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Notfallmanagement - Disability

Letzte Aktualisierung: 12.3.2024

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Wenn entsprechend dem cABCDE-Schema Störungen auf höheren Dringlichkeitsstufen ausgeschlossen wurden (= keine Probleme auf den Stufen „Critical Bleeding“, „Airway“, „Breathing“ oder „Circulation“), müssen nun solche Notfallsituationen eruiert werden, die zu einem Problem der Kategorie „D“ („Disability“) führen.

Für die grundlegenden Prinzipien der Notfallbehandlung siehe: Notfallmanagement - Grundlegende Prinzipien

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Basismaßnahmentoggle arrow icon

Hier können bestimmte Befunde auftauchen, die die weitere Untersuchung wesentlich beeinflussen. Die Therapie der behandelbaren Ursachen (Hypoglykämie, Hyponatriämie und Hyperkalzämie) muss sofort begonnen werden! Die nicht unmittelbar kausal behandelbaren Symptome Fieber und Alkoholeinfluss müssen im Hinterkopf behalten werden, um weitere im Verlauf entdeckte Defizite korrekt einzuordnen!

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1 - Quantitative Bewusstseinsstörung?toggle arrow icon

Frage: Hat der Patient eine Vigilanzminderung? Wenn ja, wie schwerwiegend ist diese?

Einordnung und weiteres Vorgehen bei quantitativer Bewusstseinsstörung
Untersuchungsbefund Einordnung Weiteres Vorgehen
  • Wird wach und lässt sich auch wach halten
  • Aber: Schläft bei fehlender Ansprache immer wieder ein
  • Wird kurz wach
  • Aber: Lässt sich nicht wach halten
  • Wird nicht wach
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2 - Qualitative Bewusstseinsstörung?toggle arrow icon

Frage: Hat der Patient eine qualitative Bewusstseinsstörung?

  • Orientierung: Zeitlich , örtlich , zur eigenen Person , zur Situation
  • Merk- und Erinnerungsfähigkeit
    • Pat. bitten, sich 3 Begriffe zu merken und nach 3–5 min erneut nach ihnen fragen
    • Auf wiederkehrende Nachfragen der/des Pat. achten
  • Psychomotorik: Besteht eine Hypo- oder Hyperaktivität?
  • Wahrnehmungsstörungen: Insb. optische, akustische oder taktile Halluzinationen, z.B.
    • Pat. scheint imaginäre Dinge zu sehen, greift nach ihnen oder folgt ihnen mit dem Blick
    • Pat. verbalisiert die Fehlwahrnehmung
  • Denkstörungen: Bspw.
Einordnung und weiteres Vorgehen bei qualitativen Bewusstseinsstörungen
Untersuchungsbefund Einordnung Weiteres Vorgehen
  • Vordergründige Wahrnehmungs- und/oder Denkstörungen
  • Verschiedene Ursachen möglich
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3 - Status epilepticus?toggle arrow icon

Frage: Liegt ein konvulsiver Status epilepticus vor?

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4 - Meningitisches Syndrom?toggle arrow icon

Frage: Liegt ein meningitisches Syndrom vor?

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5 - Kopfschmerzen?toggle arrow icon

Frage: Liegen relevant behindernde Kopfschmerzen vor?

Sofern in Sektion 1 dieses Kapitels eine Somnolenz diagnostiziert wurde und hier nun Kopfschmerzen angegeben werden, sollte gemäß dem Kapitel Leitsymptom quantitative Bewusstseinsstörung - AMBOSS-SOP fortgefahren werden!

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6 - Schwindel?toggle arrow icon

Frage: Besteht ein neu aufgetretener Schwindel im Sinne einer Gleichgewichtsstörung?

Sofern in Sektion 1 dieses Kapitels eine Somnolenz diagnostiziert wurde und hier nun Schwindel angegeben wird, sollte gemäß dem Kapitel Leitsymptom quantitative Bewusstseinsstörung - AMBOSS-SOP fortgefahren werden!

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7 - Akutes fokal-neurologisches Defizit?toggle arrow icon

Frage: Besteht (oder bestand innerhalb der letzten 24 h) ein neu aufgetretenes fokal-neurologisches Defizit mit wahrscheinlichem Ursprung im ZNS?

Orientierende neurologische Notfalluntersuchung

Orientierende neurologische Notfalluntersuchung auf fokal-neurologische Defizite
Untersuchung Pathologische Notfallbefunde
Sprache/Sprechen
  • Beurteilung des Sprachverständnisses, der Sprachproduktion und der Artikulation im Patientengespräch
  • Bedside-Testung mittels Bild-/Objektbeschreibung, Nachsprechen
  • Gestörtes Sprachverständnis und/oder gestörte Sprachproduktion: Aphasie
  • Gestörte Artikulation: Dysarthrie
Sehen
Okulomotorik
  • Inspektion: Pupillengröße, spontane Bulbusstellung, Blickstellung
  • Willkürliche Blickbewegungen in alle Richtungen
  • Blickfolge im Seitenvergleich
Faziale Motorik im Seitenvergleich
  • Inspektion: Stellung der Mundwinkel, Speichelfluss aus einem Mundwinkel, Nasolabialfalten
  • Überprüfung von Stirnrunzeln, Lidschluss, Lippenmotorik, auch gegen Widerstand
Faziale Sensibilität im Seitenvergleich
  • Lateralisierter Sensibilitätsausfall
  • Ggf. erkennbares zentrales Ausfallmuster
Hirnstammreflexe im Seitenvergleich
  • Reflexausfall oder -abschwächung

Grobe Kraftprüfung im Seiten- und Höhenvergleich

  • Fallen oder Absinken einer Extremität
Einzelkraftprüfung im Seiten- und Höhenvergleich und gegen Widerstand
Muskeltonus im Seiten- und Höhenvergleich
Reflexe im Seiten- und Höhenvergleich
Sensibilität im Seiten- und Höhenvergleich
Zerebelläre Funktion im Seitenvergleich
Stand- und Gangprüfung, wenn durchführbar

Regeln zur Interpretation

Einordnung und weiteres Vorgehen bei fokal-neurologischem Defizit
Defizit(e) Beginn Weiter gemäß
  • Plötzlich
  • Alle einseitigen senso-motorischen Defizite
  • Alle beidseitigen und höhenbezogenen Defizite
  • Plötzlich oder nicht-plötzlich
  • Reine anogenitale Störung (inkl. Blasen/Mastdarmstörung)

Neue und anhaltende, aber nicht plötzlich aufgetretene hirnbezogene fokal-neurologische Defizite erfordern ebenfalls dringliche Bildgebung mittels CT oder MRT zum Ausschluss struktureller Hirnläsionen. In Zweifelsfällen sollte gemäß Schlaganfall - AMBOSS-SOP vorgegangen werden!

Sofern in Sektion 1 dieses Kapitels eine Somnolenz diagnostiziert wurde und hier nun ein zusätzliches fokal-neurologisches Defizit aufgefallen ist, sollte gemäß dem Kapitel Vigilanzminderung - AMBOSS-SOP fortgefahren werden!

Bei jedem neu aufgetretenen, fokal-neurologischen Defizit in Kombination mit Fieber müssen immer sowohl Bildgebung als auch Liquordiagnostik erfolgen!

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8 - Eigengefährdung (und/oder Fremdgefährdung)?toggle arrow icon

Frage: Besteht eine akute Eigengefährdung (und/oder Fremdgefährdung) als eigenständige Entität (ohne weitere Notfall-Leitsymptome in vorherigen Sektionen)?

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