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Friedreich-Ataxie

Letzte Aktualisierung: 4.3.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die Friedreich-Ataxie (FRDA) ist die häufigste hereditäre Ataxie. Ursache ist meist eine autosomal-rezessiv vererbte GAA-Trinukleotidrepeatexpansion im FXN-Gen auf Chromosom 9, welches für das Protein Frataxin kodiert. Frataxin ist ein eisenbindendes Protein mit Bedeutung für den mitochondrialen Energiehaushalt. Leitsymptom der Erkrankung ist die progrediente Ataxie infolge einer Hinterstrangdegeneration. Die weiteren Symptome umfassen u.a. einen gestörten Lage- und Vibrationssinn, Dysarthrie und eine Störung der Okulomotorik. Häufig besteht eine Kardiomyopathie, gelegentlich auch ein Diabetes mellitus. Orthopädische Probleme wie eine Skoliose oder Hohlfüße („Friedreich-Fuß“) gehören zum klinischen Bild. Die Verdachtsdiagnose wird molekulargenetisch bestätigt.

Die Therapie umfasst symptomatische Maßnahmen wie Physiotherapie und Hilfsmittelversorgung sowie internistische und orthopädische Maßnahmen. Seit Juni 2023 ist auch eine kausale Therapie mit Omaveloxolon, einem Aktivator des Transkriptionsfaktors Nrf2 möglich. Riluzol wird aufgrund mangelnder Wirksamkeitsnachweise in neueren Studien nicht mehr empfohlen. Die Erkrankung verläuft progredient und führt i.d.R. zu Rollstuhlpflichtigkeit und vorzeitigem Tod, häufig als Folge der Kardiomyopathie.

Epidemiologietoggle arrow icon

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

Symptomatiktoggle arrow icon

Merkmal der Friedreich-Ataxie ist das gemeinsame Auftreten von Symptomen einer Hinterstrangdegeneration, einer axonalen Neuropathie und in geringerem Ausmaß einer zerebellären Störung. Die Betroffenen bemerken häufig als Erstsymptom einen unsicheren Gang im Jugendalter (variables Manifestationsalter, siehe auch Verlaufsformen der Friedreich-Ataxie); weitere Symptome (s.u.) können in variabler Ausprägung im Krankheitsverlauf auftreten. Die progrediente Stand- und Gangataxie ist das einzige obligate Symptom.Gelegentlich gehen die nachfolgend genannten Skelettdeformitäten neurologischen Symptomen um Jahre voraus.

Neurologische Symptome

Orthopädische Symptome (∼50%)

Internistische Begleiterkrankungen bzw. -symptome

Verlaufs- und Sonderformentoggle arrow icon

Etwa ein Viertel der Fälle verläuft atypisch.

  • Unterschieden werden folgende Formen: [3]
    • Late-Onset Friedreich Ataxia (LOFA) und Very Late-Onset Friedreich Ataxia (VLOFA): Krankheitsbeginn im Alter von 26–39 bzw. im Alter von über 39 Jahren
    • Friedreich-Ataxie mit erhaltenen Reflexen (Friedreich Ataxia with Retained Reflexes, FARR)
  • Gemeinsames Merkmal: Kürzere Trinukleotidrepeatexpansion
  • Mildere oder atypische Symptome
  • Krankheitsverlauf häufig langsamer
  • Geringere Inzidenz internistischer Begleiterkrankungen (Kardiomyopathie, Diabetes mellitus) und orthopädischer Symptome

Diagnostiktoggle arrow icon

Basisdiagnostik [4][5]

Elektrophysiologische Diagnostik

Diagnostik internistischer Begleiterkrankungen [4]

Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Therapietoggle arrow icon

Prognosetoggle arrow icon

  • Progrediente Erkrankung mit variablem Krankheitsverlauf
    • Früherer Krankheitsbeginn: Assoziiert mit größerer Anzahl Trinukleotidrepeats und schnellerem Krankheitsverlauf [2]
    • Sehr häufig Rollstuhlpflichtigkeit im Verlauf
  • Lebenserwartung: Reduziert [7]
  • Atypische Verlaufsformen mit späterer Manifestation: Bessere Prognose

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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