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Kopfspeicheldrüsenerkrankungen

Letzte Aktualisierung: 10.2.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Die größten Kopfspeicheldrüsen sind die Glandula parotidea, Glandula submandibularis und Glandula sublingualis. Diese können wiederholt und dann meist beidseitig anschwellen (Sialadenose) oder sich akut und dann i.d.R. einseitig entzünden (Sialadenitis). Dabei ist vornehmlich die Glandula parotidea betroffen. Speichelsteine hingegen bilden sich aufgrund des aufsteigenden Gangsystems meist im Ausführungsgang der Glandula submandibularis (Sialolithiasis).

Auch Kopfspeicheldrüsentumoren manifestieren sich hauptsächlich an der Glandula parotidea. Leitsymptom sowohl für benigne als auch für maligne Tumoren ist eine schmerzlose, progrediente Drüsenschwellung. Als Malignitätskriterium gilt die Fazialisparese. Neben der klinischen Untersuchung haben bildgebende Verfahren (insb. die Sonografie) den größten Stellenwert in der Diagnostik. Die vollständige Entfernung mit Erhaltung des N. facialis ist die Therapie der Wahl bei allen Parotistumoren. Ist der N. facialis vom Tumor infiltriert, ist allerdings eine Resektion des Nerven notwendig. Bei malignen Tumoren kann je nach Entität eine postoperative Bestrahlung sinnvoll sein. Allgemein gilt: Je kleiner die Drüse, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor maligne ist.

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Anatomische Grundlagentoggle arrow icon

Neben den drei großen paarig angelegten Glandulae parotidea, submandibularis und sublingualis gehören mehrere hundert kleine Speicheldrüsen in Mundhöhle und Rachen zu den Kopfspeicheldrüsen. Als sekretorische Drüsen sezernieren sie täglich 1–1,5 L Speichel. Die Hauptaufgaben des Speichels sind:

Glandula parotidea

Glandula submandibularis

„Glandula submandibularis produziert seromuköses Sekret.“

Glandula sublingualis

  • Die paarig angelegten Unterzungenspeicheldrüsen liegen am Mundboden kranial des M. mylohyoideus unter der Plica sublingualis
  • Der Hauptausführungsgang mündet in den Wharton-Gang (Ausführungsgang der Glandula submandibularis) und verfügt meist über zusätzliche kleinere Ausführungsgänge
  • Sie produziert vorwiegend ein muköses Sekret und ca. 5% der täglichen Gesamtmenge an Speichel

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Sialadenosetoggle arrow icon

  • Definition: Chronische oder rezidivierende, nicht-entzündliche Schwellung der Speicheldrüsen [1]
  • Lokalisation: Meist Glandula parotidea
  • Ätiologie/Pathophysiologie: Schädigung der parasympathischen Innervation → Störung der Sekretbildung und des -transports
  • Klinisches Bild
    • Meist beidseitige, schmerzlose Schwellung
    • Normale oder verminderte Speichelproduktion
  • Diagnostik
    • Sonografie: Homogene Drüsenvergrößerung
    • Sialografie : Aufweitung des Gangsystems (Bild eines „entlaubten Baums“)
  • Therapie
    • Wenn möglich Grundkrankheit behandeln bzw. Auslöser meiden
    • Ultima Ratio: Parotidektomie bei ästhetischer Entstellung
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Sialadenitistoggle arrow icon

Überblick

Akute eitrige Sialadenitis [1][2][3]

Chronisch-rezidivierende Parotitis [1][3]

  • Definition: Rezidivierende Entzündungen der Parotis unklarer Ätiologie
    • Juvenile Form: Insb. bei Kleinkindern
    • Adulte Form: Sehr selten
  • Klinisches Bild
    • Rezidivierende schmerzhafte Schübe von Parotisschwellungen, ein- oder beidseitig
    • Ggf. Fieber und Krankheitsgefühl
  • Diagnostik
    • Sonografie: Gangdilatationen und -stenosen, echoinhomogenes Drüsenparenchym mit Rarefizierung, Lymphknotenvergrößerungen
    • Sialografie : Aufweitung des Gangsystems (Bild eines „belaubten Baums“)
  • Therapie
  • Prognose: Bei Kindern sehr gut
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IgG4-assoziierte Dakryoadenitis und Sialadenitis (Mikulicz-Syndrom)toggle arrow icon

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Sialolithiasistoggle arrow icon

Definition

  • Partielle oder totale Verlegung eines Speichelganges durch einen Stein

Lokalisation [6]

Epidemiologie [6]

Pathogenese

  1. Störung von Speichelfluss und/oder -zusammensetzung (z.B. Hyposalivation, Viskositätserhöhung)
  2. Mikrolithenbildung und entzündliche Reaktion der Gangepithelien
  3. Steinbildung
  4. Obstruktion des Speichelganges mit Speichelstau
  5. Ggf. Entzündung der Speicheldrüse

Klinisches Bild

  • Plötzliche Schmerzen bei oder nach der Nahrungsaufnahme
  • Ggf. Drüsenschwellung
  • Ggf. sichtbarer Stein

Diagnostik

  • Basisdiagnostik
    • Inspektion
    • Palpation
    • Sonografie (Bildgebung der 1. Wahl)
      • Beurteilung: Drüsenstruktur, Gangsystem, Konkremente
      • Typische Befunde: Echoreiche Struktur (Konkrement) mit Schallschatten, Gangdilatation, aufgelockerte und/oder vergrößerte Drüse
  • Erweiterte Diagnostik

Differenzialdiagnosen

Komplikation

Therapie [7][8]

Konservativ

Interventionelle Sialendoskopie

Transorale Inzision des Ausführungsganges

Lithotripsie

  • Indikation: Sialolithiasis mit hilärer oder intraglandulärer Steinlage
  • Methoden
    • Intraduktal: Applikation von Stoßwellen oder Laser, alternativ Anwendung eines pneumatischen Lithotripters
    • Extrakorporal: Applikation von Stoßwellen

Weitere

  • Intraglanduläre Injektion von Botulinumtoxin
  • Drüsen(teil‑)entfernung mit Gangexstirpation (Ultima Ratio)
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Ranula (Fröschleingeschwulst)toggle arrow icon

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Tumoren der Kopfspeicheldrüsentoggle arrow icon

Tumoren der Glandula submandibularis kommen seltener vor als Tumoren der Glandula parotidea, sind aber häufiger maligne. Allgemein gilt: Je kleiner die Drüse, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor maligne ist!

Je kleiner der Schleimer, umso gemeiner!

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Benigne Tumorentoggle arrow icon

Pleomorphes Adenom (Mischtumor) [1][10]

Weitere benigne Speicheldrüsentumoren (Monomorphe Adenome)

Diese benignen Speicheldrüsentumoren werden teilweise auch unter dem Begriff „monomorphe Adenome“ zusammengefasst, da sie hauptsächlich von einem Zelltyp ausgehen – im Gegensatz zu pleomorphen Adenomen, die sowohl epitheliale als auch myoepitheliale Zellen enthalten.

Warthin-Tumor [15]

Seltene histologische Subtypen

  • Onkozytom (ca. 2%)
  • Basalzelladenom (ca. 1–2%)
  • Myoepitheliom (ca. 1%)
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Maligne Tumorentoggle arrow icon

Die malignen Speicheldrüsentumoren werden aufgrund der ätiologischen, epidemiologischen und pathologischen Ähnlichkeiten gemeinsam besprochen. [1][16][17]

Ätiologie

Klinisches Bild

  • Derbe, nicht verschiebliche Schwellung, meist schmerzlos
  • Schnelle Größenprogredienz
  • Ggf. klinische Symptomatik durch Infiltration benachbarter Gewebe (bspw. Fazialisparese bei Parotismalignom)
  • Im Spätstadium Hautulzeration möglich

Diagnostik

Subtypen

Mukoepidermoides Karzinom

Adenoidzystisches Karzinom

Weitere maligne Speicheldrüsentumoren

Metastasierung

Therapie

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

K11.-: Krankheiten der Speicheldrüsen

Bösartige Neubildungen

D11.-: Gutartige Neubildung der großen Speicheldrüsen

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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