert und wird nur extrem selten als Zufallsbefund festgestellt
    • Meist symmetrischer Befall von Becken, Röhrenknochen sowie Hand- und Fußwurzelknochen
  • Definition: Meist angeborene, radiale Abwinklung der Hand bedingt durch Hypoplasie oder Aplasie des Radius
  • Ätiologie
  • Klinik
    • 50% beidseits
    • Verkürzter Unterarm (gekrümmte und verkürzte Ulna) mit Radialabweichung der Hand
    • Radiushypoplasie, partielle oder komplette Aplasie
    • Zusätzlich Fehlbildung von Weichteilstrukturen (Nerven, Muskeln und Gefäße) am Unterarm
  • Therapie
    • Abhängig vom Ausmaß der Fehlbildung
    • Analog zum Klumpfuß: Beginn der Behandlung möglichst unmittelbar nach Geburt
      • Zunächst Redressionsbehandlung und anschließende Fixierung mittels Gips/Schiene
      • Physiotherapie
      • Oft operative Korrektur vorzugsweise vor Abschluss des ersten Lebensjahres notwendig

  • Ätiologie
    • Funktionelle Beinlängendifferenz
      • Ad- oder Abduktionskontraktur des Hüftgelenks, Hüft- oder Kniebeugekontrakturen
        • Adduktionskontraktur → Ipsilaterale, funktionelle Verkürzung des Beins
        • Abduktionskontraktur → Kontralaterale, funktionelle Verkürzung des Beins
      • Fixierte Spitzfußstellung → Funktionelle Verkürzung der Gegenseite
    • Reelle Beinlängendifferenz
  • Therapie
    • Beinlängendifferenzen von bis zu 1 cm sind sehr häufig und klinisch ohne Relevanz (keine Therapie erforderlich)
    • Beinlängendifferenzen von 1–2 cm: Sohlenerhöhung (in der Wachstumsphase kann auch eine operative Therapie erwogen werden)
    • Beinlängendifferenz >2 cm: Operative Korrektur (viele operative Therapieoptionen)
      • Operative Beinverlängerung bspw.:
        • Verlängerung durch eine Femurosteotomie und anschließende Kallusdistraktion mit Fixateur externe (täglich etwa 1 mm)
        • Verlängerung mittels Marknagel
      • Auf der Gegenseite: Operative Beinverkürzung oder Epiphyseodese (Verkürzung von 3–4 cm möglich)

Eine sofortige primäre Therapie ist bei Verletzung des Nagelbettes oder einer Fraktur des Nagelkranzes vor allem aus ästhetischen Gesichtspunkten entscheidend, da eine sekundäre Heilung i.d.R. mit ausgeprägten Verformungen einhergeht!

  • Nagelkranzfraktur
    • Ursache: Traumatisch, meist Quetschung (z.B. durch Hammerschlag)
    • Therapie: Ruhigstellung mittels vorgefertigter Fingerschienen (z.B. Stack-Schienen)
  • Subunguales Hämatom
    • Ursache: Meist traumatisch durch Quetschung oder Einklemmung unter schweren Gegenständen
    • Therapie
  • Lösung des Nagels
    • Bei intakten Strukturen: Versuch, den abgelösten Nagel wieder anzunähen
    • Bei vollständiger Destruktion: Säuberung und Deckung mittels Platzhalter (z.B. aus Silikon), um ein gleichmäßiges Nachwachsen zu ermöglichen

  • Definition: Entzündung der Bursa synovialis
  • Ätiologie
  • Wichtige Lokalisationen / Häufige Formen
    • Bursitis olecrani
    • Bursitis praepatellaris
    • Bursitis trochanterica
  • Klinik
    • Entzündungszeichen: Schwellung (aufgrund Ergussbildung), Überwärmung, Rötung, Schmerzen und Bewegungseinschränkung
  • Diagnostik
    • Klinische Diagnosestellung ist i.d.R. ausreichend
    • Apparative Untersuchungen: Röntgenuntersuchungen zum Ausschluss einer knöchernen Beteiligung
  • Komplikationen: Septische (eitrige) Bursitis (meist durch S. aureus ausgelöst)
  • Therapie
    • Kühlung, Schonung, NSAR
    • Bei septischer Bursitis: Erregergerechte Antibiotikatherapie, ggf. operative Maßnahme (Eiterdrainage, Bursektomie)
  • Kurzbeschreibung: Meist degenerativ bedingtes Ganglion an der Meniskusbasis
  • Klinik
  • Therapie: Bei ausgeprägten Beschwerden vollständige Entfernung des Ganglions
  • Epidemiologie
    • Insb. Kinder und Jugendliche
    • In jedem Alter möglich
  • Ätiologie: Frühform einer diskogenen HWS-Erkrankung mit Fehlhaltung und Bewegungseinschränkung (Sonderform des Zervikalsyndroms)
  • Klinik: Plötzliche schmerzbedingte Zwangshaltung des Kopfes mit Neigung zur betroffenen und Rotation zur gesunden Seite
  • Diagnostik: Klinik
  • Therapie
  • Prognose: I.d.R. folgenloses Abheilen der akuten Symptomatik innerhalb weniger Tage

[1]

Für weitere Informationen siehe auch: Torticollis acutus im Kapitel Torticollis

  1. Grifka, Krämer: Orthopädie Unfallchirurgie. 9. Auflage Springer 2013, ISBN: 978-3-642-28875-3 .
  2. Niethard et al.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. 7. Auflage Thieme 2014, ISBN: 978-3-131-30817-7 .
  3. Wülker et al.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. 3.. Auflage Thieme 2015, ISBN: 978-3-131-69253-5 .